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Schule fürs Leben

BN Scharrer Alltag2026

Die Projekttage „Alltagskompetenz“ am Hermann-Staudinger-Gymnasium zeigten eindrucksvoll, wie praxisnah und vielseitig Lernen heute gestaltet werden kann. Über drei Tage hinweg arbeiteten die achten Klassen in unterschiedlichen Projekten und setzten sich mit Themen auseinander, die weit über den klassischen Unterricht hinausgehen.
Im Projekt „Mini-Urwald Reloaded“ erhielten die Schülerinnen und Schüler Besuch von Steffen Scharrer, dem Vorsitzenden des Bund Naturschutz. In einer Kleingruppe erklärte er anschaulich die Zusammenhänge zwischen Artenvielfalt und Biodiversität und verdeutlichte, welche Bedeutung naturnahe Lebensräume für das ökologische Gleichgewicht haben. Die Jugendlichen konnten dabei nicht nur theoretisches Wissen erwerben, sondern auch konkrete Ideen für nachhaltiges Handeln entwickeln.

Ein weiteres Projekt widmete sich der gesunden Ernährung. Hier wurde nicht nur über ausgewogene Kost gesprochen, sondern auch praktisch gearbeitet: Die Schülerinnen und Schüler bereiteten gemeinsam Mahlzeiten zu und setzten sich mit nachhaltigen und gesunden Zutaten auseinander.
Kreativ und zukunftsorientiert zeigte sich auch die Gruppe, die ein nachhaltiges Konzept für das „Aquaphobie-Festival“, einen neuen Kooperationspartner der Schule, entwickelte. Dabei standen Fragen der Umweltverträglichkeit, Ressourcenschonung und Organisation im Mittelpunkt.

Das Projekt „(Ver)Brauchst du das?“ beschäftigte sich mich Re- und Upcyling der unterschiedlichsten Art. Zum einen kam ein Mitarbeiter des Repair-Café in Obernburg und informierte sowohl über das Café Fifty, den gemeinnützigen Verein für soziale Arbeit und Kultur, als auch über die Arbeit des Repair Café. Im Anschluss an den Vortrag durfte ein Teil der Jugendlichen unter Anleitung auch mal selbst an kaputten Handys und anderen Kleingeräten basteln und tüfteln, ein anderer Teil setzte sich an Nähmaschinen und kreierte Mäppchen und andere Accessoires aus alten Kleidungsstücken. Als weiterer Referent trat die Foodsharing-Gruppe des Landkreises Miltenberg auf, hielt einen Vortrag über Lebensmittelverschwendung und machte auch gleich eine FairTeilung – eine Verteilung von geretteten Lebensmitteln – zum Erstaunen der Schüler ganz kostenfrei. Aus einem Teil der geretteten Lebensmittel wurde dann gekocht.

Mit Lebensmittelverschwendung setzte sich auch eine weitere Gruppe auseinander und verwandelte die aus dem Vortrag gewonnenen Erkenntnisse und zusätzlich recherchierte Fakten in ein kritisches Theaterstück unter dem Titel „Bis(s) zum letzten Krümel“ und führte dieses als krönenden Abschluss der Kompetenztage vor der Schulfamilie auf.

Ergänzt wurde das Programm durch Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge, etwa im Bereich der Geldpolitik. So erhielten die Jugendlichen ein grundlegendes Verständnis dafür, wie wirtschaftliche Entscheidungen ihren Alltag beeinflussen.
Die Projekttage machten deutlich, wie wichtig Alltagskompetenzen für die persönliche Entwicklung sind. Mit großem Engagement und sichtbarer Motivation arbeiteten die Schülerinnen und Schüler an den verschiedenen Themen und konnten zahlreiche neue Erfahrungen sammeln.
Kurz vor den Pfingstferien kann das Hermann-Staudinger-Gymnasium daher ein durchweg positives Fazit ziehen: Die Projekttage waren ein voller Erfolg und haben gezeigt, wie lebendig und relevant schulisches Lernen sein kann.

In den Alltagskompetenztagen am HSG ging es in diesem Jahr um Schulalltag. Das scheint ja nichts Besonderes zu sein – Schulalltag kennt ja schließlich jeder. Aber wie sieht denn so ein Alltag an einer ganz anderen Schule aus? - Diese Frage haben sich Schüler und Schülerinnen des Hermann-Staudinger-Gymnasiums in Erlenbach und der Richard-Galmbacher-Schule in Elsenfeld gestellt und sich auf die Suche nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden gemacht.

Zwei gemeinsame Vormittage waren geplant und in diesen haben die Schüler viel gelernt und zusammen erlebt. Der erste Tag wurde am HSG verbracht und hier ging es natürlich erst einmal darum, sich gegenseitig kennenzulernen. Nun sind ja ein Gymnasium und eine Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung sehr unterschiedlich und oft haben die Schüler im Alltag leider nicht viele Berührungspunkte. Bei der Vorstellungsrunde und den Kennenlernspielen spielte dies allerdings gar keine Rolle und im Laufe des gemeinsamen Frühstücks schwanden die letzten Unsicherheiten. Bei der Führung durchs Schulhaus wurde viel erklärt, viel verglichen und viele Fragen konnten beantwortet werden. Beeindruckt waren die Galmbacher Schüler von der Größe des neu renovierten Schulhauses und der großen Schülerzahl. Natürlich ergaben sich auch neue Fragen und diese wurden am nächsten Tag mit an die Richard-Galmbacher-Schule genommen. Die Erlenbacher Schüler wurden dort herzlich empfangen und durften gleich einmal einen Morgenkreis mitmachen – ein Unterrichtsgegenstand, den sich der eine oder die andere am Gymnasium auch wünschen würde. Während an einem Gymnasium das Fachlernen mit dem Ziel, möglichst gute Noten zu erzielen, im Vordergrund steht, sollen an einer Förderschule bisweilen ganz andere Kompetenzen erworben werden, die an einem Gymnasium vielleicht manchmal einfach zu kurz kommen: Hauswirtschaft, Werken oder einfach eben Alltagskompetenzen wie Einkaufen gehen.

Natürlich wird aber an der Galmbacher Schule auch Mathe, Deutsch, Englisch und Musik unterrichtet und die Wandzeitungen zur politischen Bildung kamen den HSG Schülern durchaus bekannt vor. Nichtsdestotrotz war die Freude groß, als es schließlich ans gemeinsame Arbeiten ging – und das ging ganz praktisch im Werkraum von statten: Mit Feile, Bohrer, Brenneisen und Stanze wurde an einer gemeinsamen Holzgirlande gearbeitet, die dann stolz der Schulfamilie des HSG präsentiert wurde und beim heutigen Wiedersehen den Galmbacher Schülern überreicht wurde, damit diese sie nun ihren Mitschülern zeigen können. Mit ins Gepäck bekamen sie zudem Fotocollagen, die das gelungene Projekt dokumentieren. Alle Beteiligten hatten großen Spaß und so werden bereits Pläne für ein weiteres gemeinsames Projekt geschmiedet, denn Wiedersehen macht Freude.

Dirk Simon
Juni 2026