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#Hermann

Erneut unter der Lupe

Staatsarchiv 1

Die Vorwürfe und Forderungen waren nicht unerheblich, als letztes Jahr wieder die Thematik der Verstrickungen unseres Namenspatrons Hermann Staudinger in den NS-Gesellschafts- und Wissenschaftsapparat, sein Mitläufertum und antisemitische Äußerungen nach 1933 aufgeworfen worden war. Selbst die in der mit Staudinger befassten Wissenschaftshistorie völlig ungeklärte und mit keinerlei positivem Quellenbeweis bislang gestützte Frage nach der in seinem Freiburger Institut für Makromolekulare Forschung womöglich vorangetriebenen Studien zu Produktion und Einsatz von Giftgas erhielten neue Nahrung – eine Umbenennung des Gymnasiums war dabei in den Raum gestellt worden!
Die Schulleitung sowie die Fachschaft Geschichte, die Staudingers ethische und politische Positionen in einen Gesamtzusammenhang gestellt wissen will, hat in den kommenden Monaten und Jahren mit verschiedenen Projekten und Maßnahmen die Aufarbeitung der scheinbar mit Brüchen durchsetzten Biografie auf die Agenda gesetzt: Schüler*innen werden die Lebensläufe verschiedener Wissenschaftler*innen im Nationalsozialismus – auch den Staudingers – in einem W-Seminar unter die Lupe nehmen, auf einem Staudinger-Forum soll mit Experten über die Sinnhaftigkeit der Umbenennung von Straßen und Institutionen mit Namensgebern fragwürdiger Verdienste diskutiert und v.a. auch die Aufarbeitung Staudinger-spezifische Quellen im und für den Unterricht (u.a. in Geschichte und den Naturwissenschaften) vorangetrieben werden.


Staatsarchiv 3Den ersten Gang zu den Aktenbeständen und an die Originalquellen unternahm die Fachschaft Geschichte dieser Tage: Im Archiv für Wissenschafts- und Technikgeschichte des Deutschen Museums München, das einen Großteil des Nachlasses von Staudinger (Manuskripte zu Publikationen, Vorträgen und Veröffentlichungen, Korrespondenz, biografische Unterlagen, etc. ) verwahrt, konnten Materialien und Quellen eingesehen, fotografiert und damit für den weiteren Gebrauch zu Aufklärungszwecken der „Causa Staudinger“ gewonnen werden. Der Aufarbeitung der Dokumente und der Beantwortung aufgeworfener Fragen sieht das HSG mit Neugier und größtem Interesse entgegen!

Fachschaft Geschichte