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Von Erlenbach nach Helsinki: HSG-Schüler erleben Europa im hohen Norden

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Eine ereignisreiche und lehrreiche Woche erlebte eine Schülergruppe des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach beim Erasmus+-Austausch in Finnland. Begleitet von den Lehrkräften Frau Feldmeier und Herrn Dr. Heidenreich ging es am vergangenen Montag vom Flughafen Frankfurt aus nach Helsinki. Ziel der Reise war die Partnerschule Riihikallion Koulu in Tuusula, rund 30 Kilometer nördlich der finnischen Hauptstadt. Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Programms Erasmus+ setzten die Schülerinnen und Schüler ihr gemeinsames Projekt „Respecting and valuing linguistic and cultural diversity“ fort, welches bereits im November beim Besuch der finnischen Austauschgruppe in Erlenbach gestartet worden war.

Während sich in Deutschland bereits der Frühling ankündigte, erwartete die Reisegruppe bei ihrer Ankunft in Finnland tiefster Winter mit Temperaturen von minus zwölf Grad. Untergebracht in Gastfamilien erhielten die Schülerinnen und Schüler vielfältige Einblicke in den finnischen Alltag, das dortige Schulsystem und die Kultur des Landes. Gemeinsam mit ihren Austauschpartnern nahmen sie am Unterricht teil und arbeiteten intensiv an ihrem Projekt. Auch kulinarisch gab es einiges zu entdecken: In der Schulküche wurde traditioneller finnischer Blaubeerkuchen gebacken und die Jugendlichen probierten „Laskiaispulla“, ein typisches Hefegebäck zur Fastnachtszeit. Ein besonderes Highlight der Woche war ein gemeinsamer Saunaabend, ein fester Bestandteil finnischer Kultur, der dort üblicherweise in Badebekleidung stattfindet. Dabei wurden am Lagerfeuer Würstchen gegrillt und viele Mutige wagten nach dem Saunagang zur Abkühlung sogar ein Bad im tiefen Schnee. Natürlich durften auch diverse winterliche Outdooraktivitäten nicht fehlen. So meisterten alle Schülerinnen und Schüler die schuleigene Loipe auf Langlaufskiern und einige wagten sich bei einem Abendevent mit ihren Gastfamilien zum Schlittschuhlaufen auf den fest zugefrorenen Tuusula-See, dessen 7 km lange, präparierte Eislaufbahn durch zahllose Schwedenfeuer erleuchtet war. Ein unvergessliches Erlebnis.

 

Bei einem Ausflug nach Helsinki erkundete die Gruppe unter anderem die historische Festungsinsel Suomenlinna. Während der Fährüberfahrt durch die von Eisschollen bedeckte Ostsee und bei Schneegestöber mit eisigem Wind bekamen die Jugendlichen einen guten Eindruck davon, wie hart ein finnischer Winter sein kann. Gleichzeitig zeigte sich das Land aber auch von seiner modernen Seite – etwa mit dem neu errichteten Schulgebäude der Partnerschule oder der imposanten Zentralbibliothek Oodi in Helsinki.

Am Ende der Woche stand fest: Der Austausch war für alle Beteiligten eine bereichernde Erfahrung. Trotz sprachlicher Unterschiede – die finnische Sprache blieb für viele doch unaussprechbar - entdeckten die Jugendlichen zahlreiche Gemeinsamkeiten und knüpften neue Freundschaften. Entsprechend schwer fiel der Abschied am Sonntag. Gerade in einer Zeit, in der Europa vor vielfältigen Herausforderungen steht, wurde dabei deutlich, wie wichtig persönliche Begegnungen und gegenseitiges Verständnis für ein geeintes und friedliches Europa sind. Der europäische Gedanke wurde für die Schülerinnen und Schüler ganz konkret im gemeinsamen Alltag erlebbar.

Das Hermann-Staudinger-Gymnasium sagt „Kiitos“ (Danke) an seine finnischen Partner für die herzliche Gastfreundschaft und eine unvergessliche Zeit im hohen Norden.

 
Doris Feldmeier
Februar 2026