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White Horse Theatre am HSG
Unter- und Oberstufe genießen zwei englische Theaterstücke

 

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Das White Horse Theatre ist nun schon fast eine Institution am Hermann-Staudinger-Gymnasium – auch wenn die Pandemie unser Leben zwei Jahre lang bestimmte. Dieses Jahr kamen zumindest drei Jahrgangsstufen endlich wieder in den Genuss zweier brillanter Theaterstücke in englischer Sprache.
Wenn der weiße Sprinter mit dem Aufdruck ″White Horse Theatre″ in den Schulhof rollt, dann befinden sich darin nicht nur alle Requisiten, Bühnenbilder und Kostüme für 3 Theaterstücke, sondern auch die persönlichen Habseligkeiten der vier britischen AkteurInnen, die sie auf ihrer monatelangen Tournee durch Deutschland benötigen. Welche der drei Stücke dann aufgeführt werden, ist zwar in der Regel vorher abgeklärt, kann aber theoretisch auch noch direkt am Morgen geändert werden. An vielen Schulen werden hintereinander alle drei Stücke aufgeführt, unterbrochen von kurzen Umbaupausen und Wechsel des Publikums. Die Stücke richten sich an Unter-, Mittel- und Oberstufe und sind dementsprechend vom Sprachniveau her angepasst.
Das HSG beschränkte sich dieses Jahr auf das Unterstufenstück ″The Empty Chair″ und das Oberstufenstück ″The Picture of Dorian Gray″. Bis zuletzt war aufgrund der ständig wechselnden Corona-Bestimmungen und Infektionszahlen nicht klar, ob und vor allem in welchem Rahmen die Aufführung tatsächlich stattfinden würde.
Am Ende klappte alles und so folgten die 6. und 7. Klassen gebannt dem Geschehen um Robbie und seine Mutter, die den Weggang ihres Vaters und Ehemanns bedauern, sich seitdem mehr schlecht als recht durch den Alltag kämpfen und immer wieder hoffen, dass der „empty chair“ am Tisch wieder besetzt wird. Als dann auf einmal Jared, ein Fremder ″from a very long way away″ auftaucht, ist Robbie überzeugt, dass es sich um einen Außerirdischen handelt, und Mrs Rumple begeistert vom dem zwar etwas seltsamen, aber höflichen, hilfsbereiten und liebenswerten Fremden. Nach vielen Wirrungen raufen sich die drei zusammen und Jared nimmt den ″empty chair″ ein. Das Stück behandelt die Realität vieler Kinder in der heutigen Zeit, die nicht in einer ″traditionellen Familiensituation″ aufwachsen. Der Autor des Stückes und zugleich Leiter des White Horse Theatre schreibt hier aus seiner eigenen Erfahrung als Stiefvater und den damit verbundenen Schwierigkeiten. Die lebensnahe Thematik und das brillante Spiel der Akteure fesselten die 160 SchülerInnen und ließen sie nach 60 Minuten in tosenden Applaus ausbrechen. Im Anschluss an das Stück bestand die Möglichkeit, Fragen zu stellen, wovon die Kinder regen Gebrauch machten, auch wenn natürlich alles auf Englisch ablaufen musste.
Im Stück für die Oberstufe ging es dann wesentlich ernster zu. Der reiche und schöne Dorian Gray, Hauptfigur des einzigen Romans von Oscar Wilde, besitzt ein Porträt, das statt seiner altert und in das sich die Spuren seiner Sünden einschreiben. Während Gray immer maßloser und grausamer wird, bleibt sein Äußeres dennoch jung und makellos schön. - Die Handlung des Romans, die seinerzeit als anrüchig galt und auch Gegenstand des Unzuchtprozesses gegen Wilde war, behandelt die Moralität von Sinnlichkeit und Hedonismus im Viktorianismus und die Dekadenz der englischen Oberschicht. Die nur vier SchauspielerInnen schlüpften 70 Minuten lang in die unterschiedlichsten Rollen und schafften es, mit minimalistischstem Bühnenbild die SchülerInnen der Q11 in den Bann der komplexen Handlung zu ziehen.
Am Ende waren sich alle einig - die Aufführungen waren ein Genuss!

Karin Lange

 

 

OberstufenschülerInnen des HSG besuchen „The Wave“ im Stadttheater Aschaffenburg

 

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″Why they didn’t try to stop it, how they could say they didn’t know. We just don’t know the answers.″
Die Antworten auf diese Fragen bezüglich des Dritten Reiches blieb der Lehrer und Protagonist Ben Ross in Morton Rhues Roman ″The Wave″ seinen Schülern bereits im Jahre 1981 schuldig. Bis heute haben sie sich immer noch nicht gefunden und das, obwohl die Fragen immer noch aktuell und vielleicht brennender sind als je zuvor. Möglicherweise ist das der Grund, warum die 121 Schüler und Schülerinnen der Q11 und Q12 des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach völlig gebannt der englischen Produktion von ″The Wave″ unter der Regie von Paul Stebbings folgten.
Corona-bedingt kamen vor allem für die aktuelle Q12 kulturelle Veranstaltungen viel zu kurz und so freuten sich die Schülerinnen und Schüler am ersten Tag nach den Faschingsferien umso mehr, als sie in den Zug nach Aschaffenburg steigen konnten, um sich auf den Weg ins Stadttheater zu machen. Dort erwartete sie eine hervorragende Inszenierung des Romans „The Wave“ von Morton Rhue. Mit minimalistischsten Mitteln schafften es die nur vier SchauspielerInnen, den SchülerInnen ein Experiment nahe zu bringen, das im Jahr 1969 an einer amerikanischen Schule tatsächlich durchgeführt worden war. Ein Lehrer wollte seine Schüler hautnah erleben lassen, wie scheinbar menschenunwürdiges Verhalten an Eigendynamik gewinnen und schließlich in ein Regime wie das des Dritten Reiches münden kann. Der Versuch des Lehrers (im Roman Mr Ross) begann mit Vereinheitlichung der Kleidung der teilnehmenden SchülerInnen, gemeinsamem Gruß und militärisch angehauchten Verhaltensregeln. Der Lehrer galt als großes Vorbild und die SchülerInnen sollten sich als ein Teil des Ganzen sehen. Außenseiter fühlten sich sehr bald integriert in die Organisation. Die Schüler wurden auch ermutigt, aus anderen Klassen Schüler für die Gruppe, die als „The Wave“ bekannt war, zu rekrutieren und bald war die ganze Schule einbezogen. Diejenigen, die kein Teil des Systems sein wollten, wurden körperlich und psychisch schikaniert. Innerhalb einer Woche geriet das Experiment außer Kontrolle und musste beendet werden.
Während zu Beginn des Stückes noch in der einen oder anderen Reihe Unruhe zu spüren war, herrschte bald angespannte Stille, während die SchülerInnen gebannt das Geschehen und die aus Distanz betrachtet so unglaublichen Entwicklungen verfolgten. So ist es auch verständlich, dass am Ende, als alles aufgelöst wurde und der eigentliche Anführer oder Ideengeber des Experiments, nämlich Adolf Hitler, präsentiert wurde, betretene Stille herrschte und der verdiente Applaus zunächst etwas auf sich warten ließ.
Die gut verständliche Sprache, das eindringliche Spiel der SchauspielerInnen sowie das (leider immer noch) brandaktuelle Thema ließen den Theaterbesuch für die SchülerInnen zu einem eindrucksvollen Erlebnis werden und viele schließen sich sicher der Protagonistin Laurie an, die am Ende sagt: ″[…]I’m sorry it had to come to this, but […] I think everyone learned a lot.″

Karin Lange

 

Italien ist mehr als Sonne, Strand und Spaghetti-Eis

 

Der Klimawandel betrifft uns alle und ist kein rein deutsches Problem. Daher liegt es nahe, mit Menschen aus anderen Teilen dieser Welt über das Thema zu sprechen und das war der Grund dafür, warum sich die Klasse 8a zusammen mit ihrer Englisch-Lehrerin Frau Leimeister dafür entschieden hat, ein entsprechendes eTwinning-Projekt ins Leben zu rufen. Gestartet wurde im Januar mit Partnerschulen aus Italien, Portugal und der Türkei – jetzt im Februar ist zwar nur noch die italienische Schule IISS „F. Meneghini“ in Edolo dabei, aber Qualität geht bekanntlich über Quantität.
Bei einem ersten Treffen per Videokonferenz konnten sich die beteiligten Klassen kennenlernen und stellten fest, dass sowohl in Deutschland als auch in Italien noch Maskenpflicht herrscht, dies aber wenig dabei hilft, die eigene Schüchternheit zu überwinden und vor nun sogar zwei Klassen und einer Webcam auf Englisch zu reden. Das anschließende Chatten mit Smartphone und Tablet funktionierte dafür umso besser und der nächste Austausch zum CO2-Fußabdruck wird allen Beteiligten sicher schon leichter von der Hand gehen. Außerdem war interessant zu hören, dass – obwohl man Italien häufig eher mit Sommer, Sonne und leckerem Eis verbindet – die Partnerschule ganz im Norden und somit am Fuße der Alpen liegt und daher Skifahren ein Hobby vieler SchülerInnen ist. Wir dürfen gespannt sein, welche Erkenntnisse im Laufe der eTwinning-Partnerschaft noch auf uns warten!

Cora Leimeister

 

Schüleraustausch in Corona-Zeiten

HSG Schüler überzeugen mit Fremdprachen-Projekt und erhalten eTwinning-Auszeichnung

Urkunden


Das Hermann-Staudinger-Gymnasium ist für sein europäisches Schulprojekt über den Alltag von Jugendlichen in Zeiten von Corona ausgezeichnet worden. Es erhielt für das Projekt „Connection with a Distance“ von der Jury das eTwinning-Qualitätssiegel 2021 für beispielhafte Internetprojekte. Damit verbunden sind hochwertige Sachpreise und Urkunden zur Anerkennung.
Im Projekt haben sich die Schülerinnen und Schüler der letztjährigen 6d zusammen mit ihrer Lehrerin StDin Karin Lange mit der Frage beschäftigt, wie die Pandemie ihr Leben verändert hat. Beim Austausch mit ihren Projektpartnern in Großbritannien und Spanien erlebten sie, wie das Virus nicht nur ihr eigenes Leben sondern auch das ihrer europäischen Altersgenossen auf den Kopf gestellt hat. Wie haben die Gleichaltrigen die Belastungen durch Distanzunterricht, Lockdown und Angst vor Ansteckung gemeistert? Was hat ihnen Mut gemacht? Und wie gelingt es, trotz Schulschließungen und Reisebeschränkungen, weiter in Kontakt zu bleiben?


Dazu bietet eTwinning nicht nur in Pandemie-Zeiten beste Möglichkeiten.Austausch Bild2 Bei ihrem regen digitalen Austausch erfuhren die Kinder voneinander, wie sie lernen und leben und dokumentierten ihre Zusammenarbeit in einer abwechslungsreichen Online-Dokumentation. Als gemeinsame Sprache nutzten die Projektpartner Englisch.
„Dem ausgezeichneten Projekt gelang ein lebendiger Austausch, der das Interesse an anderen Ländern und Kulturen förderte. Die Schülerinnen und Schüler erlebten, wie wichtig Sprachkenntnisse für den Austausch und das Kennenlernen sind. Ihre positiven Rückmeldungen sind eine große Anerkennung für die engagierten Lehrkräfte,“ so das Urteil der Jury.


Ausschnitt aus userem twinspace auf der etwinning Plattform 1An den Erfolg wollen in diesem Schuljahr zwei 5. Klassen anknüpfen, die über eTwinning ein Projekt mit zwei Klassen unserer französischen Partnerschule, dem Collège François Lorant in Moncontour durchführen. Das Projekt trägt den Titel "My first steps in English - let's do them together" und hat zum Ziel, den kontunierlichen Fremdspracherwerb gemeinsam zu durchleben und zu vergleichen.

Karin Lange

 

Opa im Sirup oder warum in Kanada der Pudding arbeitslos ist

von Karin Lange

2021 02 02 Ein Kanadier Bild


Ein Kanadier aus Bamberg referiert über seine Heimat – wozu Videokonferenzen auch gut sein können…
Videokonferenzen sind ja nicht ganz unumstritten, haben aber sicher Vorteile, die viele Schüler*innen schon für sich entdeckt haben. Das Frühstück muss nicht mehr vor der Schule eingenommen werden, mit dem (wenn auch digitalen) Nachbarn schwätzt es sich wesentlich ungenierter, die unvollendete Aktivität des Vorabends kann schon am Vormittag (so ganz nebenbei) zu Ende gebracht werden und eine musikalische Umrahmung des Unterrichts ist auch endlich möglich.
Neben all diesen Vorzügen rücken Videokonferenzen die Welt aber auch enger zusammen. So waren am Freitag in der ersten Stunde nicht nur alle Schüler der 8a versammelt, zu ihnen gesellte sich auch Éric Leduc. Einige erinnern sich vielleicht noch an den lebensfrohen kleinen Kanadier aus Québec, der das Schuljahr 2017/18 als Fremdsprachenassistent am HSG verbrachte. Spontan hatte er zugesagt, das Lehrbuchthema ″Canada″ für die Schüler*innen mit Leben zu füllen. Und wenn man eh schon digital unterwegs ist, ist es ein Leichtes, einfach mal direkt zu schauen, wie das Wetter in diesem Moment im Heimatort in Québec ist.
So erfuhren die Schüler*innen auf unterhaltsame Weise, dass Kanada in der Sprache der Ureinwohner eigentlich ″das große Dorf″ heißt und Québec ″wo der Fluss eng wird″. Dass Québec als die größte Provinz Kanadas zwar 4,5 mal so groß wie Deutschland ist, Deutschland dafür aber 10 mal so viele Einwohner hat, erklärt, dass das google-Maps-Bild vor allem dunkelgrün ist - Wälder (und Seen) soweit das Auge reicht. Unterbrochen von Videoclips und Zwischenfragen der Schüler*innen füllte die liebevoll vorbereitete Präsentation fast die ganze Doppelstunde – für euch hier ein paar spannende Fakten:
- Obwohl es in Kanada zwei offizielle Sprachen , nämlich Englisch und Französisch, gibt, sind die wenigsten Kanadier zweisprachig.
- Montréal ist die einzige Stadt, die Kanada wirklich vertritt, weil sie komplett zweisprachig ist (wenngleich die Verwaltung französisch ist).
- Die Mehrheit der Bevölkerung in Vancouver hat Chinesisch als Muttersprache.
- Die Kanadische Spezialität ″Poutine″ kann man auch in Bamberg im Restaurant ″The Box″ genießen.
- Cabane à sucre – Zuckerhütte – hier wird der berühmte Ahornsirup hergestellt und im Frühling (März-Mai) kann man hier Leckereien jeglicher Art genießen – natürlich alle mit Ahornsiurp.
- ″Opa im Sirup″ ist ein Nachtisch, der aus salzigem Teig in warmem Ahornsirup besteht.
- ″arbeitsloser Pudding″ ist ein einfacher Nachtisch, der widerspiegelt, dass die französische Bevölkerung in Kanada lange Zeit unterdrückt wurde und sozial und wirtschaftlich benachteiligt war.
- Stachelschweine und Stinktiere sieht man oft nicht live, sondern ″sekundär″ - nämlich wenn man den eigenen Hund von Stacheln und Gestank befreien muss.
Nun ja – und am Ende musste der Referent nicht zum Bahnhof gebracht werden, er musste nicht in den Zug steigen, er musste nicht den langen Heimweg antreten… Schnell da, schnell weg – dazu können Videokonferenzen eben auch gut sein.

 

 

Ein Highschool-Lehrer berichtet über die US-Wahl

Englisch Bericht zur USA Wahl

von Christian Iberle

Keegan Hecht unterrichtet Politik an einer amerikanischen Highschool in Sioux Falls, im Bundesstaat South Dakota. Wie auch für die große Mehrheit der US-Amerikaner war die Präsidentschaftswahl am 3. November für ihn ein einschneidendes Erlebnis. Als Experte auf diesem Gebiet hat er einen guten Überblick über die politischen Verhältnisse in den USA. Gerne teilte daher Keegan Hecht, der auch schon Erfahrung als Lehrer in Deutschland gesammelt hat,  sein Wissen mit den Q12 SchülerInnen des Hermann-Staudinger Gymnasiums.

Gleich zu Beginn machte Mr. Hecht deutlich, dass er sich als Wähler der demokratischen Partei sehr über Joe Bidens Wahlsieg gefreut hat. Diese Tatsache überraschte wohl niemanden der Anwesenden im Klassenzimmer. Das änderte sich jedoch schnell, als der Highschool-Lehrer erwähnte, dass er gegenüber den eigenen SchülerInnen seine politische Präferenz für sich behält, weil diese zu 80% dem republikanischen Lager angehören. Was hierzulande für viele schwer begreifbar ist, nämlich eine Partei mit einem notorischen Lügner an der Spitze zu wählen, konnte Keegan Hecht den SchülerInnen mit durchaus nachvollziehbaren Gründen erklären.

Die Republikaner haben traditionell die Mehrheit der Bevölkerung in dünn besiedelten Gegenden der USA, zu denen auch South Dakota gehört, hinter sich. Dies läge auch daran, dass das Problembewusstsein für die Schwerpunkte  der demokratischen Partei  wie Migrationspolitik, Gleichberechtigung oder Klimapolitik nicht wirklich vorhanden ist. Viele Lebensbereiche im Alltag, wie eine gute Infrastruktur an öffentlichen Verkehrsmitteln oder saubere Luft , die im Leben der Großstädter an den Küsten eine große Rolle spielen, finden in den weitläufigen Regionen des Mittleren Westens schlichtweg nur wenig Beachtung. Der Staat wird von vielen Bewohnern, typisch für den individuellen und freiheitsliebenden Lebensstil der Amerikaner, eher als Bedrohung gesehen. Dies sei wohl auch eine Erklärung dafür, warum sich der dilettantische und äußerst passive Umgang der Regierung mit der Coronapandemie weniger im Wahlergebnis niederschlug als erwartet. Vielmehr wird die republikanische Agenda, wie zum Beispiel niedrige Steuern oder Selbstbestimmung bei der Krankenversicherung, von vielen bevorzugt, teilweise auch unabhängig davon, welche Person denn gerade im Weißen Haus diese Interessen vertreten soll. Zudem fühlen sich viele strenggläubige US-Amerikaner dem Präsidenten und seiner Partei verbunden, da diese traditionell den rigiden Wertekanon dieses Bevölkerungsteils vertritt.

Neben dieser relativ „harmlosen“ Mehrheit der republikanischen Wählerschaft machte Keegan Hecht aber auch deutlich, dass von Teilen der Trump-Anhängerschaft vor allem aus zwei Gründen eine große Gefahr für das Land ausgeht.  Zum einen gibt es eine gefährlich große Anzahl an gewaltbereiten Trump-Jüngern mit rassistischem Weltbild. Es handelt sich oftmals um frustrierte, junge, weiße Männer, die man auch in den Nachrichtensendungen der Welt meist schwer bewaffnet in größeren Gruppen bedrohlich aufmarschierend beobachten kann.

Zum anderen beobachtet der Politiklehrer, dass die Gruppe derjenigen, die sich von den Lügen des Präsidenten und vieler seiner politischen Gefährten verführen lässt, ein zunehmend gefährliches Ausmaß annimmt. Auf die Frage des HSG-Schülers Arthur Wetz, wie man denn als Lehrer damit umgehen kann, berichtet Mr. Hecht Interessantes aus seinem Alltag an der Highschool in Sioux Falls. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass sich die Teenager in seinen Klassen durch einen erhobenen Zeigefinger des Lehrers kaum würden umstimmen lassen. Als erfolgversprechender sieht er die Methode „Fact-Checking“, indem er beispielsweise die Tweets des Präsidenten durch die SchülerInnen selbst auf deren Wahrheitsgehalt überprüfen lässt.

 

US-Wahl: „Highly controversial“ am HSG

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von Karin Lange

„Highly controversial“ fasst den Vortrag von Dr. Markus Hünemörder am Julius-Echter-Gymnasium und am Hermann-Staudinger-Gymnasium dieses Jahr wohl am besten zusammen. Sehr umstritten war nämlich, ob der Vortrag in der nun schon traditionellen Form vor den Schülerinnen und Schülern der Q11 und Q12 in der momentanen Situation überhaupt stattfinden kann. Man einigte sich schließlich mit den Schulleitungen und dem Referenten auf je zwei Vorträge für beide Schulen, um den Mindestabstand einhalten zu können. Mit der Ankündigung des partiellen Lockdowns vier Tage vor dem geplanten Termin war dann leider auch dies nicht mehr möglich und der Livevortrag musste doch kurzfristig abgesagt werden. Glücklicherweise sind in der heutigen Zeit Schulen und Universitäten krisenerprobt und -erfahren, so dass Herr Hünemörder noch am selben Tag den Vortrag als Videoaufzeichnung zur Verfügung stellte und die Schülerinnen und Schüler dieses Mal in Kursstärke in den Genuss der wie immer professionell und vor allem unterhaltsam aufbereiteten Informationen zu den bevorstehenden US Präsidentschaftswahlen kamen.

„Highly controversial“ war dann auch der Titel des ersten Teils des 60-minütigen Vortrages. Auch vor dem Vortrag war sicher jedem klar, dass der amtierende Präsident der USA „höchst umstritten“ ist, wenn auch nicht der umstrittenste – diesen Titel trägt bereits Richard Nixon, der aufgrund der „Watergate-Affäre“ 1974 seine Präsidentschaft niederlegen musste. Umstritten bleibt Trump mit seinem provokanten Auftreten, dem Verbreiten von offenkundigen Unwahrheiten, den permanenten Beleidigungen und seinem bewussten Brechen von Regeln und Prozessen der US Politik aber allemal. Hierfür bezieht er eine äußerst radikale Position, wenn es um Schlüsselthemen der amerikanischen Politik wie beispielsweise Immigration, Globalisierung, Abtreibung oder Polizeigewalt geht, und polarisiert Gesellschaft mehr denn je. Nichtsdestotrotz ist er vor allem bei weißen Amerikanern ohne Universitätsabschluss in ländlichen Gegenden nach wie vor beliebt, wobei er diese mit seinem Slogan „Make America Great Again“ in ihren Ängsten vor ausländischer Übervölkerung, Globalisierung und daraus folgender drohender Arbeitslosigkeit abholt. Aber auch diese scheinbar ungebrochene Popularität Trumps in vielen traditionell republikanischen Staaten hat im Krisenjahr 2020 Schaden genommen. So war auch sein Umgang mit der Pandemie sehr umstritten und seine eigene Erkrankung an Covid 19 untergrub seine Glaubwürdigkeit hinsichtlich dieses Themas nur wenige Wochen vor der Wahl massiv.

Ob dies allerdings für einen Wechsel im Weißen Haus ausreicht, ist fraglich. In den Umfragen liegt der Gegenkandidat Joe Biden vorne, sogar weiter als es damals Hillary Clinton tat. Sicher vor allem im Hinblick auf Trumps exzentrische, egozentrische und extrovertierte Persönlichkeit verspricht der 77-jährige Demokrat Anstand und Ehrlichkeit ins Weiße Haus zurückzubringen. Tatsächlich gilt er als sicherer, nicht-radikaler Kandidat, dem niemand wirkliche Abneigung entgegenbringt und dem es vielleicht auch gelingen könnte, Stimmen der weißen Arbeiterklasse zurückzugewinnen. Jedoch repräsentiert Biden eher den älteren Teil der demokratischen Partei und er selbst sieht sich als Übergangskandidat. Sicher hat diese Einstellung auch seine Entscheidung beeinflusst, Kamala Harris zu seiner „running mate“ zu machen. Als Tochter einer indischen Mutter und eines jamaikanischen Vaters spricht die Mitte 50-jährige Juristin und Senatorin sicher eher junge Wähler und vor allem Wählerinnen sowie Angehörige von Minderheiten an.

Am Ende bleibt aber immer noch das amerikanische Wahlsystem. Da der Präsident nicht von den Amerikanern direkt, sondern vom „electoral college“ gewählt wird, kann es zu Diskrepanzen zwischen den sogenannten „electoral“ und den „popular votes“ kommen. Genau dies ist bei der letzten Präsidentschaftswahl passiert, bei der Hillary Clinton tatsächlich drei Millionen Stimmen mehr als Donald Trump hatte. Da aber auch bei einer knappen Mehrheit in einem Bundesstaat alle Stimmen an den Gewinner gehen, gehen viele Stimmen verloren und ein großer Teil der Bevölkerung ist eben nicht repräsentiert. Dieses Mal besteht zusätzlich die Gefahr, dass Donald Trump im Falle einer Niederlage diese wahrscheinlich nicht kampflos hinnehmen wird. Und so ist nicht nur Trump an sich „highly controversial“, sondern auch das Wahlsytem und im Zweifelsfall das Ergebnis.

In den Jahrgangsstufentests abgeräumt..

von Markus Füller

Mathe, Deutsch, Englisch: Die besten Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufentest sind von der Schulleitung und dem Verein der Freunde des HSG mit Urkunden und Buchgeschenken ausgezeichnet worden.

Wir kennen das: Es ist Schulanfang und damit Zeit für Jahrgangsstufentests. Was Schülerinnen und Schülern in ganz Bayern alljährlich im September blüht, hat für einige HSGler sehr positive Resultate gezeitigt: Im Direktorat gab es für die Brains in den Jahrgangsstufentests in Mathematik, Deutsch und Englisch aus den Klassen 6, 8 und 10 Bücher und Auszeichnungen aus der Hand der Schulleiterin, OStD Christine Büttner und des Vorsitzenden der Freunde des HSG Erlenbach, Christoph Grosch. Beide hatten den zehn Schülerinnen und Schüler eine Botschaft und Handlungsanweisung mitzugeben: "Leistungen bitte so bis zum Abitur beibehalten!"

jahrgangsstufentestsieger.geaendert

Die Besten aus den Jahrgangsstufentests mit OStD Christine Büttner (ganz links) und dem Vorsitzenden der Freunde des HSG, Christoph Grosch (ganz rechts): Lukas Andres (8. Jgst.,, Deutsch), Jonas Grundmann (8. Jgst, Mathematik), Anna-Lena Löwer (10, Jgst., Englisch), Johannes Kaufmann (8. Jgst., Mathematik), Arwen Göbbert (10. Jgst, Englisch), Leon Unkelbach (6. Jgst., Deutsch), Joline Göbel (10. Jgst. Englisch), Marlene Breer (6.Jgst, Englisch), Carla Hein (10. Jgst, Mathematik) und Helena Wengerter (10. Jgst., Mathematik). Verrechnet hat sich bei der Anzahl der Jahrgangsbesten niemand: Zehn Schülerinnen und Schüler in sechs verschiedenen Tests resultieren daraus, dass bei Punktegleichstand an der Spitze beide bzw. alle drei besten Teilnehmer ausgezeichnet wurden.