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Erasmus+-Programm am Hermann-Staudinger-Gymnasium

 

Erasmuns Italien

Nur wenige Wochen ist es her, dass sich acht Schüler und zwei Lehrer im Rahmen von Erasmus+ kofinanziert von der europäischen Union auf den Weg nach Viterbo in Italien gemacht hatten, um sich dort zusammen mit der Delegation aus Frankreich und Spanien über Kulturen, Traditionen und Geschichte auszutauschen. Schnell waren dort Freundschaften entstanden und die deutschen Schüler schwärmen immer noch von der italienischen Gastfreundschaft. Ganz im Gegensatz dazu stand die Ernüchterung hinsichtlich der räumlichen Gegebenheiten an der italienischen Partnerschule und den Schülern war schnell klar geworden, welch ein Glück es ist, in einem neu renovierten Schulhaus mit modernster Ausstattung unterrichtet zu werden. So blickten die HSG-Schüler ungeduldig der Ankunft der italienischen Delegation entgegen. Zum einen, um die neuen Freundschaften weiter zu pflegen und sich für die erfahrene Gastfreundschaft zu revanchieren, zum anderen aber auch, um voller Stolz die eigene Schule mit all ihren Möglichkeiten zu präsentieren.

So war auch einer der ersten Programmpunkte in Deutschland eine liebevoll vorbereitete Schulhausführung, bei der die deutschen Schüler auch das deutsche beziehungsweise bayerische Schulsystem erklärten. Danach schwelgten die Schüler in Erinnerungen, ließen den Aufenthalt in Italien Revue passieren und hielten Erinnerungen und Begebenheiten in Postern und digitalen Quizzes fest.

An den folgenden Tagen ging es dann darum, die Region und ihre Geschichte kennenzulernen. Natürlich darf da der Besuch einer der zahlreichen Burgen der Gegend nicht fehlen und auch das typische deutsche Fachwerk ist eine Führung wert. Kombiniert wurde beides in Wertheim, wo die Schüler im Glasmuseum zudem in die Kunst des Glasblasens eingewiesen wurden und so gleich ihr eigenes Souvenir in Form einer selbst geblasenen Glaskugel erhielten. Besichtigt wurde auch die Bezirkshauptstadt Würzburg mit der Residenz. Begeistert und stolz erfuhren die italienischen Schüler hier, dass es ein Landsmann war, der das berühmte Deckengemälde gestaltete. Abgeschlossen wurde das ″regionale Programm″ mit einer interaktiven Stadtrallye in Miltenberg. Dazwischen gab es genug Zeit, das Leben eines typischen bayerischen Schülers kennenzulernen. Hierzu gehört natürlich die Teilnahme am Unterricht, aber auch gemeinsame Freizeit- und Sportaktivitäten und zwischendurch immer wieder angeleitete Aktivitäten zur Sprachaktivierung. Denn Kommunikation ist ja das Wichtigste bei einer internationalen Jugendbegegnung. Einmal mehr lernten die Jugendlichen, wie unabdinglich es zum einen ist, Fremdsprachen zu lernen, dass es aber zum anderen nicht auf sprachliche Perfektion ankommt. So fiel es den italienischen Gästen auch nicht schwer, sich beim bunten Treiben im Rahmen der großen Faschingsfeier des HSG am Donnerstagabend zu integrieren.

Nach einer erfüllten Woche fiel der Abschied schwer und so wurde gleich zweimal gefeiert – einmal zusammen mit allen Eltern beim gemeinsamen Abschlussabend und einmal bei einem Abschlussbrunch, bei dem die deutschen und italienischen Schüler unter sich noch einmal die Woche Revue passieren ließen. Am Bahnhof in Aschaffenburg floss dann die eine oder andere Träne in der Hoffnung, dass man sich bald wieder trifft.

Karin Lange