Filmemacher Daniel Harrich begeistert Schüler mit Einblicken in investigativen Spielfilm
Erlenbach – Ein besonderes Erlebnis erwartete die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10A und 10B: Der vielfach ausgezeichnete Regisseur Daniel Harrich war zu Gast in der Kinopassage in Erlenbach und stellte dort seinen Film „Verschollen“ vor – einen packenden Umweltkrimi, der in Brasilien spielt.
Harrich, Träger des Bundesverdienstkreuzes und bekannt für seine Arbeit im Bereich des investigativen Spielfilms, nahm sich im Anschluss an die Vorführung viel Zeit für ein ausführliches Filmgespräch. Offen und eindrucksvoll berichtete er von den Dreharbeiten in Brasilien: von kulturellen Unterschieden, herausfordernden Bedingungen vor Ort und nicht zuletzt auch von der angespannten Sicherheitslage. Besonders eindrücklich schilderte er, dass Unternehmen, über die im Film kritisch berichtet wird, durchaus mitbekamen, woran das Filmteam arbeitete – eine Erfahrung, die die Risiken investigativer Arbeit greifbar machte.
Auch Schulleiter Michael Lummel ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und nahm an der Filmvorführung teil, um sich selbst ein Bild von der eindrucksvollen Arbeit Harrichs zu machen.
Die Schülerinnen und Schüler zeigten großes Interesse und nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mehr über die Hintergründe des Films sowie über dessen Entstehung zu erfahren.
Doch damit nicht genug: Am folgenden Tag besuchte Harrich auch das HSG und setzte dort den Austausch fort. In insgesamt vier Schulstunden arbeitete er intensiv mit den beiden Klassen weiter. In Form von Workshops gab er Einblicke in die Arbeitsweise des investigativen Spielfilms, sprach über Mechanismen der Filmbranche und sensibilisierte die Jugendlichen für den Umgang mit Informationen. Dabei ging es unter anderem um die Rolle von Whistleblowern, die Beschaffung von Informationen und die Frage, wie reale Ereignisse filmisch umgesetzt werden können.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Dirk Simon, dem Fachschaftsleiter für Geschichte sowie Politik und Gesellschaft, der damit einen besonderen außerschulischen Lernort für die Schülerinnen und Schüler ermöglichte.
Schulleiter Michael Lummel zeigte sich sehr erfreut über den Besuch: Es sei etwas Besonderes, dass sich ein so renommierter und vielfach ausgezeichneter Filmemacher die Zeit nehme, persönlich an die Schule zu kommen und mit den Schülerinnen und Schülern zu arbeiten.
Die Veranstaltung hinterließ bleibenden Eindruck und bot den Jugendlichen nicht nur spannende Einblicke in die Welt des Films, sondern auch wichtige Denkanstöße im Umgang mit Medien und Informationen.
März 2026
Planspiel zum Syrien-Konflikt: Schüler schlüpfen in die Rollen der Weltpolitik
Einen ganzen Schultag lang Politik hautnah erleben: Diese besondere Gelegenheit bot sich der Klasse 10C am HSG in dieser Woche. Unter der Leitung des Jugendoffiziers der Bundeswehr, Herr Sahm, nahmen die Schülerinnen und Schüler an einem intensiven Planspiel zum Syrien-Konflikt teil.
Von der ersten bis zur zehnten Stunde verwandelte sich das Klassenzimmer in eine internationale Bühne: Die Jugendlichen schlüpften in die Rollen bedeutender Akteure der Weltpolitik – von den USA über Russland bis hin zu internationalen Organisationen. Auch eine UN-Generalsekretärin sowie Vertreterinnen und Vertreter der Weltpresse waren Teil des Szenarios. So konnten die Schülerinnen und Schüler hautnah erfahren, wie komplex internationale Konflikte sind und wie unterschiedlich Interessen aufeinandertreffen.
Der Syrien-Konflikt erwies sich dabei als besonders geeignetes Beispiel: Durch die Vielzahl beteiligter Staaten und Akteure wurde deutlich, wie schwierig es ist, gemeinsame Lösungen zu finden. Gleichzeitig zeigte das Planspiel, dass viele der damals entwickelten Strategien und Handlungsmöglichkeiten auch auf heutige Konflikte übertragbar sind.
Mit großem Engagement und viel Motivation brachten sich die Schülerinnen und Schüler in ihre Rollen ein, verhandelten, diskutierten und suchten nach Lösungen. Dabei wuchsen viele über sich hinaus und bewiesen ein feines Gespür für politische Zusammenhänge.
Jugendoffizier Herr Sahm zeigte sich sehr erfreut über die aktive Mitarbeit und das hohe Interesse der Klasse. Auch die betreuenden Lehrkräfte Dr. Verena Spindler und Dirk Simon konnten mit Freude beobachten, wie die Schülerinnen und Schüler in ihren neuen Rollen aufgingen und dabei wichtige Erfahrungen sammelten.
Das Planspiel bot nicht nur spannende Einblicke in internationale Politik, sondern förderte zugleich wichtige Kompetenzen wie Perspektivwechsel, Argumentationsfähigkeit und Teamarbeit – Fähigkeiten, die weit über den Unterricht hinaus von Bedeutung sind.
März 2026
Kleine Steinchen für die Demokratie
12er spielen Lego, oder bauen sie an der Demokratie?

„Toll, und wie soll ich jetzt ‚Klimawandel‘ mit den paar Legosteinen darstellen?“, fragt sich Jonas Martin aus der Q12 zu Beginn des Workshops Lego Serious Play für Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe.
Während alle schon fleißig bauen und konstruieren, starten die beiden Referentinnen vom Bezirksjugendring den Workshop mit einer ganz kurzen theoretischen Einführung. Und dann geht’s auch schon los für die fünf Gruppen. „Baue einen Turm, der dich und deine Persönlichkeit gut beschreibt“, ist die Anweisung. Mit einigen kleinen Anfangsübungen startend steigern sich die Aufgaben für die Gruppen. Wichtig dabei ist, dass immer nach der von Musik begleiteten Bauphase eine Reflexionsphase folgt, in der sich die Gruppen gegenseitig ihre Gedanken erläutern.
„Hätte ich jetzt nicht gedacht, dass dein Bauwerk da für eine Demonstration steht, die von einem Wasserwerfer auseinandergetrieben wird“, fasst Jano Herold eine Szene zusammen, die von seinem Team gestaltet worden ist. Die Aufgabe lautete diesmal: „Baue ein Modell, das eine Situation darstellt, in der du Demokratie erlebst oder erlebt hast“. Und die Aufgaben werden immer komplexer. Es geht um Werte und wie sie eine Gesellschaft prägen.
Das letzte Einzelmodell wird dann innerhalb der Gruppe zu einem Gruppenmodell zusammengefügt. Jeder darf sich einbringen, alle dürfen ausreden. Es wird diskutiert und gebaut mit Kopf, Herz und Hand. Am Ende der Veranstaltung steht dann der Gallery Walk. Die einzelnen Schülerinnen und Schüler bestaunen die Modelle der anderen Gruppen. „Das sieht ja aus wie ein Basketballfeld. Stellst du dir so die Gesellschaft vor?“. Laurin Lorke und Andrei Orleanu erläutern daraufhin, dass die Gesellschaft wie ein Team funktioniert: „Rücksicht, Gemeinschaft, Solidarität sind die Grundlagen“. „Aber ohne eine stabile Wirtschaft geht es nicht!“, stellt die Gruppe um Yvonne Lech vor. „Stabilität ist die Basis für die Möglichkeit, eine solidarische Gesellschaft zu bauen, die sich auch um Klimaschutz kümmert“. Solidarität, Integration und Inklusion sind weitere wesentliche Bestandteile der Demokratie, die in den anderen Gruppenmodellen dargestellt werden. Puristisch aber völlig klar erklären Anna Hohm, Laura Thiel und Joleen Wiedemann: „Nur wenn die Werte passen, kann die Gesellschaft blühen".
Die fertigen Modelle heißen zum Beispiel „Straße der Demokratie“ oder „Die blühende Gesellschaft“. Und wie wird jetzt Klimawandel mit Legosteinen dargestellt? „Ist doch klar, wenn Enten (für Eisbären hatten wir zu wenige weiße Steine) wegen der schmelzenden Polkappen flüchten müssen“, erklärt ein Team augenzwinkernd.
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Besuch im Sozialkaufhaus

„Jedes 5. Kind in Aschaffenburg lebt in Armut” – mit dieser Aussage von Wolfgang Grose, Leiter des Sozialkaufhauses in Aschaffenburg, setze sich die Klasse 11c des Hermann-Staudinger-Gymnasiums auseinander. Eingeladen war sie, die Schwächsten der Gesellschaft in Aschaffenburg in den Blick zu nehmen, da auch diese zur Gesellschaft gehören und deren Probleme ein gesamtgesellschaftliches sind. Ein Spaziergang rund um den Hauptbahnhof, bei der Wolfgang Grose die Plätze der Schwächsten der Gesellschaft zeigte und ins Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern kam. Im Sozialkaufhaus, das an die Waren Schilder mit geringen Preisen hängt, um den Personen, die darauf angewiesen sind, respekt- wie würdevoll zu begegnen, verkehren täglich 500 Personen. “Eine vermeintlich reiche Stadt wie Aschaffenburg muss sich um die Schwächsten kümmern,” so die Worte von Wolfgang Grose. Deutlich wurde dies in der Kinderabteilung, wo gespendete Schulranzen für manche Kinder das ganze Glück bedeuten. Nachdenklich gestimmt verließen die Schülerinnen des HSG die Einrichtung.
Nahostkonflikt am HSG

Über den Nahostkonflikt ist seit Oktober viel geschrieben und gesprochen worden – aber wie ist die aktuelle Lage derzeit einzuschätzen und viel mehr, welche tiefgreifenden Wurzeln hat dieser Konflikt?
Zeit für eine Einordnung am Hermann-Staudinger-Gymnasium in Erlenbach am Main: Der Bundeswehrjugendoffizier Philipp Nürnberger umriss in seinem Vortrag für die zwölfte Jahrgangsstufe die komplexe Situation vor Ort. Einerseits ging er auf die weltpolitischen Dimension des Konflikts ein, da auch wir in Europa durch die Sperrung des Suez-Kanals Auswirkungen spüren, andererseits zeigte er ausgehend von der britischen Mandatszeit die unklare Auflösung des Versuchs und die immer wieder kriegerische Auseinandersetzung der Situation.
Welche Folgen weist dieser Gaza-Krieg hierzulande auch in Deutschland auf? Die diffizile Lage der Demonstrationen auf den Straßen zeigt ein heterogenes Bild mit einer gefährlichen Querfront von Rechtsextremen und muslimischen Antisemiten.
Viele Fragen schlossen sich an den Vortrag an, die Philipp Nürnberger kenntnisreich beantwortete.
Gegen Gewalt gegen Frauen - Vortrag von Frau Joel

Dank der Unterstützung des Rotary Club Obernburg hielt die Kriminologin und Wissenschaftlerin Antje Joel im Rahmen des „Schule mit Courage“-Themas einen Vortrag vor der 11. Jahrgangsstufe des Hermann-Staudinger-Gymnasiums in Erlenbach am Main.
Der Erinnerungstag „Keine-Gewalt-gegen-Frauen“ am 25.11.2023 war der Anlass des Besuches, die Schülerinnen und Schüler bemerkten dies bereits seit Montag, da die orangene Farbe dieses Erinnerungstages von den Fahnenmasten auf dem Pausenhof grüßten.
Annette Wohlmann, stellv. Schulleiterin, begrüßte alle Anwesenden und bezog die Gewaltthematik auch auf das Schulleben. Wieso kommt es zu verbalen Übergriffen, warum werden Schülerinnen von Schülern teils herabgesetzt in bestimmten Situationen im Schulalltag.
Antje Joel, die in Irland lebt und arbeitet, machte zu Beginn deutlich, was für eine Schwere wie auch Dimension dieses Thema enthielt. Und wie tief es in der Gesellschaft verankert ist, jede dritte Frau erfährt Gewalt in ihrem Leben. Aber wie kommt es dazu? Dieses Verhältnis beleuchten und reflektieren war das Ziel ihrer Präsentation. Und sie räumte mit einigen Vorurteilen auf, keine Frau hat einen Anteil einer Schuld an einem männlichen Übergriff. Welche Denk- und Verhaltensmuster haben Männer, welche Frauen? Wie kommt es im Alltäglichen und im Schutzraum „Zuhause“ zu gewalttägigen Übergriffen? Im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern näherte man sich dieser Fragestellung. Viele Fragen zeigten das Interesse der Schülerinnen und Schüler, die grundsätzlich das Rollenverständnis und die Muster von Rollen dabei hinterfragten.
Ein gewinnbringender Vortrag, wie es eine Lehrerin bemerkte.


