Das Generationenprojekt wird 25!

Am Dienstag, den 24.03.2026, beging das Projekt „Begegnung der Generationen“ am HSG mit einer Jubiläumsveranstaltung seinen 25. Geburtstag. Aktive Projektler mit ihren Eltern, ehemalige Aktive sowie die früheren Leiterinnen und Leiter, außerschulische Kooperationspartner, interessierte Seniorinnen und Senioren, außerdem etliche Lehrende des HSG – sie alle waren an diesem besonderen Abend in der Aula zusammengekommen, um gemeinsam zu feiern. Doch was macht dieses Projekt überhaupt? Das stellten die Schülerinnen und Schüler natürlich selbst vor:
Etwa 50 Jugendliche sind derzeit in diesem Wahlkurs aktiv, die Teilnehmer kommen dabei aus allen Jahrgangsstufen. Bei verschiedenen Aktivitäten und Aktionen verbringen sie Zeit mit älteren Menschen und wollen vor allem auch zeigen: Alt und Jung sind gar nicht so verschieden. Bei den so genannten „Dauerbrennern“, wie den Besuchen im Seniorenkino, in der Tagespflege in Erlenbach oder bei den Digital-Sprechstunden, besuchen sie Seniorinnen und Senioren, helfen ihnen und unterhalten sich mit ihnen. Die Gesprächsthemen reichen dabei vom Schulalltag bis hin zu privaten Erlebnissen beider Generationen. Auch Einzelevents und besondere Highlights stehen über das Jahr verteilt an, wie beispielsweise der Seniorennachmittag, die Adventsaktion im Seniorenwohnstift oder die Tage auf dem Erlenbacher Weihnachtszauber. Dort besteht die Aufgabe vor allem darin, die Stadt Erlenbach bei bereits geplanten Events zu unterstützen. Die beteiligten Schülerinnen und Schüler stellten auf der Bühne übereinstimmend fest: Ihnen wird immer wieder bewusst, dass ihre Besuche und Hilfestellungen für die Seniorinnen und Senioren weit mehr als nur eine kleine Aktivität sind, sondern wirklich ein echtes Highlight.
Was ist in 25 Jahren passiert?
In 25 Jahren kann ganz schön viel passieren, wie der Schulleiter Herr Lummel und Frau Hohm, die Leiterin des Wahlkurses, in ihren Reden vor Augen führten. Seit das Generationenprojekt im Jahr 2001 vom ehemaligen Lehrer Hans-Jürgen Fahn mit 7 Schülerinnen gegründet wurde, hat es eine enorme Erfolgsgeschichte am HSG vorzuweisen. Einige der Aktivitäten, die es bereits in der Anfangszeit gab, haben bis heute Bestand und sich dabei weiterentwickelt und angepasst. Andere gibt es heute nicht mehr, dafür kamen neue hinzu. Ein Einschnitt war sicher die Corona-Zeit, doch auch während dieser Phase hielt sich das Generationenprojekt, auch wenn es einige Einschränkungen bekam. Besuche im Altenheim waren nicht mehr möglich und Treffen waren schwer zu organisieren. Nach dem Weggang von Frau Reichhold wurde der Wahlkurs Anfang 2022 von Frau Hohm übernommen, die ihn mit anfangs 15 Teilnehmerinnen weiterführte. Auch für neue Impuls im Bereich der Beschäftigung mit dem Thema „Demenz“ wurde das Projekt seitdem mit dem 1. Platz beim Jugendförderpreis des Rotary Club und dem Bürgerpreises des Landkreises Miltenberg ausgezeichnet (für den sich die AG übrigens nicht einmal selbst beworben hatte, sondern von der Erlenbacher Seniorenbeauftragten vorgeschlagen wurde). Dass das Projekt auch von den außerschulischen Partnern geschätzt wird, stellte an diesem Abend stellvertretend der 2. Bürgermeister der Stadt Erlenbach, Alexander Monert, dar. Er betonte die Wirkung des Projekts weit über die Klassenzimmer hinaus, weil es ein aktiver, lebendiger Teil des sozialen Gefüges in Erlenbach ist. Auch die landesweite Anerkennung kam beim Jubiläum nicht zu kurz, in Form einer Videobotschaft der bayerischen Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach.
Staudinger-Forum – Pflege
Ein wichtiger Programmpunkt des Abends war das von StD Markus Füller und Luca Choinowski - einem Schüler des Generationenprojekts - moderierte Staudinger-Forum unter dem Motto „Zukunft der Pflege – Pflege der Zukunft“. In dieser Diskussionsrunde kamen verschiedene Gäste aus der Praxis, der Politik oder auch der Forschung miteinander ins Gespräch. Anregungen zum Austausch lieferten dabei drei Leitfragen.
Zu Beginn ging es um persönliche Erfahrungen mit dem Älterwerden. Über ihren Alltag als Rentnerin bzw. Rentner berichteten die ehemalige Seniorenbeauftragte der Stadt Erlenbach, Karola Schröder, und Berthold Rüth, der ehemalige Landtagsabgeordnete des Landkreises Miltenberg. Dabei wurde deutlich: Älterwerden gehört zum Leben dazu - Angst davor haben sie jedoch nicht.
Im zweiten Block des Forums wurden aktuelle Herausforderungen im Pflegesektor thematisiert. Für die interaktive Komponente sorgte der Mentimeter – das Tool ist uns Schülern und Schülerinnen wohl allzu bekannt, für das Publikum jedoch eher Neuland - zu der Frage „Was ist die größte Herausforderung im Pflegesektor?“. Besonders häufig wurden dabei Personalmangel, Finanzierungsprobleme oder die Überlastung der Pflegerinnen und Pfleger genannt. Zu der anschließenden Diskussion konnten gerade Nicole Strehl-Abt, Leiterin der Caritas Tagespflege Erlenbach, und Nicole Schuck, Pflegedienstleitung des Seniorenwohnstift Erlenbach, durch ihre Praxiserfahrungen in der Pflege beitragen. Sie machten deutlich: Es gibt viele Vorurteile über Pflegeberufe, beispielsweise die Aufstiegschancen oder den Arbeitsalltag betreffend. Mehr Aufklärung sei daher dringend notwendig, um jungen Menschen zu verdeutlichen, wie toll und vielfältig dieser Beruf eigentlich ist. Gleichzeitig merkte Herr Rüth an, dass sich die Arbeitsbedingungen, insbesondere in der Bezahlung, in den letzten 10 Jahren durchaus verbessert haben, dies jedoch in der Öffentlichkeit oft kaum wahrgenommen wird.
Letztlich wurden die Aspekte Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Pflege behandelt. So erzählte Frau Strehl-Abt von dem Pflegeroboter Pepper, welcher in der Tagespflege Erlenbach bereits vor Jahren angeschafft wurde. In der regen Diskussion über die Problematik solcher Roboter im Umgang mit Senioren und Demenzerkrankten, betonten manche die fehlende Empathiefähigkeit und das Problem der Pflegefachlichkeit. Özge Yildirim, Expertin für Digitalisierung und KI in der Pflege, kam zu dem Fazit: Solche Roboter sollen keinesfalls Pflegefachkräfte ersetzen, es sei nie Mensch gegen Maschine, vielmehr Mensch und Maschine Hand in Hand. Dass die KI in Zukunft vor allem administrative Aufgaben übernehmen könnte und die Pflegefachkräfte dadurch mehr Zeit für die eigentliche Pflege und Zuwendung gewinnen, ist eine Perspektive, die alle auf der Bühne begrüßten.
Als Abschluss des Staudinger-Forums wurden die Diskussionsgäste gebeten, ihre Vision für das Jahr 2050, dem hoffentlich 50. Geburtstag des Projekts, zu formulieren. Besonders in Erinnerung blieb dabei Frau Schröders Appell: „positiv bleiben“.
Im Rahmen eines Come-togethers bei Gebäck und Getränken konnten die Gäste des Jubiläums im Anschluss nicht nur die Wanderausstellung „Was heißt schon alt?“ in den Räumen der Schule besuchen, sondern auch über verschiedene Fernsehbeiträge aus 25 Jahren Projekt „Begegnung der Generationen“ einen Einblick in die Historie erhalten. Und nicht zuletzt fanden dabei auch schöne Gespräche zwischen ehemaligen und aktuellen Akteuren sowie Jung und Alt statt – ganz im Sinne des Projekttitels: „Begegnung der Generationen“.
Mit dem Abitur die berufliche Karriere in der Pflege starten?
Studien- und Berufsberatung mal anders: Schülerinnen und Schüler entwickeln eine szenische Studienberatung zur Pflege.

In einer szenischen Talkshow zeigten Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe des HSG im Beisein von Expertinnen Situationen aus dem Berufsalltag der Pflege, die in der Schulaula in mehreren Aufführungen gezeigt wurde.
Entstanden ist eine eindrucksvolle szenische „Berufsberatung“, die bei den Mitschülerinnen und Mitschülern Eindruck hinterlässt. Für das Projekt interviewten die Mitwirkenden Hannah Bauer, Amelie Birkmeyer, Adam Brudnowski, Anna Lange, Sarah Missaoui, Magadalena Rottmann und Lana Schulz Mitarbeitende der BRK Pflegefachschule Untermain, Erlenbach. Frau Droege, Frau Heidemann und Frau Koller von der BRK Pflegefachschule standen den Schülerinnen und Schülern mit Rat und Tat, mit ihrer Erfahrung und ihren Berichten aus dem Berufsalltag eine Woche lang zur Seite und unterstützten das Entstehen der Theaterszenen sowie als Mitwirkende auch die Aufführung.
Worum geht es?
Mit dem Abitur in der Tasche in einen Pflegeberuf einzusteigen ist für viele noch ungewohnt. Doch längst eröffnen sich für junge Menschen auch hier interessante Karrieremöglichkeiten. Seit 2004 schon bietet das duale Studium „Pflege“ die Chance, eine Ausbildung im Pflegebereich mit einem Studium, etwa der Pflegewissenschaft, zu verbinden. Inzwischen ist an deutschen Hochschulen auch ein reines Pflegestudium möglich.
Das Konzept
Für die Theaterproduktion interviewten die Jugendlichen berufserfahrene Experten aus der Region, die in pflegerischen Gesundheitsberufen arbeiten bzw. an einer Hochschule lehren oder studieren, und erhielten so einen Einblick in deren Berufsalltag. Herausgekommen sind Alltagsgeschichten und berührende Momente, die verdeutlichen, wie wichtig der Beruf ist - aber auch, dass Pflege für Absolventinnen und Absolventen mit höherem Schulabschluss eine spannende Option darstellt.
Das Projekt
Die szenische Berufsberatung hat genau diese Perspektiven im Blick: Dringend werden Fachkräfte gesucht und junge Menschen, die über vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten Karriere machen, Führungsaufgaben in Krankenhäusern und Altenheimen übernehmen, in Beratungsstellen tätig werden oder sich als Spezialisten selbständig machen.
Unterstützt werden die Schülerinnen und Schüler durch Jean-François Drożak. Der Theaterpädagoge und sein Team touren im Auftrag des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention seit 2020 durch Bayern und vermitteln mit einer „szenischen Talkshow“, was die neue generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft und das Studium der Pflege ausmacht.
Weitere Informationen unter www.neuepflegebayern.de
Julia Hohm
Fürs Musizieren ist man nie zu alt!

„Was haben Sie denn da für eine Waffe dabei?“ – so reagierte unser Schulleiter auf fünf prall gefüllte Instrumententaschen, mit denen sich das Generationenprojekt in diesem Advent auf den Weg ins Erlenbacher Seniorenwohnstift gemacht hat. „Waffen“ hatten die Schülerinnen und Schüler tatsächlich dabei: „Waffen“ gegen Einsamkeit und für Spaß, motorische und geistige Aktivität und vor allem für gemeinsames Musizieren. „Veeh-Harfen“ werden diese Waffen genannt. Das sind Instrumente, die ursprünglich für das Musizieren mit geistig behinderten Menschen entwickelt wurden und die ohne musikalische Vorkenntnisse gespielt werden können. Auch deshalb und mithilfe der Unterstützung durch die Projektler machten die musizierenden Seniorinnen bereits innerhalb von zwei Nachmittagen erstaunliche Fortschritte und konnten am Ende bekannte Adventslieder wie „Leise rieselt der Schnee“, „Ihr Kinderlein kommet“ oder „Wir sagen euch an“ miteinander zupfen.
Zur Aufführung kamen diese Stücke dann bei einem Adventsnachmittag, zu dem auch die übrigen Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenwohnstifts eingeladen waren. Mit viel Freude zeigten die Seniorinnen, wie gut sie ihr Instrument bereits beherrschen, und das versammelte Publikum sang kräftig mit. Gepaart mit einer Weihnachtsgeschichte, einem Gedicht, musikalischen Beiträgen des Generationenprojekts und dem anschließenden Plaudern bei Punsch, Glühwein, Lebkuchen und Spekulatius war das ein Nachmittag, der sicherlich bei den Schülerinnen und Schüler und vor allem aber bei den Bewohnern des Seniorenwohnstifts in Erinnerung bleiben wird. Erfreulicherweise gibt es für die Veeh-Harfe auch eine „Frühlings-Mappe“, sodass die Schülerinnen und Schüler schon bald wieder zu Besuch kommen und die nächste Jahreszeit musikalisch begrüßen können. Ein funktionierendes Projekt der Generationen eben, von dem Jung und Alt profitieren.
Ein ganz großes Dankeschön sei Frau Wohlmann ausgesprochen, die mit ihrem Wissen über das Veeh-Harfen-Spiel und ihrer Stimme diese Nachmittage maßgeblich mitgestaltet hat.
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Julia Hohm
Erfolg im Schuljahresendspurt
Projekt „Begegnung der Generationen“ mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet

„You’ll never walk alone“ – mit diesen Worten eröffnete Simon Eifert, Vorstandsmitglied der Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg, die diesjährige Preisverleihung des Bürgerpreises. Ältere Menschen nicht alleine zu lassen, sie beim digitalen Wandel zu begleiten, Nachmittage in Pflegeeinrichtungen zu verbringen, gemeinsam ins Kino zu gehen – all dem widmen sich auch die derzeit etwa 30 Schülerinnen und Schüler des Generationenprojekts ehrenamtlich in ihrer Freizeit.

Für dieses Engagement wurden sie am vergangenen Mittwochabend mit dem Bürgerpreis des Landkreises Miltenberg und der Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg ausgezeichnet sowie mit einem Preisgeld in Höhe von 1.250 Euro bedacht. Dabei hatte sich das Projekt nicht selbst für diesen Preis beworben, sondern wurde von der Seniorenbeauftragten der Stadt Erlenbach, Barbara Schenck-Hofmann, vorgeschlagen, die von der Einsatzfreude und dem Eifer der Jugendlichen beim Seniorennachmittag der Stadt im Mai tief beeindruckt war.
Nach einer kurzen Vorstellung der Aktivitäten durch die verantwortliche Lehrkraft, Frau Hohm, stellten Sadya Nejat (8c) und Luca Choinowski (11c) als Vertreter der engagierten Schüler auf beeindruckende Weise dar, warum sie Teil des Projekts sind und was dieses Engagement für sie persönlich und ihre Sozialkompetenz bedeutet.
Ein ganz großes Dankeschön an alle Schülerinnen und Schüler, die sich auch in diesem Jahr viele Stunden ehrenamtlich für Seniorinnen und Senioren eingesetzt haben und die mit ihrer Einsatzbereitschaft und Begeisterung eine solche Auszeichnung ermöglicht haben.
Huch, wer sitzt denn da?

Ab sofort besuchen auch Seniorinnen und Senioren unsere Mensa
Große Augen machten einige Schülerinnen und Schüler am Montag, als sie zum Mittagessen in die Mensa kamen: fremde Gesichter von Seniorinnen und Senioren, dazwischen Landrat, Bürgermeister und die Leiterin des Sozialreferats in Erlenbach, Vertreter von Main Echo und News Verlag.
Hintergrund war der Start des Angebotes "H-Ess-G", über das ab sofort auch Seniorinnen und Senioren in der Mensa zu Mittag essen können. Initiiert wurde es von der Seniorenbeauftragten der Stadt Erlenbach, die im Ort einen günstigen Mittagstisch etablieren wollte, bei dem insbesondere auch die Gemeinschaft und der Austausch im Mittelpunkt stehen. Nachdem Frau Becker schon vor längerer Zeit Ähnliches überlegt hatte, wurde das Vorhaben nun in Angriff genommen. Das Generationenprojekt am HSG leistet, wenn nötig, technische Hilfestellung, denn auch den externen Gästen steht ein eigenes Mensaportal (Danke an Herrn Prager) zur Verfügung, in dessen Benutzung die Gäste bei Bedarf von unseren Schülerinnen und Schülern eingeweiht werden. Von jedem verkauften Essen fließt übrigens 1 € in Schulprojekte.
Von Montag bis Donnerstag bekommen wir jetzt also Besuch und die gesamte Schulfamilie ist herzlich eingeladen, sich zu den Seniorinnen und Senioren zu setzen, vom Schultag, von Hobbies oder aktuellen Ereignissen zu erzählen und auch den Gästen Fragen zu stellen. Sicherlich entstehen dabei sehr interessante Gespräche, von denen beide Seiten profitieren.
Advent, Advent…
Adventsaktion des Projekts „Begegnung der Generationen“
Wie in jedem Jahr, so hat sich das Generationenprojekt auch dieses Mal eine tolle Adventsaktion einfallen lassen. Und dafür machten sich kurz vor dem 1. Advent zahlreiche SchülerInnen zusammen mit Frau Hohm auf den Weg in das Seniorenwohnstift Erlenbach, wo sie im Foyer schon von festlich gedeckten Tischen, Kaffee und Kuchen empfangen wurden. Nachdem sich die BewohnerInnen versammelt hatten, verbreiteten die SchülerInnen mit verschiedenen musikalischen Beiträgen an Klavier, Cello, Klarinette und Querflöte adventliche Stimmung.
Auch eine kleine Adventsgeschichte über das ungeduldige Warten auf Weihnachten wurde vorgetragen. Außerdem mischten sich die SchülerInnen unter die BewohnerInnen und tauschten sich mit ihnen darüber aus, was sie jeweils mit der Adventszeit verbinden, worauf sie sich am meisten freuen und was prägende Erinnerungen aus ihrer Jugendzeit sind. Dabei entstanden sehr intensive und bewegende Gespräche, die auch noch über das eigentliche „Programm“ hinaus andauerten, und nicht zuletzt eine Stellwand, auf der die Gedanken und Assoziationen festgehalten wurden.

Diese Stellwand erinnert auch noch in den kommenden Wochen im Foyer an einen wunderbaren adventlichen Nachmittag.
Projekt „Begegnung der Generationen“ mit dem Jugendförderpreis des Rotary Clubs ausgezeichnet

Seit mittlerweile acht Jahren zeichnet der Rotary Club Obernburg mit seinem Jugendförderpreis Projekte von Jugendlichen aus, die sich ehrenamtlich auf unterschiedliche Weise engagieren, beispielsweise in den Bereichen Bildung, Soziales, Völkerverständigung, Umweltschutz oder Altenhilfe.
Und seit bereits 22 Jahren tun genau das unsere SchülerInnen aus dem Projekt „Begegnung der Generationen“. Sie besuchen regelmäßig SeniorInnen in Einrichtungen der Altenhilfe, tauschen sich mit ihnen im Seniorenkino über Filme, Erfahrungen und Ansichten aus oder unterstützen die ältere Generation bei offenen Fragestunden im Umgang mit neuen Technologien. Daneben erweitern sie in Workshops oder bei Projekttagen ihr eigenes Wissen über Alter, Alterserscheinungen und altersbedingte Erkrankungen und geben dieses Wissen jetzt auch an ihre MitschülerInnen weiter: In Kürze wird der erfolgreiche Demenzprojekttag aus dem letzten Jahr als dreitägige Veranstaltung im Rahmen der „Woche der Alltagskompetenz“ angeboten – die vom Generationenprojekt tatkräftig unterstützt werden wird.
Mit diesem Engagement erfüllt unser Wahlkurs die wesentlichen Bewerbungskriterien des Jugendförderpreises: Ehrenamtlichkeit, Vorbildcharakter, Nachhaltigkeit, unmittelbare Wirksamkeit und Regionalität. Und das sah auch die Jury so. In einer Feierstunde wurde dem Generationenprojekt der Jugendförderpreis des Rotary Clubs Obernburg 2023 verliehen, der mit 1500 € dotiert ist. Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und die Würdigung des Engagements unserer SchülerInnen, die mit viel Begeisterung und Herzblut ihre Freizeit dem Miteinander von Jung und Alt widmen.
Julia Hohm
Generationenprojekt - Advent to go
Wir schlagen Corona ein Schnippchen und bringen trotz Einschränkungen ein wenig Adventsfreude zu Seniorinnen und Senioren

70 Tütchen voll Schokolade, Tee, Weihnachtsgeschichte, Rätseln und Bastelanleitungen, Weihnachtskarten, zahlreiche Fensterbilder, Kerzen, Tannenbäumchen und Weihnachtssterne sowie ein aus Korken selbst gestalteter Adventskranz – das sind die Ergebnisse einer Kooperation der Ethikklasse in Jahrgangsstufe 8 von Frau Leimeister und einigen Schülerinnen aus dem Generationenprojekt von Frau Hohm.

Ziel dieser Zusammenarbeit, die mit dem Oberpunkt „Soziales und ehrenamtliches Engagement“ auch im Lehrplan der 8. Klasse verankert ist, war es, den Seniorinnen und Senioren im Erlenbacher Seniorenwohnstift in der Adventszeit ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Und so fuhren die beiden Lehrkräfte mit zwei beteiligten Schülerinnen zur Übergabe ins Seniorenwohnstift Erlenbach. Dort wurden sie (coronakonform im Freien) von der Leiterin der Einrichtung sowie fünf rüstigen Damen begrüßt, die sofort hellauf begeistert das Mitgebrachte in Augenschein nahmen: „Der Kranz kommt bei uns auf den Tisch, wo wir immer frühstücken und essen.“ – „Was die jungen Leute alles für Ideen haben.“ – „Das ist aber schön, dass ihr an uns gedacht habt.“ So richtig emotional wurde es, als sich eine Bewohnerin mit Tränen in den Augen bei den Schülerinnen bedankte. Da wurde ganz deutlich: Was für uns vielleicht nur eine kleine Geste ist und durch Zusammenarbeit mit überschaubarem Aufwand zu ermöglichen war, bedeutet den Seniorinnen und Senioren unheimlich viel und die Freude über unseren Besuch wird sicher noch einige Zeit nachwirken. Und alle waren sich einig: Den Winter überstehen wir noch und dann sind hoffentlich auch wieder längere persönliche Besuche mit Spaziergängen, Musik oder gemeinsamem Spielen möglich.
Wenn Opa etwas seltsam wird…

...dann ist das ein Thema, mit dem sich nicht nur Menschen im fortgeschrittenen Alter, sondern auch die „Enkelchen“ beschäftigen müssen. Gerade Kinder und Jugendliche haben oft ein inniges Verhältnis zu Oma und Opa und werden immer wieder damit konfrontiert, wie es ist, wenn Großeltern vergesslich oder gar dement werden. Umso wichtiger ist es, auch sie über diese Krankheit zu informieren, Ängste abzubauen, Verhaltensweisen Demenzkranker zu erklären und ihnen zu zeigen, wie man den Umgang mit Betroffenen gestalten kann. Das waren auch die erklärten Ziele des Demenz-Projekttages, der am 11.07.2022 vom Projekt „Begegnung der Generationen“ in zwei Klassen durchgeführt wurde.
In drei verschiedenen Themenblöcken konnten sich die SchülerInnen der Klassen 5c und 9a mit dem Thema Demenz näher beschäftigen. Dabei stand zunächst einmal die eigene Erfahrung im Mittelpunkt: Mittels verschiedener Hilfsmittel durften die Jugendlichen selbst „altern“ und damit spüren, wie es vielen SeniorInnen im Alltag geht: Eine spezielle Brille simulierte die nachlassende Sehkraft, Verbände an den Gelenken schränkten die Beweglichkeit ein, ein Gehörschutz verminderte die Hörfähigkeit und Handschuhe simulierten das nachlassende Gefühl in den Fingerspitzen. Auf diese Weise präpariert hieß es dann, verschiedene Aufgaben zu bewältigen. „Gar nicht so einfach, den Hindernisparcours zu überwinden oder die 13,88€ aus dem Geldbeutel zu zählen“, stellen die SchülerInnen der 9. Klasse fest. Die Angebote vom Metzger in der Zeitung lesen oder eine Tasse Tee einschenken – eine tägliche Herausforderung. Und das Tippen einer Nachricht auf dem Handy? Fehlerfrei quasi unmöglich.
Anschließend machten sich die 5.-KlässerInnen dann am Beispiel der „Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ mit den verschiedenen Phasen eingeschränkter geistiger Fähigkeiten vertraut. „Vergesslichkeit ist normal, aber wenn es durch geistige Aussetzer gefährlich wird, könnte eine Demenz dahinterstecken“, fassten Teilnehmer eine wichtige Erkenntnis zusammen. Anschließend kam es zu einem regen Austausch über eigene Erfahrungen der SchülerInnen. „Meine Oma ist 98 und noch richtig fit im Kopf!“, meldete sich eine Schülerin der Klasse 5c. „Mein Opa hat vergessen, wie ich heiße“, musste hingegen eine andere feststellen. Ergänzt wurde diese Gesprächsrunde durch Tammy Duval vom Gesundheitsamt in Miltenberg, die von konkreten Beispielen und Situationen aus ihrer Arbeit mit Demenzkranken und deren Angehörigen berichten konnte. Die älteren SchülerInnen bekamen in dieser Phase zunächst über den Film „Apfelsinen in Omas Kleiderschrank“ Einblick in das Leben eines 16-jährigen Jungen, der mit seiner demenzkranken Oma zusammenlebt. Noch greifbarer wurde das Thema dann aber durch den Besuch einer betroffenen Angehörigen, die den Jugendlichen nicht nur vor Augen führte, wie der Alltag mit einem demenzkranken Angehörigen aussieht und welche Einschränkungen die Erkrankung auch für Kinder oder Enkelkinder bedeutet. Vielmehr wurden das Krankheitsbild und verschiedene Verhaltensweisen auch erklärt und so für die SchülerInnen nachvollziehbar.
Zuletzt stand auch noch ein Fachvortrag über das Krankheitsbild auf dem Programm. Frau Duval und Anke Haas von der Demenzberatungsstelle Untermain wurden dabei mitunter häufig unterbrochen, weil die SchülerInnen einfach viele Fragen hatten: „Vergessen Betroffene ihren eigenen Namen?“ – „Kann man die Krankheit aufhalten?“ – „Was tut Erkrankten gut?“. Anhand von Szenen aus dem Alltag mit dementen Personen konnten zum Schluss Handlungsmöglichkeiten erarbeitet werden: Was tun, wenn Opa zum Gulaschessen das Kaffeeservice auf den Tisch stellt? Wie damit umgehen, wenn Oma die Geldbörse verlegt, ihre Angehörigen beschuldigt, sie weggenommen zu haben, und das Portemonnaie dann im Kühlschrank wieder auftaucht?
Wenn Opa also etwas seltsam wird oder gar wirklich an Demenz erkrankt, dann brauchen die SchülerInnen dieser beiden Klassen keine Berührungsängste mehr haben, sondern sie können ihn jetzt hoffentlich besser verstehen, ihm im Alltag helfen und weiterhin ihr inniges Verhältnis aufrecht erhalten.


