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Abiturzeugnisverleihung am 17. Juli 2020 auf dem Sportplatz des Hermann-Staudinger-Gymnasiums

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75 Kreidekreise, Picknickdecken, Platzkarten und kostenloses Wasser: Auf dem Sportplatz des Hermann-Staudinger-Gymnasium fand am Freitag eine Premiere statt: Die Zeugnisverleihung für alle 75 Abiturient*innen des Jahrgangs 2018-2020. Inklusive der Eltern. Und der gesamten Lehrerschaft. Genehmigungspflichtig aufgrund der Covid-19-Pandemie durch das Landratsamt. Eine „organisatorische Mammutaufgabe“ wie es der Landrat Jens-Marco Scherf in seinem Grußwort feststellte, die das „HSG mit Bravour besteht.“

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Und so war es einmal etwas anderes, ein besonderer Flair lag an diesem herrlichen Nachmittag über dem grünen Gras. Auf Decken, mit Regenschirmen gegen die Sonne, einer Kleinigkeit zu essen und zu trinken, es bestand bestimmt für jedes Trio die Möglichkeit, die Schulzeit am HSG noch einmal Revue passieren zu lassen. Mit Abstand zwar, aber doch in der Gemeinschaft mit den anderen. Man spürte es einfach, hier findet gerade ein emotionaler Moment statt. Es ist natürlich schade, dass nicht jeder seine gesamte Familie mitbringen konnte, bedauerte Christine Büttner, die Schulleiterin, aber so seien die Zeiten in der Ausnahmesituation leider.

Worte an die Abiturienten

Auch den Zeiten geschuldet war die Tatsache, dass sich alle Redner kurz fassen mussten. Neben den üblichen Glückwünschen und den guten Wünschen für die Zukunft konnte man doch den Worten von Christine Büttner, den beiden Oberstufenkoordinatoren, Frank Fuchs und Christopher Schuhmann und den anwesenden Ehrengästen entnehmen: Schaut das Gute an, das aus dieser schwierigen Lage gewachsen ist. Lasst euch nicht entmutigen, jede Krise birgt auch Chancen für die Zukunft. So formulierten es ebenso Berthold Rüth, Landtagsabgeordneter, Alexander Monert, stellvertretender Bürgermeister Erlenbachs und Jens-Marco Scherf, Landrat und ehemaliger HSGler, das Positive wurde unterstrichen und „wer Corona meistert, der meistert auch alles andere im Leben,“ wie es Berthold Rüth auf den Punkt brachte. Die Abiturientin Cosima Heidemann, die für die Schüler die Abschlussrede hielt, dankte besonders allen, die den aktuellen Jahrgang auf ihrem Weg durch die Schulzeit begleitet hatten.

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Verleihung der Zeugnisse

Daran anschließend verließen die Abiturientinnen und Abiturienten ihre jeweiligen Kreise und setzten sich auf die Tribüne, ihren Eltern gegenüber. Von dort bewegten sie sich dann unter den Klängen ihres selbst gewählten Lieds Richtung Tribüne und nahmen ihre Abiturzeugnisse und auch weitere besondere Ehrungen von der Schulleitung in Empfang. Es war schön zu sehen, wie die Freundinnen und Freunde, die Lehrerinnen und Lehrer und die Eltern jeden einzelnen beklatschten und sich über diese besondere Leistung in dieser besonderen Zeit freuten. Die Examinierten beschenkten ihrerseits ihre Eltern und so endete die würdige Abiturzeugnisverleihung mit den Worten der beiden Religionslehrern Christian Ruft und Karin Reichhold, die für den weiteren Lebensweg alles Erdenklich Gute wünschten.

 

"Sport und Bewegung" gechillt von der Matte aus (November 2019)

von Markus Füller

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Die Schülerinnen und Schüler am HSG nutzten auch am 16. Vorlesetag das Angebot auf den Leseinseln und in der Stadtbibliothek zum Motto "Sport und Bewegung".

15 Minuten (oder länger!) einfach sitzen oder liegen und einfach zuhören: Während das Motto "Sport und Bewegung" beim Vorlesetag eigentlich Fitness, Action und Anstrengung versprach, ging dies eigentlich nur den sportlichen Helden in den vorgestellten Romanen so. Die Schüler fläzten, als z.B. die Strapazen von leistungssportmäßigem Schwimmtraining in "Barrakuda" (Autor: Christos Tsiolkas) oder der Kräfte raubene Anstieg auf den Mont Ventoux per Rennrad ("Ventoux" von Bert Wagendorp) zum Besten gegeben wurden, auf Weichbodenmatten in der Turnhalle oder auf dem weichen Teppich in der Bibliothek. Als Vorleserinnen und Vorleser schlugen sich beachtlich eine Auswahl an Sportlehrern des HSG und ließen Traininseinheiten wie Wettkämpfe im Fußball. Basketball, Schwimmen oder Laufen anhand der Buchtexte lebendig und real werden.

Die Schülerinnen und Schülerinnen der 5. Jahrgangsstufe konnten sich dagegen beim Bilderbuchkino und dem Text zu "Armstrong - die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond" (Torben Kuhlmann) in der Stadtbibliothek Erlenbach von einer spannenden, vielleicht nicht ganz unrealistischen Geschichte begeistern lassen und erfuhren zudem Wissenswertes zu tatsächlichen Weltraum-Missionen von Menschen wie Tieren (z.B. Fruchtfliegen, Rhesusaffen und die Hündin "Leika"). Passt auch zum Motto "Bewegung" und zudem zum Jubiläum 50 Jahre Mondlandung, das dieses Jahr im Juli bereits begangen worden ist.

 

English Day am HSG (Juli 2019)

von Karin Lange

Englischseminar

Ein Schulfest der besonderen Art hatten 5 Schülerinnen des P-Seminars ″Play English″ kurz nach Notenschluss für die Schüler und Schülerinnen des Hermann-Staudinger-Gymnasiums in Erlenbach organisiert. Ziel des English Day war es, die englische beziehungsweise amerikanische Sprache und Kultur in den Mittelpunkt zu stellen. In monatelanger Planung erarbeiteten die Schülerinnen Hannah Ball, Elena Schwarzkopf, Lili Leneschmidt, Alisha Faust und Lara Paasch zunächst ein Konzept, gewannen Sponsoren und Referenten und planten die genaue Umsetzung der Idee. Am English Day selbst bauten die 5. bis 8. Klassen die im Vorfeld vorbereiteten Stationen auf, die natürlich alle thematisch auf den Tag abgestimmt waren und die ab der 2. Stunde besucht werden konnten. Neben der Vermittlung von landeskundlichem Wissen im Rahmen von Quizzen zu beispielsweise England, Australien und Schottland war auch körperlicher Einsatz gefragt. Bei den Highland Games mussten Baumstämme geworfen werden, dem australischen Nationaltier konnte man beim Sackhüpfen nacheifern und beim englischen Bobbycar-Rennen war Linksverkehr angesagt. Kreative Schüler konnten sich in der Karaoke-Bar oder bei der Erstellung von Cartoons versuchen. Für jeden Geschmack war etwas geboten und die Stempelkarten, anhand derer man den Besuch der verschiedenen Stationen nachweisen sollte, waren schnell gefüllt. Die Klassen 9 und 10 hatten die Möglichkeit, sich über Auslandsaufenthalte während oder nach der Schulzeit zu informieren. Hierfür hatten die P-Seminaristen ehemalige Schüler eingeladen, die von ihren Auslandserfahrungen berichteten, aber auch die Rotarier sowie Sprachinstitute, die über verschiedene Möglichkeiten von Sprachreisen und Austauschprogrammen informierten. Ein Höhepunkt im Rahmen der Vorträge war sicher auch der Beitrag eines gebürtigen Iren, der den Schülerinnen und Schülern die Kultur und Mentalität seiner Landsleute näherbrachte.

Für das leibliche Wohl sorgte passend zum Thema die Q11 unter anderem mit Hot Dogs, Sandwiches, Brownies, Bagels und der Candy Bar.

Krönender Abschluss des Tages war das Football Spiel, für das die Aschaffenburg Stallions eigens in voller Montur angereist waren. Trotzdem hatten sie eine Menge Spaß beim ″flag football″, der körperlosen Variante des American Football. Alle konnten auf einen gelungenen English day zurückblicken.

 

Tschick auf der Clingenburg (Juli 2019)

von David Hohm

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Tschick. So hieß die Lektüre der 8. Klassen nach den Pfingstferien: Zwei Jungs. Zwei Außenseiter. Ein geknackter Lada und los geht die Fahrt, „in die Walachei“. Eine Reise voller Umwege wartet auf die beiden Jugendlichen. Nichts hält sie auf, Maik Klingenberg ist alleine am elterlichen Pool: Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, hat es von der Förderschule irgendwie bis in die Klasse aufs Gymnasium von Maik geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Lada zur Hand, "nur geliehen". Und damit beginnt eine unvergessliche Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz mit allerlei skurrilen Personen und Begegnungen.
Und genau diese Reise unternehmen die Schüler und Schülerinnen mit den Lehrern Cora Leimeister, Dirk Simon und Oliver Reisch mit den Schauspielern auf der Clingenburg, bei der ein Lada auf der Bühne parkt, das Klassenzimmer sich verwandelt in ein Mittagsmahl in der ostdeutschen Provinz und der Schrottplatz nahe der Autobahn. „Herr Simon, das Stück war besser als der Film!“ Und genau so sollte es sein.

 

Cosmic Day am HSG (April 2019)

von Lenny Elter

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Am vergangenen Donnerstag veranstaltete die Fachschaft Physik, insbesondere durch die Organisation von Andreas Reiser, Physiklehrer, zusammen mit vier Referenten von der Universität Würzburg den Cosmic Day. Ihr Ziel war es den Klassen 9a und b kosmische Strahlung näherzubringen, indem die Schüler zum Beispiel verschiedene Experimente eigenständig durchführen durften.

Als Einstieg gab es für beide Klassen einen einstündigen und interessanten Vortrag über kosmische Strahlung generell. Hierbei wurde verständlich,aber dennoch ausführlich erläutert, wie kosmische Teilchen aufgebaut sind und wie sie sich in unserer Atmosphäre verhalten.

Anschließend ging es um 10:30 Uhr mit dem praktischen Teil des Tages weiter. Jetzt durften die Klassen jeweils zwei Experimente durchführen. Während die eine Klasse das Nebelkammerexperiment begann, durfte die andere Klasse zeitgleich mit der Szintillatorenmessung beginnen.

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Bei dem Nebelkammerexperiment sollten die Schüler zuerst eine rechteckige Holzschale, die innen mit Styropor verkleidet war, mit Trockeneis füllen. Danach eine schwarze Metallplatte darauf legen und ein Filztuch mit reinem Alkohol (Isopropanol) tränken. Dieses Tuch sollte dann mit kleinen Magneten an dem Deckel einer durchsichtigen Kunststoffbox befestigt werden. Die Box wurde anschließend mit der offenen Seite auf die mittlerweile sehr kalte schwarze Metallplatte gestellt und auf die Ränder wurde noch etwas Isopropanol gegeben, um das Ganze luftdicht abzuschließen. Nun wurde das Licht ausgeschaltet und das Experiment mit einer Taschenlampe beobachtet. Man konnte dann bei manchen einen leichten Nebel erkennen. In diesem Nebel waren dann leuchtende Fäden zu sehen und so konnte die kosmische Strahlung sichtbar gemacht werden.

Für das Experiment der Szintillatorenmessung sind die Refernten extra mit viel Gepäck angereist, denn die Schüler benötigten einen Laptop, zwei Detektoren und einen Zähler. Der Versuch lief nämlich wie folgt: Die drei Elemente des Versuchs wurden mit Kabeln verbunden und auf dem Laptop lief eine spezielle Software. Die kosmische Strahlung wurde nun von den zwei Detektoren erfasst und der Zähler zählte die einzelnen Teilchen und auf dem Computer sah man ein Diagramm. Durch diesen Versuch wurde schön verdeutlicht, dass sich kosmische Strahlung überall befindet und sich sehr viele verschiedene Teilchen durch den Raum bewegen.

 

The king is dead, long live the king! (März 2019)

von Johannes Zwick

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Wir schreiben den 14. Oktober 1066. Der Kampf um den englischen Thron ist in vollem Gange. Auf der einen Seite die tapferen britischen Krieger der Klasse 7c, auf der anderen die mutigen normannischen Invasoren der 7d. Es ist der Beginn der wohl entscheidungsträchtigsten Schlacht in der Geschichte Britanniens.

Doch so eine Schlacht organisiert sich natürlich nicht von selbst. In mühsamer Bastelarbeit erstellten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7c und 7d im Rahmen des Englischunterrichts zusammen mit ihren Geschichts- und KunstlehrerInnen Schwerter, designten sowohl Schilde, Rüstungen als auch Fahnen, um für den großen Kampf gewappnet zu sein.

Nachdem man sich auf eine Formation und einen Schlachtruf geeinigt hatte, war es dann an einem kalten Freitagmorgen soweit: Die Turnhalle wurde kurzerhand in das berühmte Schlachtfeld nahe Hastings umgewandelt, sodass das Gefecht nach einer vorher eingeübten Choreographie nachgespielt werden konnte. "Episch diese Schlacht, die die Schüler alle boten - insbesondere das Engagement bei der Vorbereitung," drückte Johannes Zwisch, Lehrer der Klassen, seine Bewunderung aus.

Die Schülerinnen und Schüler schlüpften somit in die Rolle der Kämpfer und konnten so die Schlacht und deren Folgen besonders intensiv nachempfinden. Beiden Klassen gelang es, ein tolles Re-enactment aufzuziehen.

 

Fortbildungsveranstaltung am Buß- und Bettag 2018

von David Hohm

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Der pädagogische Tag am Buß- und Bettag stand dieses Jahr unter dem Motto „HSG und Berufswelt“. Nach einer eröffnenden Fachbetreuersitzung am HSG um 7.45 traf sich das Gesamtkollegium anschließend bei der Firma Rauch in Freudenberg. Auf dem Programm stand eine zweiteilige Führung. Während eine Gruppe die Ausstellung besuchte und anschließend viele Daten und Fakten zur Firmengeschichte der alteingesessenen und sozial engagierten Firma kennenlernte, durfte der andere Teil die 850m lange Produktionshalle der Firma Rauch erkunden und verfolgte den Weg der Spanplatte bis zum fertig verpackten Schrank im LKW-Container.
Die im eigenen Werk hergestellten Spanplatten werden mithilfe riesiger, programmierbarer Maschinen in mehreren Arbeitsschritten nahezu vollautomatisch zu Schrankteilen verarbeitet. Einzig diese qualitativ hochwertigen Spanplatten bieten der Firma die Möglichkeit, Möbel mit lackierter Oberfläche in der gewünschten Qualität herzustellen.
Besonders beeindruckend sind in jeglicher Hinsicht die Arbeitsbedingungen in der Werkhalle. Zwischen all den Maschinen und Roboterarmen sind erstaunlich wenige Menschen unterwegs, die aber mit hoher Qualifikation und körperlichem Einsatz Produktion und Qualität überwachen. Auf Schienen gleiten Flurförderfahrzeuge durch die Hallen um sicherzustellen, dass die geplanten Produktionsschritte richtig durchgeführt werden können.
Die nötige digitale Infrastruktur läuft im Serverraum zusammen. Fast alle Systeme sind redundant aufgebaut. Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren und sogar der Sauerstoffgehalt im Raum ist reduziert, damit ein Feuer erst gar nicht entstehen kann. Wenn der Serverraum ausfällt, würde in der Produktionshalle keine Maschine auch nur noch ein einziges Loch bohren. Und das alles bei einer Planung, die ausschließlich nach bereits bestelltem Bedarf "just in time" produziert und deswegen keine Lagerhaltung vorsieht.
Im Anschluss an die Besichtigungen führte das Kollegium und die Schulleitung in den Räumen der Firma Rauch eine pädagogische Lehrerkonferenz durch. Nach einer Feedbackrunde zu den Arbeits- und Produktionsbedingungen wurden aktuelle Fragen des Schullalltags, des Umzugs und weitere pädagogische Fragestellungen erörtert.
An diesem Fortbildungstag wurde über den Tellerrand hinausgeschaut und die Bemühungen des HSG zur Berufs- und Studienorientierung intensiviert. Dass die Arbeitswelt 4.0 oder eben die „Digitalisierung“ längst begonnen haben, wurde auch an diesem Beispiel deutlich.

 

 

Veröffentlichung in der FAZ (Januar 2018)

Seit Februar 2017 machen 19 Schüler und Schülerinnen des Deutschkurses (Q11/12) von Dirk Simon, Deutsch- und Geschichtslehrer, des Hermann-Staudinger-Gymnasiums am Projekt "Jugend schreibt" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit. Jeden Montag findet sich im Sportteil der FAZ eine ganze Seite, die der Jugend gewidmet ist. Dies ermöglicht das Projekt „Jugend schreibt“, an der 100 Schulen mit 2000 Schülern aus Deutschland – und seit letzem Jahr auch das HSG - und dem deutschsprachigen Ausland teilnehmen. Jeder Schüler der teilnehmenden Schulen ist aufgefordert, eine Reportage oder Essay zu verfassen und sich die Chance zu wahren, in der FAZ veröffentlicht zu werden. Und am Montag, 29. Januar 2018 wie am Montag, 12. März 2018 ist es jeweils gelungen.

Marie Lieb veröffentlicht ihre Reportage über die Arbeit ihres Onkel in der FAZ: Hier geht es zum Artikel!

Robert Link veröffentlich ihre Reportage über die Schachoma von Trennfurt in der FAZ: Hier geht es zum Artikel!

Ein Auszug von Marie Lieb:

"Schöner malen für Menschen mit Behinderung

Von Marie Lieb , Hermann-Staudinger-Gymnasium Erlenbach am Main

Mit dem Skizzenbuch nach Concarneau: Ein hessisches Paar bietet in der Bretagne ungewöhnliche Malworkshops an. Hinter den Kunsturlauben steckt großer Idealismus

Das Schild mit der blauen Aufschrift „Pontage“ weist zum Ziel. Ein holpriger Weg führt zu einem Gelände, das von Büschen umrahmt ist, um die Bewohner vor neugierigen Blicken zu schützen. Drei Gebäude und eine riesige Wiese kommen zum Vorschein. Es gibt eine Feuerstelle, einen Holzpavillon und eine Bar aus Steinen. Die drei Häuser waren früher ein Bauernhof, dann wurden die Ställe zu Wohnungen umgebaut. Sie sind in der typisch bretonischen Bauart errichtet, Stein auf Stein. Manni Lieb und Gertrud Schwab heißen ihre Gäste herzlich willkommen. Mit ihrem Projekt Pontage, Französisch für „Brücken bauen“, bieten die beiden seit 19 Jahren Urlaub für Familien, Freunde, Gruppen oder Einzelreisende an. Auch Menschen mit Behinderungen zählen zu den Gästen. Sozialpädagoge Manni Lieb wollte gemeinsam mit Sonderpädagogin Gertrud Schwab einen Ort erschaffen, der für jedermann geeignet ist. Wie der Name ihres Projekts sagt, geht es darum, Barrieren aus dem Weg zu schaffen und Menschen zusammenzuführen. „Wir bieten hier Malworkshops für Menschen mit Behinderung an, gemeinsam mit einer befreundeten Künstlerin aus Darmstadt. Natürlich darf an diesen Workshops jeder teilnehmen, der Lust auf Kunst und neue Begegnungen hat und kreativ sein möchte. Eine Behinderung zu haben ist dabei keine Bedingung. Im Gegenteil – es geht uns mehr darum, verschiedene Menschen zusammenzuführen“, schwärmt Lieb." .[..]

 

Von rostenden Schiffen und voreingenommenen Pfarrern

von Markus Füller

Anna Bruhm liegt beim ersten W-Slam des HSG in der Publikumsgunst vorn

Als die Stimmzettel ausgezählt werden, wird es eng zwischen den Platzierungen – sehr nahe liegen die Leistungen der W-Slamer zusammen, die zuvor in der Stadtbibliothek Erlenbach in etwa zehn Minuten die Ergebnisse ihrer Seminararbeit präsentiert hatten. Und so eng die Entscheidung schließlich ausfiel, so breit war das Spektrum der von den zukünftigen Abiturienten locker und souverän abgelieferten Slams aus den Gebieten der Geschichte und der Chemie: Wie schützt man Schiffe vor dem Rosten? (Peter Seefried), Unter welchen Bedingungen und mit welchem Aufwand hat man vor 600 Jahren im Spessart Glas hergestellt? (Bianca Dietrich) oder Sind die Fenster, die die Architekten bei der Sanierung des HSG eingebaut haben, adäquat gewählt? (Matthias Schusser), lauteten etwa die Fragestellungen, die in den letzten beiden Jahren im W-Seminar erforscht und zusammengetragen und jetzt abseits des Studierzimmers bzw. des selbst gebauten Labors in der vollbesetzten Stadtbibliothek einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Lokalgeschichtliche Themen, wie das Leben und Wirken des Pfarrers Johannes Zöller in Wörth (Simon Schmitz), die Firmengeschichte der Bäckerei Krein/Hoffmann in Kleinwallstadt (Aaron Lebert) oder Vita und Werk des Heimatdichters Philipp Vill aus Mechenhard (Anna Bruhm) profitierten selbstredend vom Heimvorteil und so konnte der Blick auf den Dichter und Musiker aus dem Erlenbacher Stadtteil schließlich auch die meisten Stimmen für sich verbuchen.

Anna Bruhm und alle restlichen Teilnehmer konnten sich über Gutscheine des Fördervereins des Stadtbibliothek, der HSG-Bibliothek sowie der Buchhandlung lieblingsbuch und fair gehandelte Produkte vom Verein der Freunde und Ehemaligen des HSG freuen.

Test gelungen – Fortsetzung folgt: Wir freuen uns auf die zweite Auflage des W-Slams im nächsten Jahr, der wieder in enger Kooperation mit der Stadtbibliothek veranstaltet werden wird!

Die Teilnehmer des W-Slam

v.li.: Peter Seefried, Jonas Lebert, Bianca Dietrich, Simon Schmitz, Anna Bruhm, Matthias Schusser

 

 

Weihnachtstrucker am HSG (Dezember 2017)

von Karin Lange

Erlenbach. Zum wiederholten Male haben sich Schülerinnen und Schüler des Hermann-Staudinger-Gymnasiums unter der Leitung des SMV Mitgliedes Noah Bauer auch in diesem Jahr wieder an der Weihnachtstruckeraktion der Johanniter beteiligt. Die Aktion wurde bereits im Jahr 1994 ins Leben gerufen. Ziel ist es, Menschen vor allem in den ländlichen Regionen Südosteuropas, mit Grundnahrungsmitteln, Hygieneartikeln und einem kleinen Kinderspielzeug unter die Arme zu greifen. Dazu werden nach einer Packliste Pakete gepackt, die dann notleidenden und bedürftigen Kindern, Familien, alten Menschen und Menschen mit Behinderung von freiwilligen Fahren zwischen Weihnachten und Silvester persönlich übergeben werden. Die Schülerinnen und Schüler des HSG haben auch fleißig mit gepackt – teilweise alleine, teilweise in Kleingruppen oder auch im Klassenverband. Die Aktion hilft somit nicht nur Menschen in Albanien, Bosnien und Rumänien, sondern stärkt bei den Kindern hier das Gemeinschaftsgefühl, die Teamarbeit und gibt ihnen die Möglichkeit Gutes zu tun. Dass dies gerne angenommen wird, wird deutlich, da auch in diesem Jahr eine große Anzahl an Paketen von den Mitgliedern der SMV an die Johanniter übergeben werden konnten.

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„Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“

Passen Ethik und Wirtschaft in unserer Gesellschaft überhaupt zusammen – ergänzen sie sich oder stehen sie sich diametral gegenüber? Welche Rolle spielen meine eigenen Werte für die Wirtschaft der Zukunft? Soziale und ökologische Verantwortung gehen bei diesen Fragen Hand in Hand mit einer ganzheitlichen Auseinandersetzung von Wirtschaft und Werten.

Im eintägigen Schülerworkshop „Jugend und Wirtschaft im Dialog“ hat die Klasse 10d intensiv das Thema „Was kann und darf mein Handy? Smartphone – Top Seller auf dem Weltmarkt“ erforscht. So teilten sich die Schülerinnen und Schüler im interaktiven Forscherlabor in die Gruppe der Konsumenten, der Unternehmer und politisch Verantwortlicher auf, um neben der Reflexion ihrer eigenen Wertvorstellungen auch Fragen für eine anschließende Dialogrunde mit Experten zum Thema zu entwickeln. Im Blick haben sie auch eigene Handlungsempfehlungen auf der Grundlage bisheriger bestehender Strategien und Entscheidungen im Themenfeld.

Der so vorbereitete Expertendialog mit Thomas Sillmann, selbstständiger App-Entwickler und Buchautor, und Kristin Benedikt vom Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht schärfte zusätzlich das ethische Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler, sodass der Workshop neben der Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit des Einzelnen auch die Mündigkeit und das Verantwortungsbewusstsein für das zukünftige Wirtschaften stärkt.

Seit 3 Jahren finden am HSG als einer von über 20 Schülen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen die Schülerworkshops als Teil des Projekts „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“ der PwC-Stiftung in Kooperation mit dem Centrum für angewandte Politikforschung München, dem Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg und der Karl Schlecht Stiftung statt.

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Heißluftdusche kalt bestaunt

von Dirk Simon, September 2017

Bei windigem Wetter versammelten sich die beiden W-Seminarkurse (Leitfach Geschichte) auf der Bastion des Ernst-May-Hauses in Frankfurt. Die Schüler des Hermann-Staudinger-Gymnasiums hatten unter der Leitung von Markus Füller und Dirk Simon das Thema „Weimarer Republik“ für ihre Seminararbeit gewählt und wollten sich vor Ort ein Bild vom Alltag der Weimarer Republik machen. Das Ensemble um das Ernst-May-Haus sollte die Wohnungsnot der Weimarer Republik in Frankfurt beseitigen, aber nicht nur damals, „um 1400 Bewohner wächst Frankfurt aktuell pro Monat“, verriet Herr Schöneberg, der durch die Anlage führte, „und steht damit vor ähnlichen Problemen wie 1925.“ Herr Schöneberg führte aus, dass durch das Heimstättengesetz jeder Bürger der Weimarer Republik Anspruch auf ein Dach über dem Kopf hatte und dies in Frankfurt zum Bau der Römerstadt und 25 weiterer Siedlungen führte, um damit Wohnraum für 60000 Personen zu schaffen, „der dann aber auch nicht mehr reichte“, wie Herr Schöneberg seufzend feststellte. Das Leben in der Siedlung sollte Neid beseitigen und das Miteinander fördern, daher besaßen die Wohnungen eine identische Inneneinrichtung und die Wäscheleinenvorrichtungen, die über den Garten zum Nachbarn gingen. „Die haben sich damals eine Menge einfallen lassen, wie zum Beispiel auch die Gärten, die auf 200qm Nutzfläche vier Personen das ganze Jahr über ernähren konnten“, wie es Herr Schöneberg formulierte. Die Schüler erkundigten sich nach der Umweltverträglichkeit der Siedlung und staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, dass es keine Mülltonnen gab, da die Bürger der Weimarer Republik „bis auf den Kompost keinen Müll verursachten.“ Geschichte Ernst May Haus Sept17 HP

Im Musterhaus des Ernst-May-Hauses steht, weltweit einzigartig, noch eine „Frankfurter Küche“: Nur sechseinhalb Quadratmeter, also 1,87 Meter breit und 3,44 Meter lang, das waren die Mindestmaße der flurähnlichen Standardküche, die die Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky 1926 entwarf und die Funktionalität der damaligen Zeit zu einem Höhepunkt trieb. Ein Elektrooofen war die Neuheit in dieser Küche, ebenso brandheiß war die Heißluftdusche, heute bekannt unter dem Markennamen „Fön“. Auch der Linoleumboden, der aus natürlichen Rohstoffen hergestellt wurde, gehörte zur Originaleinrichtung dieser Wohnungen und vermittelte einen Eindruck vom Wohnen und Leben in dieser Zeit.

Die Schüler fuhren so mit einer großen Portion Alltagsgeschichte der Weimarer Republik im Gepäck wieder nach Hause.