HSG besucht das Amtsgericht in Obernburg
Vom Enkelbetrug bis zum Ladendiebstahl: Ein spannender Blick hinter die die Kulissen des Amtsgerichts Obernburg
Wie entscheidet ein Gericht über Schuld und Strafe? Die Klassen 11a und 11b konnten dies bei einer Gerichtserkundung aus nächster Nähe erleben. Die verhandelten Fälle reichten von Diebstahl innerhalb der eigenen Familie über Fahren trotz Fahrverbot bis hin zu wiederholtem Ladendiebstahl. Dabei wurde deutlich, dass Vorstrafen und persönliche Umstände bei der Urteilsfindung eine wichtige Rolle spielen.
Ein Enkel bestiehlt seine eigene Großmutter
Besonders betroffen machte ein Fall, den die 11b verfolgte. Dass man seiner Oma gelegentlich die letzten Plätzchen wegschnappt, mag in manchen Familien vorkommen und kann meist ohne strafrechtliche Konsequenzen beigelegt werden. Im vorliegenden Fall ging es jedoch nicht um Gebäck. Angeklagt war ein 44-jähriger Mann, der seiner eigenen Großmutter Bargeld und ihre EC-Karte gestohlen hatte. Anschließend hob er an mehreren Geldautomaten Geld ab und verursachte so einen Schaden von insgesamt über 3.000 Euro. Der Fall wog umso schwerer, da der Angeklagte kein Unbekannter vor Gericht war. Bereits seit seinem 17. Lebensjahr war er mehrfach straffällig geworden und hatte inzwischen 15 (!) Vorstrafen angesammelt. Teilweise hatte er deshalb bereits Haftstrafen verbüßt. Die Richterin folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 2 Monaten zur Bewährung auszusprechen. Das Besondere dabei, was auch nicht allzu oft vorkommt: Während die Staatsanwaltschaft drei Jahre Bewährungszeit forderte, ging die Richterin mit vier Jahren sogar über diesen Antrag hinaus. In dieser Zeit darf er sich nichts zuschulden kommen lassen. Andernfalls droht ihm, die gesamte Haftstrafe antreten zu müssen.
Fahrverbot aus Nachlässigkeit ignoriert
Im zweiten Fall der 11b ging es um das Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis. Ein Reisebürobetreiber hatte gegen ein Fahrverbot verstoßen. Seine Verteidigung: Er habe von dem Fahrverbot nichts gewusst. Der entsprechende Bescheid war ihm ordnungsgemäß zugestellt worden, doch der Briefkasten des Mannes war überfüllt, da er ihn über längere Zeit nicht geleert hatte. Deshalb nahm er keine Kenntnis von dem Schreiben und legte später Widerspruch gegen das Fahrverbot ein. Das Gericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht. Wer seinen Briefkasten über längere Zeit unbeachtet lassen, handle zwar nicht vorsätzlich, aber zumindest fahrlässig. Der Widerspruch wurde daher zurückgewiesen bzw. vom Anspruchssteller selbst zurückgezogen. Die Moral von der Geschichte: Den eigenen Briefkasten regelmäßig zu leeren kann manchmal günstiger sein als ein Gerichtsverfahren.
Wiederholungstäter vor Gericht:
Für die 11a waren ursprünglich ebenfalls zwei Verhandlungen vorgesehen. Neben einem Fall von Ladendiebstahl sollte auch ein Verfahren wegen Computerbetrugs stattfinden. Viele Schülerinnen und Schüler waren besonders auf diesen Fall gespannt, da Computerbetrug ein Delikt ist, das in Zeiten der Digitalisierung immer häufiger vorkommt. Während Computer normalerweise zuverlässig erscheinen, wenn man sie einschaltet, galt das leider nicht für die Angeklagten dieses Verfahrens. Dadurch konnte der Fall nicht verhandelt werden und musste vertagt werden. Trotzdem bot der verbleibende Fall interessante Einblicke in die Arbeit des Gerichts. Angeklagt waren zwei Personen, die Jack-&-Jones-Jacken gestohlen hatten. Offenbar hatten die Angeklagten eine besondere Vorliebe für Jacken entwickelt, allerdings ohne die dazugehörige Vorliebe, diese auch zu bezahlen. Während die Jacken vermutlich für einen modischen Auftritt sorgen sollten, führte der Diebstahl letztlich zu einem weniger glamourösen Termin vor Gericht. Während ein erster Blick auf den Fall vielleicht den Eindruck eines vergleichsweise kleinen Diebstahls vermitteln konnte, zeigte die Verhandlung schnell ein anderes Bild. Beide Angeklagte waren bereits mehrfach wegen Ladendiebstahls verurteilt worden und damit keine Unbekannten vor Gericht. Frühere Verfahren hatten noch mit Geldstrafen geendet. Offenbar hatten diese jedoch nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Das Gericht machte deutlich, dass wiederholte Straftaten bei der Strafzumessung erheblich ins Gewicht fallen. Wer trotz mehrfacher Verurteilung erneut straffällig wird, muss mit deutlich strengeren Konsequenzen rechnen. Die beiden Angeklagten wurden deshalb zu drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre. Die Richterin machte deutlich, dass die Geduld des Rechtsstaates nicht unbegrenzt ist und frühere Verurteilungen bei weiteren Straftaten zunehmend schwerer wiegen.
Der Besuch des Gerichts zeigte eindrucksvoll, wie unterschiedlich Straftaten und persönliche Hintergründe bei der Urteilsfindung berücksichtigt werden. Für die Schülerinnen und Schüler war es eine besondere Gelegenheit, die Arbeit von Richterinnen, Staatsanwälten und Verteidigern nicht nur aus dem Unterricht zu kennen, sondern direkt im Gerichtssaal zu erleben. Gleichzeitig wurde deutlich, welche Folgen Straftaten haben können und wie ernst das Gericht insbesondere mit Wiederholungstätern umgeht. Natürlich sollten am Ende auch noch eigene, praktische Erkenntnisse mitgenommen werden: Omas EC-Karten sind tabu, Jacken sollten an der Kasse bezahlt werden und ein leerer Briefkasten kann manchmal mehr Ärger ersparen, als man denkt.
Links im Fach Chemie
Angebote für Schülerinnen und Schüler
https://www.chemie.nat.fau.de/schueler/
Das chemische Adventsrätsel u.v.m.:
https://www.chemie.nat.fau.de/schueler/schueler/veranstaltungen-fuer-schuelerinnen-und-schueler/
Wettbewerbe
Landeswettbewerb Experimente antworten:
https://www.km.bayern.de/allgemein/meldung/53/freude-am-experimentieren.html
Internationale JuniorScienceOlympiade:
https://www.scienceolympiaden.de/ijso
Experimentalwettbewerb Chemkids:
https://www.chemkids.de/neue-aufgaben/
Internationale Chemieolympiade:
https://www.scienceolympiaden.de/icho
Animationen und Simulationen:
https://chemiedidaktik.uni-wuppertal.de/de/ (Uni Wuppertal)
https://phet.colorado.edu/en/simulations/filter?subjects=chemistry&sort=alpha (Phet Colorado)
Archiv Chemie
Schuljahr 2021/2022
Internationaler Chemiewettbewerb

Im Juni 2022 trauten sich auch in diesem Jahr wieder sieben Schüler*innen der damaligen Q11 und nahmen am internationalen Chemiewettbewerb des Royal Australian Chemical Institutes (RACI) teil. Die Teilnahme an diesem Wettbewerb ist ausschließlich Schüler*innen an MINT-EC-Schulen vorbehalten. Frau Büttner und Frau Heger überreichten den stolzen Absolvent*innen ihre Urkunden. Wir gratulieren den Teilnehmer*innen zu ihrem erfolgreichen Abschneiden bei diesem anspruchsvollen Wettbewerb!
Cor-denkst-du-dran? Auf den Spuren der Chemie am Untermain

Mehr als 600 Beschäftigte, Weltmarktführer und nur wenige Gehminuten von der Schule entfernt. Am Montag, 7. November, besuchten die W-Seminare der Chemie und der Geschichte die Firma Cordenka. Am Werkstor wurden die 24 Schüler*innen von Herrn Dr. Leeb in Empfang genommen, der den Jugendlichen an diesem Nachmittag einen Einblick in die Herstellung von Kunststoffen gab.
Kein gemeinsames Periodensystem, aber ein Thema
Chemie und Geschichte, zu diesen Fächern existiert natürlich kein gemeinsames Periodensystem. Am HSG besteht aber ein gemeinsames Interesse, das mit dem Namensgeber der Schule in Verbindung steht. Das W-Seminar Geschichte beschäftigt sich mit der inzwischen umstrittenen Vergangenheit des Nobelpreisträgers Hermann Staudinger und das W-Seminar Chemie mit seinem Untersuchungsfeld, der Kunststoffchemie.
Einblicke und Chance am Untermain
Welche Einblicke ließen sich nun zu den Seminarthemen der Schüler*innen gewinnen? Herr Dr. Leeb und seine Kollegen zeigten die chemischen Prozesse, zu denen Hermann Staudinger einst die theoretischen Begründungen lieferte, bei einer Führung durch die Werkshallen. „Riesengroß“, „Roboter im Einsatz“, „Wahnsinnig laut“. Die Schüler*innen waren erstaunt, wie viel Arbeit und Spezialisierung hinter den einzelnen chemischen Arbeitsschritten steckt. Neben den fachlichen Eindrücken konnten die Jugendlichen aber auch noch Informationen zur beruflichen Bildung mit nach Hause nehmen. Der Ausbilder Herr Jung von der Firma Mainsite stellte unter anderem das Konzept des Verbundstudiums vor, in welchem die zukünftigen Abiturienten sowohl eine Ausbildung als auch ein klassisches Studium absolvieren können. Auf diese Weise verbinden sich Theorie und Praxis in kürzester Zeit auf ideale Art. Ein Motto, das ganz besonders für diesen Nachmittag bei der Firma Cordenka galt. Die angehenden Abiturienten und die Kursleiter Herr Hess und Herr Dr. Heidenreich möchten sich daher noch einmal bei Herrn Dr. Leeb für die spannenden Ein- und Ausblicke bedanken.
Frauenpower in den Naturwissenschaften
Auch im Jahr 2021 nahmen wieder drei Schülerinnen des HSG am internationalen Chemiewettbewerb des Royal Australian Chemical Institute (RACI) teil. Die Teilnahme an diesem Wettbewerb ist ausschließlich SchülerInnen an MINT-EC-Schulen vorbehalten.
In diesem anspruchsvollen Wettbewerb schlugen sich Eliese Hohmann, Carla Hein und Luise Volmer fantastisch. Luise Volmer erhielt sogar die Prämierung „High Distinction“ und gehörte damit zu den besten zehn Prozent der TeilnehmerInnen in Deutschland. Dieses Ergebnis ist besonders hoch zu bewerten, da der Test ein breites chemisches Grundwissen abprüft.
Coronabedingt dauerte es einige Zeit, bis die Urkunden aus Australien bei uns am HSG ankamen, aber am 09.03.2022 durften Frau Büttner und Frau Heger den stolzen Teilnehmerinnen ihre Urkunden überreichen. Wir gratulieren ganz herzlich und sind stolz auf so viel Frauenpower in den Naturwissenschaften am HSG!
Schuljahr 2020/2021
Auf den Spuren von Hermann-Staudinger: Frauenpower am HSG
Dieses Jahr waren drei Schülerinnen des HSG unter den 1500 Teilnehmern des Internationalen Chemiewettbewerbs 2021 des Royal Australian Chemical Institute (RACI). Die Prüfungsaufgaben aus Australien wurden von der Uni Wuppertal ins Deutsche übersetzt. Wir drücken den drei Chemikerinnen die Daumen!
Auf dem Bild ist zu sehen (von links nach rechts): Eliese Hohmann, Carla Hein und Luise Volmer
Schuljahr 2019/2020
Explosionen an der Uni Gießen - Schule einmal anders
von Finja Lange

Rein in den Bus und ab nach Gießen! Ein ganzer Tag ohne Unterricht und ohne etwas nachtragen zu müssen - tolle Aussichten für den normalen Durchschnittsschüler! Während die 10c nämlich im Unterricht saß, fuhren die Klassen 10a und b (und zwei drei Ausnahmefälle) am 18.02.2020 mit den Lehrern Kramb, Carolan, Edelhoff-Blache und Prößler nach Gießen ins Liebig Museum und an die Universität, um sich außerhalb des Unterrichts weiterzubilden.
Zuerst besuchten wir das Liebig Museum, wo wir mit einem spritzigen Versuch begrüßt wurden. Dort lernten wir anhand von vielen Versuchen und einem interessanten Vortrag sehr viel über den Chemiker Justus Liebig. Schnell schon herrschte in dem Vortragsraum dicke Luft, aber dann wurden die Fenster einfach geöffnet und sobald man wieder normal atmen konnte, jagte Frau Fröhlich schon den nächsten Versuch in die Luft. Zuletzt stellte sie noch ein Bier her, das zum Bedauern vieler Schüler, leider nicht trinkbar war.
An der Uni hörten wir erst einen Vortrag über Studiengänge für Chemie, dann über Chemie und Lehramt. Danach stellten wir selbst mit flüssigem Stickstoff Eis her. Allein dafür hat sich die Exkursion nach Gießen schon gelohnt. Im Anschluss bekamen wir noch eine Führung durch die Universität. Schließlich stiegen wir dann wieder in den Bus und machten uns auf den Weg nach Erlenbach.
Raus aus der Schule, rein in den Wald!
von Finja Lange

Motiviert, interessiert und pilzorientiert brachen wir, die Klasse 10b, am 07.11.2019 in den Erlenbacher Wald auf. Begleitet von Herrn Kramb und Frau Ühlein verließen wir die giftigen Dämpfe des Chemiesaals und gingen an die frische Luft zu den giftigen Pilzen.
Vom Pantherpilz über den Speitäubling bis zum berühmten Knollenblätterpilz lernten wir alle Pilze kennen, die wir nicht essen sollten. Später fanden wir dann natürlich auch noch essbare Pilze, wie Pfifferlinge, Schwämmchen und einen Lackbläuling. Alle sehr lecker und nicht nur im Erlenbacher Wald, sondern auch in Krambs Pfanne zu finden. Schließlich fanden wir einen Bovist, der entgegen der Krambschen Erwartungen trotz Feuchtigkeit beim Drauftreten rauchte. Auf dem Rückweg fand ein Schüler seine verborgenen Talente und damit den letzten Steinpilz in diesem Jahr.
Ein wahres Prachtexemplar! So schön, dass Herr Kramb ihn direkt abschnitt und zerstückelte. Ende der vierten Stunde kehrten wir dann top informiert und durchgefroren in unsere heißgeliebte Schule zurück und genossen den restlichen Schultag.
Politik und Gesellschaft (PuG)






