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Opa im Sirup oder warum in Kanada der Pudding arbeitslos ist

von Karin Lange

2021 02 02 Ein Kanadier Bild


Ein Kanadier aus Bamberg referiert über seine Heimat – wozu Videokonferenzen auch gut sein können…
Videokonferenzen sind ja nicht ganz unumstritten, haben aber sicher Vorteile, die viele Schüler*innen schon für sich entdeckt haben. Das Frühstück muss nicht mehr vor der Schule eingenommen werden, mit dem (wenn auch digitalen) Nachbarn schwätzt es sich wesentlich ungenierter, die unvollendete Aktivität des Vorabends kann schon am Vormittag (so ganz nebenbei) zu Ende gebracht werden und eine musikalische Umrahmung des Unterrichts ist auch endlich möglich.
Neben all diesen Vorzügen rücken Videokonferenzen die Welt aber auch enger zusammen. So waren am Freitag in der ersten Stunde nicht nur alle Schüler der 8a versammelt, zu ihnen gesellte sich auch Éric Leduc. Einige erinnern sich vielleicht noch an den lebensfrohen kleinen Kanadier aus Québec, der das Schuljahr 2017/18 als Fremdsprachenassistent am HSG verbrachte. Spontan hatte er zugesagt, das Lehrbuchthema ″Canada″ für die Schüler*innen mit Leben zu füllen. Und wenn man eh schon digital unterwegs ist, ist es ein Leichtes, einfach mal direkt zu schauen, wie das Wetter in diesem Moment im Heimatort in Québec ist.
So erfuhren die Schüler*innen auf unterhaltsame Weise, dass Kanada in der Sprache der Ureinwohner eigentlich ″das große Dorf″ heißt und Québec ″wo der Fluss eng wird″. Dass Québec als die größte Provinz Kanadas zwar 4,5 mal so groß wie Deutschland ist, Deutschland dafür aber 10 mal so viele Einwohner hat, erklärt, dass das google-Maps-Bild vor allem dunkelgrün ist - Wälder (und Seen) soweit das Auge reicht. Unterbrochen von Videoclips und Zwischenfragen der Schüler*innen füllte die liebevoll vorbereitete Präsentation fast die ganze Doppelstunde – für euch hier ein paar spannende Fakten:
- Obwohl es in Kanada zwei offizielle Sprachen , nämlich Englisch und Französisch, gibt, sind die wenigsten Kanadier zweisprachig.
- Montréal ist die einzige Stadt, die Kanada wirklich vertritt, weil sie komplett zweisprachig ist (wenngleich die Verwaltung französisch ist).
- Die Mehrheit der Bevölkerung in Vancouver hat Chinesisch als Muttersprache.
- Die Kanadische Spezialität ″Poutine″ kann man auch in Bamberg im Restaurant ″The Box″ genießen.
- Cabane à sucre – Zuckerhütte – hier wird der berühmte Ahornsirup hergestellt und im Frühling (März-Mai) kann man hier Leckereien jeglicher Art genießen – natürlich alle mit Ahornsiurp.
- ″Opa im Sirup″ ist ein Nachtisch, der aus salzigem Teig in warmem Ahornsirup besteht.
- ″arbeitsloser Pudding″ ist ein einfacher Nachtisch, der widerspiegelt, dass die französische Bevölkerung in Kanada lange Zeit unterdrückt wurde und sozial und wirtschaftlich benachteiligt war.
- Stachelschweine und Stinktiere sieht man oft nicht live, sondern ″sekundär″ - nämlich wenn man den eigenen Hund von Stacheln und Gestank befreien muss.
Nun ja – und am Ende musste der Referent nicht zum Bahnhof gebracht werden, er musste nicht in den Zug steigen, er musste nicht den langen Heimweg antreten… Schnell da, schnell weg – dazu können Videokonferenzen eben auch gut sein.

 

 

Ein Highschool-Lehrer berichtet über die US-Wahl

Englisch Bericht zur USA Wahl

von Christian Iberle

Keegan Hecht unterrichtet Politik an einer amerikanischen Highschool in Sioux Falls, im Bundesstaat South Dakota. Wie auch für die große Mehrheit der US-Amerikaner war die Präsidentschaftswahl am 3. November für ihn ein einschneidendes Erlebnis. Als Experte auf diesem Gebiet hat er einen guten Überblick über die politischen Verhältnisse in den USA. Gerne teilte daher Keegan Hecht, der auch schon Erfahrung als Lehrer in Deutschland gesammelt hat,  sein Wissen mit den Q12 SchülerInnen des Hermann-Staudinger Gymnasiums.

Gleich zu Beginn machte Mr. Hecht deutlich, dass er sich als Wähler der demokratischen Partei sehr über Joe Bidens Wahlsieg gefreut hat. Diese Tatsache überraschte wohl niemanden der Anwesenden im Klassenzimmer. Das änderte sich jedoch schnell, als der Highschool-Lehrer erwähnte, dass er gegenüber den eigenen SchülerInnen seine politische Präferenz für sich behält, weil diese zu 80% dem republikanischen Lager angehören. Was hierzulande für viele schwer begreifbar ist, nämlich eine Partei mit einem notorischen Lügner an der Spitze zu wählen, konnte Keegan Hecht den SchülerInnen mit durchaus nachvollziehbaren Gründen erklären.

Die Republikaner haben traditionell die Mehrheit der Bevölkerung in dünn besiedelten Gegenden der USA, zu denen auch South Dakota gehört, hinter sich. Dies läge auch daran, dass das Problembewusstsein für die Schwerpunkte  der demokratischen Partei  wie Migrationspolitik, Gleichberechtigung oder Klimapolitik nicht wirklich vorhanden ist. Viele Lebensbereiche im Alltag, wie eine gute Infrastruktur an öffentlichen Verkehrsmitteln oder saubere Luft , die im Leben der Großstädter an den Küsten eine große Rolle spielen, finden in den weitläufigen Regionen des Mittleren Westens schlichtweg nur wenig Beachtung. Der Staat wird von vielen Bewohnern, typisch für den individuellen und freiheitsliebenden Lebensstil der Amerikaner, eher als Bedrohung gesehen. Dies sei wohl auch eine Erklärung dafür, warum sich der dilettantische und äußerst passive Umgang der Regierung mit der Coronapandemie weniger im Wahlergebnis niederschlug als erwartet. Vielmehr wird die republikanische Agenda, wie zum Beispiel niedrige Steuern oder Selbstbestimmung bei der Krankenversicherung, von vielen bevorzugt, teilweise auch unabhängig davon, welche Person denn gerade im Weißen Haus diese Interessen vertreten soll. Zudem fühlen sich viele strenggläubige US-Amerikaner dem Präsidenten und seiner Partei verbunden, da diese traditionell den rigiden Wertekanon dieses Bevölkerungsteils vertritt.

Neben dieser relativ „harmlosen“ Mehrheit der republikanischen Wählerschaft machte Keegan Hecht aber auch deutlich, dass von Teilen der Trump-Anhängerschaft vor allem aus zwei Gründen eine große Gefahr für das Land ausgeht.  Zum einen gibt es eine gefährlich große Anzahl an gewaltbereiten Trump-Jüngern mit rassistischem Weltbild. Es handelt sich oftmals um frustrierte, junge, weiße Männer, die man auch in den Nachrichtensendungen der Welt meist schwer bewaffnet in größeren Gruppen bedrohlich aufmarschierend beobachten kann.

Zum anderen beobachtet der Politiklehrer, dass die Gruppe derjenigen, die sich von den Lügen des Präsidenten und vieler seiner politischen Gefährten verführen lässt, ein zunehmend gefährliches Ausmaß annimmt. Auf die Frage des HSG-Schülers Arthur Wetz, wie man denn als Lehrer damit umgehen kann, berichtet Mr. Hecht Interessantes aus seinem Alltag an der Highschool in Sioux Falls. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass sich die Teenager in seinen Klassen durch einen erhobenen Zeigefinger des Lehrers kaum würden umstimmen lassen. Als erfolgversprechender sieht er die Methode „Fact-Checking“, indem er beispielsweise die Tweets des Präsidenten durch die SchülerInnen selbst auf deren Wahrheitsgehalt überprüfen lässt.

 

US-Wahl: „Highly controversial“ am HSG

K640 englisch hunemörder Okt20

von Karin Lange

„Highly controversial“ fasst den Vortrag von Dr. Markus Hünemörder am Julius-Echter-Gymnasium und am Hermann-Staudinger-Gymnasium dieses Jahr wohl am besten zusammen. Sehr umstritten war nämlich, ob der Vortrag in der nun schon traditionellen Form vor den Schülerinnen und Schülern der Q11 und Q12 in der momentanen Situation überhaupt stattfinden kann. Man einigte sich schließlich mit den Schulleitungen und dem Referenten auf je zwei Vorträge für beide Schulen, um den Mindestabstand einhalten zu können. Mit der Ankündigung des partiellen Lockdowns vier Tage vor dem geplanten Termin war dann leider auch dies nicht mehr möglich und der Livevortrag musste doch kurzfristig abgesagt werden. Glücklicherweise sind in der heutigen Zeit Schulen und Universitäten krisenerprobt und -erfahren, so dass Herr Hünemörder noch am selben Tag den Vortrag als Videoaufzeichnung zur Verfügung stellte und die Schülerinnen und Schüler dieses Mal in Kursstärke in den Genuss der wie immer professionell und vor allem unterhaltsam aufbereiteten Informationen zu den bevorstehenden US Präsidentschaftswahlen kamen.

„Highly controversial“ war dann auch der Titel des ersten Teils des 60-minütigen Vortrages. Auch vor dem Vortrag war sicher jedem klar, dass der amtierende Präsident der USA „höchst umstritten“ ist, wenn auch nicht der umstrittenste – diesen Titel trägt bereits Richard Nixon, der aufgrund der „Watergate-Affäre“ 1974 seine Präsidentschaft niederlegen musste. Umstritten bleibt Trump mit seinem provokanten Auftreten, dem Verbreiten von offenkundigen Unwahrheiten, den permanenten Beleidigungen und seinem bewussten Brechen von Regeln und Prozessen der US Politik aber allemal. Hierfür bezieht er eine äußerst radikale Position, wenn es um Schlüsselthemen der amerikanischen Politik wie beispielsweise Immigration, Globalisierung, Abtreibung oder Polizeigewalt geht, und polarisiert Gesellschaft mehr denn je. Nichtsdestotrotz ist er vor allem bei weißen Amerikanern ohne Universitätsabschluss in ländlichen Gegenden nach wie vor beliebt, wobei er diese mit seinem Slogan „Make America Great Again“ in ihren Ängsten vor ausländischer Übervölkerung, Globalisierung und daraus folgender drohender Arbeitslosigkeit abholt. Aber auch diese scheinbar ungebrochene Popularität Trumps in vielen traditionell republikanischen Staaten hat im Krisenjahr 2020 Schaden genommen. So war auch sein Umgang mit der Pandemie sehr umstritten und seine eigene Erkrankung an Covid 19 untergrub seine Glaubwürdigkeit hinsichtlich dieses Themas nur wenige Wochen vor der Wahl massiv.

Ob dies allerdings für einen Wechsel im Weißen Haus ausreicht, ist fraglich. In den Umfragen liegt der Gegenkandidat Joe Biden vorne, sogar weiter als es damals Hillary Clinton tat. Sicher vor allem im Hinblick auf Trumps exzentrische, egozentrische und extrovertierte Persönlichkeit verspricht der 77-jährige Demokrat Anstand und Ehrlichkeit ins Weiße Haus zurückzubringen. Tatsächlich gilt er als sicherer, nicht-radikaler Kandidat, dem niemand wirkliche Abneigung entgegenbringt und dem es vielleicht auch gelingen könnte, Stimmen der weißen Arbeiterklasse zurückzugewinnen. Jedoch repräsentiert Biden eher den älteren Teil der demokratischen Partei und er selbst sieht sich als Übergangskandidat. Sicher hat diese Einstellung auch seine Entscheidung beeinflusst, Kamala Harris zu seiner „running mate“ zu machen. Als Tochter einer indischen Mutter und eines jamaikanischen Vaters spricht die Mitte 50-jährige Juristin und Senatorin sicher eher junge Wähler und vor allem Wählerinnen sowie Angehörige von Minderheiten an.

Am Ende bleibt aber immer noch das amerikanische Wahlsystem. Da der Präsident nicht von den Amerikanern direkt, sondern vom „electoral college“ gewählt wird, kann es zu Diskrepanzen zwischen den sogenannten „electoral“ und den „popular votes“ kommen. Genau dies ist bei der letzten Präsidentschaftswahl passiert, bei der Hillary Clinton tatsächlich drei Millionen Stimmen mehr als Donald Trump hatte. Da aber auch bei einer knappen Mehrheit in einem Bundesstaat alle Stimmen an den Gewinner gehen, gehen viele Stimmen verloren und ein großer Teil der Bevölkerung ist eben nicht repräsentiert. Dieses Mal besteht zusätzlich die Gefahr, dass Donald Trump im Falle einer Niederlage diese wahrscheinlich nicht kampflos hinnehmen wird. Und so ist nicht nur Trump an sich „highly controversial“, sondern auch das Wahlsytem und im Zweifelsfall das Ergebnis.

In den Jahrgangsstufentests abgeräumt..

von Markus Füller

Mathe, Deutsch, Englisch: Die besten Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufentest sind von der Schulleitung und dem Verein der Freunde des HSG mit Urkunden und Buchgeschenken ausgezeichnet worden.

Wir kennen das: Es ist Schulanfang und damit Zeit für Jahrgangsstufentests. Was Schülerinnen und Schülern in ganz Bayern alljährlich im September blüht, hat für einige HSGler sehr positive Resultate gezeitigt: Im Direktorat gab es für die Brains in den Jahrgangsstufentests in Mathematik, Deutsch und Englisch aus den Klassen 6, 8 und 10 Bücher und Auszeichnungen aus der Hand der Schulleiterin, OStD Christine Büttner und des Vorsitzenden der Freunde des HSG Erlenbach, Christoph Grosch. Beide hatten den zehn Schülerinnen und Schüler eine Botschaft und Handlungsanweisung mitzugeben: "Leistungen bitte so bis zum Abitur beibehalten!"

jahrgangsstufentestsieger.geaendert

Die Besten aus den Jahrgangsstufentests mit OStD Christine Büttner (ganz links) und dem Vorsitzenden der Freunde des HSG, Christoph Grosch (ganz rechts): Lukas Andres (8. Jgst.,, Deutsch), Jonas Grundmann (8. Jgst, Mathematik), Anna-Lena Löwer (10, Jgst., Englisch), Johannes Kaufmann (8. Jgst., Mathematik), Arwen Göbbert (10. Jgst, Englisch), Leon Unkelbach (6. Jgst., Deutsch), Joline Göbel (10. Jgst. Englisch), Marlene Breer (6.Jgst, Englisch), Carla Hein (10. Jgst, Mathematik) und Helena Wengerter (10. Jgst., Mathematik). Verrechnet hat sich bei der Anzahl der Jahrgangsbesten niemand: Zehn Schülerinnen und Schüler in sechs verschiedenen Tests resultieren daraus, dass bei Punktegleichstand an der Spitze beide bzw. alle drei besten Teilnehmer ausgezeichnet wurden.