Quantencomputer „made in Germany“ – Ein Start-up mischt die Zukunft auf
Quantencomputer gelten als eine der spannendsten Technologien der Zukunft. Sie sollen Probleme lösen können, an denen selbst die schnellsten Supercomputer an ihre Grenzen stoßen. Doch wer arbeitet eigentlich in Deutschland an dieser Technik? Ein junges Unternehmen namens neQxt zeigt, dass moderne Spitzenforschung nicht nur in den USA oder China stattfindet, sondern auch hierzulande.
Genau dieses Unternehmen durften wir im Rahmen eines Ausflugs in Weiterstadt besuchen. Nach der Ankunft wurden wir herzlich empfangen und bekamen direkt einen ersten Eindruck von der offenen und freundlichen Atmosphäre vor Ort.
Ein Blick auf neQxt

Die neQxt GmbH, gegründet im Jahr 2022, beschäftigt sich mit der Entwicklung von Quantencomputern. Vereinfacht gesagt nutzen diese Computer spezielle Teilchen, sogenannte Qubits, um Rechnungen auf eine völlig neue Art durchzuführen. Diese Technologie gilt als besonders vielversprechend für komplexe Aufgaben, etwa in der Forschung oder Technik.
Präsentation und Labor
Nach der Begrüßung wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Der Ablauf war für beide gleich, nur in unterschiedlicher Reihenfolge: Gruppe A begann mit einem Laborbesuch und hörte anschließend eine Präsentation, während Gruppe B zuerst die Präsentation besuchte und danach ins Labor ging. In der Präsentation erfuhren wir, womit sich neQxt beschäftigt und wie der Arbeitsalltag in einem modernen Technologie-Start-up aussehen kann. Im Labor konnten wir anschließend sehen, wo geforscht und gearbeitet wird – ein spannender Einblick, der deutlich machte, wie viel Präzision und Teamarbeit hinter dieser Zukunftstechnologie steckt.
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Gemeinsamer Abschluss
Nach dem Programm kamen alle wieder zusammen. Für uns wurde Pizza bestellt, die von der neQxt GmbH übernommen wurde – ein entspannter Abschluss nach dem informativen Vormittag. Zum Schluss wurden wir verabschiedet und traten gemeinsam die Rückfahrt an. Der Besuch bei neQxt zeigte uns nicht nur, wie Quantencomputer in Deutschland entwickelt werden, sondern auch, wie vielfältig und zukunftsorientiert moderne Arbeitsfelder sein können.
Hochtechnologie am Hermann-Staudinger-Gymnasium – Ehemalige bringen Technik der Quantencomputer ins Klassenzimmer

Mit einer besonderen Spende kehrten die beiden ehemaligen Schüler Dr. Christian Zimmermann und Sebastian Deuser an das Hermann-Staudinger-Gymnasium (HSG) zurück: Die Mitbegründer des Quantencomputing-Unternehmens neQxt überreichten der Schule zwei Experimentierkästen zur Quantenphysik für den Unterricht im Leistungsfach Physik. Die Schülerinnen und Schüler können damit künftig grundlegende quantenphysikalische Phänomene selbst erforschen – ein Angebot, das sonst vor allem Universitäten vorbehalten ist.
Die Gründer freuten sich, den Kontakt zu ihrer alten Schule wieder aufzunehmen. Dass Zimmermann und Deuser sofort begeistert waren, überrascht ihre ehemaligen Lehrkräfte kaum: Schon zu Schulzeiten prägte sie eine große Leidenschaft für Technik. Sebastian Deuser verbrachte damals viele Stunden im Serverraum des Gymnasiums, wo er programmierte und das Schulnetzwerk betreute.
Neben der Spende luden die beiden Unternehmer die Oberstufenkurse zu einer Besichtigung ihrer Produktionsanlage in Weiterstadt ein. „So bekommen die Jugendlichen die Möglichkeit, echten Quantencomputern einmal ganz nah zu kommen“, erklärte Dr. Zimmermann.
Die neQxt GmbH ist ein junges Hightech-Unternehmen, das aus der Quantenforschung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hervorgegangen ist. Als sogenanntes Full-Stack-Quantencomputing-Unternehmen entwickelt neQxt sowohl die Hardware als auch die Software, die für Quantencomputer benötigt werden. Zudem bietet das Unternehmen Rechenzeit auf eigenen Systemen, Beratung sowie Basistechnologien für Forschung und Industrie an. Kurz gesagt: neQxt entwickelt und betreibt Quantencomputer – und liefert gleichzeitig alles, was man braucht, um sie praktisch einzusetzen.
Schulleiter Michael Lummel zeigte sich beeindruckt von den Werdegängen der beiden Ehemaligen: „Das ist genau das, was wir uns für unsere Schülerinnen und Schüler wünschen: Sie sollen hinausgehen, forschen, Neues wagen – und mit ihren Erfahrungen wieder zurückkommen.“ MdL Martin Stock ergänzt mit einem Augenzwinkern: “... und kommt dann zurück an den Untermain. Wir unterstützen eure Ideen und ermöglichen, dass sich Hightech-Unternehmen hier in der Region ansiedeln.“
Auch die MINT-Beauftragte des HSG, Elisabeth Kapeller, begrüßt die neue Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft ausdrücklich: „Es ist immer bereichernd, wenn ehemalige Schülerinnen und Schüler eine Brücke zur Hightech-Welt schlagen. Für unsere Jugendlichen ist das unglaublich motivierend. Sie sehen, wie weit man mit Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik kommen kann – und dass dieser Weg direkt von hier aus möglich ist.“
Für die beiden Gründer war der Besuch am Hermann-Staudinger-Gymnasium mehr als eine formelle Übergabe. Sie kehrten an einen prägenden Ort ihrer Jugend zurück – und gaben den Funken technologischer Begeisterung an die nächste Generation weiter.
Unter dem Sternenhimmel – Ein unvergesslicher Beobachtungsabend am HSG
Am Abend des 4. April 2025 war es endlich so weit: Zwölf begeisterte Jugendforscherinnen und Jugendforscher aus der 6. Klasse trafen sich am HSG zu einem ganz besonderen Ereignis – dem großen Sternen-Beobachtungsabend. Organisiert wurde das Ganze von den naturwissenschaftlichen Klassen 11a und 11b, unterstützt von Herrn Wilke und Herrn Reiser, die mit viel Engagement und Kreativität einen Abend voller Entdeckungen und Abenteuer möglich machten.
Pünktlich um 18 Uhr wurden die Sechstklässler auf der Astro-Terrasse des HSG begrüßt, wo schon alles für sie vorbereitet war. Es erwarteten sie verschiedene spannende Stationen, die von den 11.-Klässlern betreut wurden. An einer Station konnten sie drehbare Sternenkarten basteln, mit denen sie sich später am Himmel besser orientieren konnten. Bei einem Astro-Spiel konnten sie ihr Wissen über das Weltall testen und auf spielerische Weise Neues lernen.
Natürlich durfte auch die Verpflegung nicht fehlen: Um 20 Uhr wurden alle mit „Sternenpizza“ und „Mondbrötchen“ versorgt, die unsere Mensa extra für diesen besonderen Anlass gebacken hatte.
Mit neuer Energie ausgestattet, warteten die Schüler und Schülerinnen gespannt darauf, dass die Sonne unterging. Gegen halb neun war es endlich dunkel genug – die ersten Sterne funkelten am Himmel, und die Teleskope, die die 11.-Klässler aufgebaut und ausgerichtet hatten, kamen zum Einsatz.
Dabei erklärten die älteren Schülerinnen und Schüler den Jugendforschern, wie die Teleskope funktionieren und wie man sie richtig einstellt. Dann durfte jeder selbst durchschauen – und was für ein Anblick: Lichtjahre entfernt und doch zum Greifen nah! Der Mond zeigte seine Kraterlandschaft in beeindruckender Klarheit, der Jupiter mit einigen seiner Monde war zu erkennen, und sogar Sterne ferner Galaxien konnten entdeckt werden.
Wer Lust hatte, konnte außerdem mit Tablets und der Stellarium-App noch weitere Himmelskörper erkunden: Einfach das Tablet in den Himmel halten und schon erschienen Informationen zu Sternen, Planeten und sogar ganzen Sternenbildern auf dem Bildschirm.
Ein weiteres Highlight war der Greenscreen, der in einem separaten Raum aufgebaut war. Hier konnten die Kinder „auf dem Mond landen“ und sich fotografieren lassen, als ob sie von dort aus auf die Erde schauten. Die dabei entstandenen lustigen und kreativen Fotos werden sicher noch lange in Erinnerung bleiben.
Zum krönenden Abschluss kamen um 21:30 Uhr auch die Eltern auf die Astro-Terrasse. Die JuniorForscher zeigten ihnen, was sie an diesem Abend alles entdeckt, gebastelt und gelernt hatten.
Alles in allem war es ein rundum gelungener Abend, der den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur viel Spaß gemacht hat, sondern ihnen auch die Faszination für das Universum ein Stück näher gebracht hat. Ein großes Dankeschön an alle Organisatoren und Helfer – Wir haben den Abend sehr genossen, mit klarem Himmel, hellen Sternen und mindestens genauso hell funkelnden Augen!
Weitere Bilder finden Sie in der Bildergalerie:
Impressionen vom Beobachtungsabend 2024:
Impressionen vom Beobachtungsabend 2023:
Masterclass Physik: „Astroteilchen“
Uni Würzburg am HSG!

Messwert-Zahlenkolonnen anschaulich mit dem Auger-Modell darstellen... (Foto: Andreas Reiser, alle Rechte vorbehalten)
Am Dienstag, den 14.11.23 war es endlich wieder soweit! Burkhard Böhm und sein Team von der Uni Würzburg kamen mit einem vollgeladenen Kofferraum bei uns am HSG an. Mit tatkräftiger Hilfe unserer aktuellen Netzwerk-EinsteigerInnen Ilyas, Nathan und Anna waren die vielen Detektoren, Nebelkammersets und Auger-Modelle flugs auf die Gruppenräume verteilt und einsatzbereit hergerichtet.
Die beiden NTG-Klassen 10a und 10b versammelten sich zur Begrüßung im großen Musiksaal und genossen nach einem fleißigen Stühlerücken den Einführungsvortrag zum heutigen Thema, den „Astroteilchen“: Polarlichter, Myonen, Sonnenwind, Höhenstrahlung …
Danach ging es in drei Gruppen aufgeteilt zu den Experimenten, die in dieser Form nur mit dem Equipment des Netzwerkes Teilchenphysik möglich sind. Das dafür frühs in Aschaffenburg frisch besorgte Trockeneis (ca. -70°C) lässt beim Nebelkammerversuch radioaktive Zerfallsspuren in der ganz normalen Umgebungsluft eindrucksvoll sichtbar werden.
Danke an Toni Schreck für das geschickt eingefangene Bild der Zerfallsspuren! (Foto: Toni Schreck, alle Rechte vorbehalten.)
Wie die Umfrage unter den TeilnehmerInnen zeigt, war das auch der beliebteste Versuch des Tages:
... ein eindeutiges Votum unter den TeilnehmerInnen ...
Aber auch das Messen von Myonen aus der Höhenstrahlung und Basteln eines Auger-Modells boten spannende Einblicke in die Teilchenphysik. Letzteres hatte bei vielen TeilnehmerInnen den Effekt, dass obwohl zunächst „kein Plan“ bestand, nach dem zugehörigen Theorie-Vortrag, dass beim konkreten Selbst-aktiv-werden bei vielen ein „Aha“-Erlebnis zu einem „Blitz-Durchblick“ führte, was dem Tutorenteam besonders Spaß bereitete.
Zum Schluss noch eine kurze Information zum „Netzwerk Teilchenwelt“: Dieses ist allen künftigen PhysikstudentInnen wärmstens empfohlen. Hier besteht z. B. nach zwei Masterclass-Teilnahmen die Möglichkeit, ein Ferienpraktikum am leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger der Welt, dem LHC am CERN in Genf, zu absolvieren und dort, unterstützt von der Uni Würzburg, eigene (!) wissenschaftliche Experimente durchzuführen. Für das spätere Studium sind die Kontakte und Aktivitäten in diesem Netzwerk sehr förderlich.
Abitur - und was dann? Falls Studium, wo und was?
Der Wandertag der Q11 am 22. September 2022 sollte uns dabei helfen Orientierung zu finden. Was eine neu installierte Straßenlaterne damit zu tun hat? Findet es heraus!
Große Freude herrschte wohl bei den meisten, da der Tag erst um 9.10 Uhr beginnen sollte und dadurch hier und da ein extra Stündchen Schlaf ergattert werden konnte. Dementsprechend motiviert begaben wir uns nach einem Gruppenbild in einen der Hörsäle der TH Aschaffenburg, die es heute zu entdecken galt.
Zu allererst führte uns Frau Melanie Hartmann in das Themengebiet "Studium" ein und gab zudem zahlreiche Informationen über die Hochschule preis.
Über die Hochschule
Die 1995 gegründete Technische Hochschule Aschaffenburg umfasst insgesamt drei Fakultäten: Wirtschaft und Recht, Ingenieurswissenschaften und seit kurzem außerdem noch die Gesundheitswissenschaften. Momentan werden 24 verschiedene Studiengänge angeboten, die von 121 Professoren gelehrt werden.
Doch was macht die TH AB so besonders?
Frau Hartmann betonte zum einen die familiäre Atmosphäre, die, ähnlich wie bei unserem Bunker, durch die geringe Anzahl an Schülern (die TH AB bietet momentan etwa 3.400 Studierenden einen Platz) zu Stande kommt. Des Weiteren lädt ein hoher Praxisbezug, der durch die Möglichkeit eines Dualstudiums noch verstärkt werden kann, sowie die Zusammenarbeit mit der Organisation ERASMUS, die Auslandssemester in Europa ermöglicht sowie finanziert, zum Studium an der THA ein. Doch sogar außerhalb Europas sind Auslandssemester möglich, wie beispielsweise in Kanada oder China.
Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast ...
... so lautete der Titel des zweiten Vortrags, in dessen Genuss wir während dieses ganz besonderen Wandertages kamen. Professor Doktor Victoria Bertels, die für die Betriebswissenschaften der Hochschule verantwortlich ist, zeigte uns an anschaulichen Beispielen die Manipulierbarkeit aber auch die Wichtigkeit von Statistiken auf. So erfuhren wir zum Beispiel wie Medien die Wirkung von Graphen oder Diagrammen durch ihre Darstellung zum eigenen Vorteil verändern können. Es gilt also: aufgepasst und mitgedacht!
Warum freiwilliger Umweltschutz nicht funktioniert
Dieser Frage gingen wir in unserem letzten Vortrag mit der Hilfe von Herrn Professor Kilian Hartmann auf den Grund. Anhand des erdachten Szenarios einer zu bauenden Straßenlampe (siehe Einstieg) erschuf er mit Hilfe des Nash'schen Gleichgewichts eine anschauliche Darstellung der menschlichen Psyche. Grundsätzlich lassen sich folgende Prinzipien festhalten:
1. Für Gruppen ist es sinnvoll zu kooperieren
2. Für Individuen ist es sinnvoll zu defektieren (= Zusammenarbeit ablehnen)
Die beeindruckenden Ausführungen des Professors, die durch viel Humor ausgeschmückt wurden, sollten uns alle zum Umdenken anregen. Es gilt, nicht nur an sich selbst, sondern auch an die Allgemeinheit zu denken.
Alles in allem lässt sich festhalten, dass wir einen sehr interessanten und informativen Ausflug an die TH AB hatten, der großen Dank für die Möglichkeit unseres Besuchs gilt (wenn ihr mehr über die Hochschule erfahren wollt findet ihr mehr Infos hier: https://www.th-ab.de/).


