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Die Geschichte von Hasib

von Samira Hanke

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Im Geographie-Unterricht der 12. Klasse steht das Thema Migration im Lehrplan. Hierbei werden Ursachen und Beweggründe, sowie Chancen und Risiken, sowohl für die Migranten als auch für die Herkunfts- und Zielgebiete, besprochen und im Zusammenhang zu anderen gesellschaftlichen Prozessen, wie beispielsweise dem demographischen Wandel, analysiert. Man unterscheidet zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Migration, wobei erstere in naher Zukunft von der Regierung gefördert werden muss, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, und letztere vor allem seit der Flüchtlingskrise 2015 in den Vordergrund gerückt ist. Der Auslöser hierfür war der seit 2011 anhaltende Bürgerkrieg in Syrien, doch auch in vielen weiteren Regionen sind Menschen gezwungen ihre Heimat zu verlassen, da sie verfolgt werden oder keine andere Möglichkeit sehen, um überleben zu können.

So erging es auch Hasib, der 2015 zusammen mit seinem Bruder seine Heimat Afghanistan verließ, um sich auf den gefährlichen Weg nach Europa und in ein hoffentlich besseres Leben zu machen. Vier Jahre nach seiner Ankunft in Deutschland besucht er das Hermann-Staudinger-Gymnasium, um von seinen teilweise traumatischen Erlebnissen zu berichten.

Hasib wuchs in Afghanistan und im Krieg auf. Zur Schule ging er nur vier Jahre in ein Haus ohne Dach und Fenster; es gab weder Tische noch Stühle und die Kinder saßen auf einem löchrigen Teppich. Der Unterricht wurde teilweise monatelang unterbrochen, da die Taliban Brandanschläge verübten. Der Anblick von Schwerverletzten und Leichen gehört zur Tagesordnung. Es fehlen sowohl Ärzte als auch Medikamente. Die wenigsten trauen sich aus dem Haus, denn niemand weiß, ob man vom einkaufen je wieder nach Hause kommt. Eine Situation, die für uns in Deutschland kaum vorstellbar ist.

Mit 16 Jahren flieht Hasib zusammen mit seinem Bruder. Sie bezahlen einen hohen Preis pro Kopf und werden dafür zusammen mit vielen anderen auf die Ladefläche eines Transporters gepfercht, von einer dubiosen Bande an die nächste verkauft, müssen tagelang ohne Essen auskommen, werden beleidigt und geschlagen. Über Pakistan kommen sie in den Iran und wollen von dort aus in die Türkei. Der Weg führt sie zwei Wochen zu Fuß durch steile Berge und knietiefen Schnee. An der Grenze müssen sie den Hang hinunter rennen und werden von der Grenzpatrouille beschossen. Nur wenige schaffen es über die Grenze, doch dort können sie nicht bleiben. Ein weiterer Fußmarsch führt sie von der Türkei nach Bulgarien, doch dort werden die Flüchtlinge, die am Rand ihrer Kräfte sind von der Polizei geschnappt, ihrer Handys und Habseligkeiten beraubt, getreten und geschlagen und wieder zurück in die Türkei gebracht. Bei einem zweiten Versuch werden sie von einer Schleuserbande aufgegabelt und kommen über Serbien nach Ungarn, von wo aus sie nach mehrtägiger Haft in einer Massenzelle mit dem Zug ach Österreich und Schließlich nach Deutschland kommen.

Zunächst erhält Hasib oft nur Aufenthaltsgenehmigung für drei Monate und muss sich immer wieder aufs Neue der Ungewissheit, was wohl danach kommt stellen. Trotzdem lernt er Deutsch und hat schließlich das Glück eine Ausbildung als Bäcker bei der Bäckerei Weigand beginnen zu dürfen, die ihm den Aufenthalt bis 2022 sowie den Lebensunterhalt sichert, wodurch er sich eine eigene Wohnung leisten kann und keine Sozialhilfe bezieht. Sein Bruder arbeitet als Krankenpfleger in einem Altenheim. Er ist stolz darauf selbständig zu sein und alles zu haben, was er braucht. Dennoch quälen ihn Albträume und der Gedanken an seine Familie und die vielen anderen Menschen, die immer noch unter dem Krieg leiden. Die Erinnerungen an die zahlreichen Gräueltaten haben sich bis ins kleinste Detail in sein Gedächtnis gebrannt,weshalb er Angst hat, wieder nach Afghanistan zurück zu müssen. Die Antwort auf die große Frage, was nach dem Ende seiner Ausbildung kommt, ist ungewiss. In Herrn Weigand hat er einen großen Förderer an seiner Seite gewonnen, der seit Hasib das erste Mal in der Bäckerei stand, ihn unterstützt.

Es scheint unbegreiflich, wie unterschiedlich die Lebenswelten in unserer Welt sind und gerade dieses Wissen vor Augen geführt zu bekommen verdeutlicht, welches Glück wir Menschen in Deutschland haben, hier und nicht in einer der vielen Krisenregionen unserer Erde geboren worden zu sein. Genau aus diesem Grund sollten wir aber gerade auch eben denjenigen helfen, denen dieses Glück nicht zuteil wurde.

 

Wo kommt unser Essen her? (Schuljahr 2018/2019)

Da wir im Fach Geographie das Thema Landwirtschaft durchnahmen, schlug unser Geographielehrer vor, einen Ausflug zum Bauernhof zu unternehmen.

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Zusammen mit unserer Parallelklasse 5a (Anm. 5c und d hatten die Exkursion eine Woche später) fuhren wir mit dem Bus nach Elsenfeld zum Bauernhof der Familie Ballmann. Nachdem wir von Herrn Ballmann und seinem Sohn freundlich empfangen wurden, wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und die Führungen begannen. Als erstes besuchte unsere Gruppe das Rapsfeld, das ca. fünf Hektar groß war. Dort durften wir mit der Hand Rapskörner ernten und diese später hinsichtlich des Wassergehalts prüfen. Wir merkten schnell, dass es sehr mühsam ist und viel Zeit kostet mit der Hand die Körner zu ernten. Deswegen benutzen die Landwirte heutzutage spezielle Maschinen, z.B. einen Mähdrescher. Wir sind zwar kein Erntegut :-), durften uns dann aber trotzdem einmal auf die große Waage stellen und unser Gewicht bestimmen lassen. Nach dem Wiegen haben wir uns die Lagerräume für Getreide wie Roggen und Gerste angeschaut und Herr Ballmann erklärte uns, wie Getreide richtig gelagert wird. Danach übernahm Lukas Ballmann unsere Gruppe und zeigte uns noch einige Geräte mit denen die Felder bearbeitet werden. Anschließend schauten wir einen interessanten Film über die nach Eichelsbach ausgelagerte Schweinezucht an. Das auf dem Bauernhof angebaute Getreide wird zum großen Teil zur Fütterung der Schweine benötigt. Am Ende zeigte Lukas uns Dosen mit verschiedenen Getreidesorten und wir mussten versuchen diese anhand der Körner zu erkennen. Dies was gar nicht so leicht!

Wir bedankten uns für die interessante Führung und fuhren ans HSG zurück.

Saskia Godzik, Clara Isselhorst, Julia Korder (alle 5b)

 

Ab in die Tropen!

Auch wenn man bei dem Klima im Mai dieses Jahres annehmen könnte, dass sich der Standort des Hermann Staudinger Gymnasiums direkt in den Tropen befindet, so mussten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8a und 8b zusammen mit den Lehrkräften Frau Ühlein, Herr Brendel, Herr Dr. Kramb und Herr Roth doch zunächst eine kleine Reise unternehmen, um ins tropische Klima zu gelangen. Zum Glück kann man dieses direkt im Frankfurter Palmengarten erleben; im Grunde genommen doch „um die Ecke“, im Gegensatz zu Äquatorialguinea oder Uganda oder Ähnlichen. So traten wir am 13.12.17 unsere Reise mit dem Zug vom HSG aus in Richtung Frankfurt an. Dort angekommen begrüßten uns vier sehr nette Damen der „Grünen Schule“, um uns in Gruppen durch die Gewächshäuser mit tropischen Klimaten und verschiedenen Vegetationszonen zu führen. Die Vorträge der Damen standen dabei unter dem vielseitigen Thema „Nutzpflanzen in den Tropen“, das zeitlich genau in den Lehrplan Geographie der 8. Jahrgangsstufe passt. Hierbei entdeckten die Schülerinnen und Schüler Pflanzen, deren Nutzen bereits bestens bekannt waren, jedoch war vielen vorher nicht bewusst, dass diese Pflanzen in den Tropen wachsen. Und die wenigsten haben eine solche Pflanze vorher schon einmal anschauen und anfassen können. Hier nur ein paar Beispielpflanzen: Kaffee, Kakao, Aloe Vera, Ananas, Zimt, …. Gemäß dem Thema der Führung durfte der „Nutzen“ der Pflanzen natürlich nicht vernachlässigt werden. So wurden unsere Schüler mit Kaffeebohnen, Schokolade, Zimtknospen und Aloe Vera Honig bzw. Crème verwöhnt. Glücklich und „gesättigt“... zugegeben eher von Wissen, als von Nahrung, kehrten wir anschließend wieder per Zug zum HSG zurück. Vielen Dank an alle Schülerinnen, Schüler und Lehrer für die gelungene und erfolgreiche Reise.

 Nils Roth

 

 

Besuch aus Tansania am HSG

von Robin Fischer (Kl. 10a) und Oliver Brendel

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Karibuni!!!

So wurden am Montag nach den Pfingstferien zehn Jugendliche sowie zwei Lehrer aus Mapanda in Tansania am HSG begrüßt.

Nach einer musikalischen Einlage durch die „Chouettes“, geleitet von Frau Lingner, wurden die tansanischen Gäste von Christine Büttner, Schulleiterin, und Annette Wohlmann, stellv. Schulleiterin, am Hermann-Staudinger-Gymnasium willkommen geheißen.

Anschließend erfolgte eine kurze Schulhausführung mit Besichtigung der Turnhallen, des Sportplatzes und eines Klassenzimmers, bevor unsere Gäste auf zwei Übungsräume aufgeteilt wurden, wo sie bei Frau Rausch und Herrn Roth Einblicke in den deutschen Chemie- bzw. Physikunterricht erhielten. Da experimentelles Lernen in Tansania nur begrenzt möglich ist, war es für die tansanischen Schüler und Lehrer sehr spannend und aufschlussreich, Farben der verschiedenen Indikatoren zu entdecken bzw. Flaschenzüge zu bauen.

In der dritten Stunde stellten unsere Gäste in den achten Klassen im Rahmen des Geographieunterrichts ihren Alltag in der Heimat vor – natürlich auf Englisch. Zusätzlich berichteten Robin Fischer (10a), Kilian Haas (9c) und Pascal Weisenberger (9a), die an diesem Austausch beteiligten Schüler des HSG, von ihren Erlebnissen in Mapanda im Jahr 2016. Mit Hilfe von Fotos gaben sie ihren Mitschülern einen Einblick in das Leben und den Alltag der tansanischen Schüler.

Im Anschluss daran wurden wir von unserer Roboter-AG „Robotech“ mit einer kurzen Präsentation begrüßt und durften danach mit dem Bauen und Programmieren eigener kleiner Roboter loslegen. Nachdem unter fachkundiger Anleitung alle Roboter fertiggestellt und auch zumeist funktionstüchtig waren, ging es in die Mensa, wo uns ein leckeres Essen erwartete.

Zum Abschluss gab es als kleine Überraschung noch ein HSG-T-Shirt, gesponsert von der SMV und dem Elternbeirat, worüber sich unsere Gäste sehr freuten.

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Kilian Haas (Kl. 9c) zeigt den Gästen das Aufbauen des Roboters.

 

 

DIERCKE-Quiz (Schuljahr 2017/2018)

Die Schülerin Vera Schuhmann hat ihre Mitkonkurrenten im diesjährigen DIERCKE Wissen Wettbewerb abgehängt. Der DIERKE Wissen Wettbewerb ist der größte Geographiewettbewerb für Schülerinnen und Schüler und wird jedes Jahr in den Jahrgangsstufen 7-10 durchgeführt. Am HSG Erlenbach nahmen in diesem Jahr alle 7ten Klassen teil um ihr Wissen im Fach Geographie auf die Probe zu stellen.

Nach der Ermittlung der vier Klassensieger konnte sich Vera durch die meisten richtigen Antworten als Schulsiegerin durchsetzen. Nun gibt es noch zwei Hürden zu überwinden. Im Landesentscheid Ende März wird sich herausstellen, ob die Reise zum großen Finale nach Braunschweig geht. Hier treten am 8. Juni 2018 die besten Geographieschülerinnen und -schüler gegeneinander an.