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Erhellende Einblicke?

„Ist der [Buddhist, der eine Meditation am 11.07.2016 leiten wird,] dann eigentlich schon erleuchtet?“, rätselten einige Schüler bei der Vorbereitung auf den inzwischen jährlich am HSG stattfindenden zweieinhalbstündigen Workshop „Einblicke in buddhistische und christliche Meditationstechniken“.

Einen Besuch dieser Veranstaltung, bieten StRin Sarah Jordan und StRin Pia Heidenreich aus Gründen der Stoffverteilung im Lehrplan für die Ethik-SchülerInnen in der 9. Klasse an und für die Religions-SchülerInnen in der 10. Jahrgangsstufe: freiwillig und auch kostenlos, aber keineswegs umsonst.

Alleine schon, um zu erfahren, wie toll es sein kann, eine buddhistische Meditationshaltung einzunehmen, selbst in der „Anfängerversion“. Auf den dafür vorgesehenen Sitzkissen wurden die Jugendlichen von dem Aschaffenburger Buddhisten Dr. Zang durch einen lichtdurchfluteten Vorstellungsraum begleitet. Impulse der Wertschätzung, Liebe und Dankbarkeit führten durch diesen Raum und ließen gestärkt in die Wirklichkeit zurückkehren. Aus Rücksicht auf religiöse, agnostische oder atheistische Ansichten wurde somit bewusst nicht auf Buddha meditiert, wobei dennoch ein nachdrücklicher Eindruck einer solchen Mediationspraxis vermittelt wurde, die letztlich zur Erleuchtung führen soll, zum Glücklichsein mit wachem Geist und zum Empfinden einer grenzenlosen Liebe. Nach Tipps und Kniffen für eine Meditation dieser Art im Alltag durften die SchülerInnen schließlich Fragen stellen, wobei sie zum Beispiel wissen wollten: „Sind Ihre Familienmitglieder auch Buddhisten?“, „Wie oft meditieren Sie am Tag?“, „Ist für Sie Buddhismus die einzig wahre Religion?“. Nach sehr informativen und freundlichen Antworten bzw. Antwortgesprächen konnten die SchülerInnen das Erlebte 30 Minuten beim Verzehr ihres Pausenbrotes Revue passieren lassen.

Schließlich wurden in Person von Martina Stamm die Grundlagen, Erscheinungsformen und Ziele christlicher Meditation erklärt und, ebenfalls aus Gründen der Rücksichtnahme, mit a-religiösen Praktiken eingeübt. Auch hier waren eine achtsame Einstellung, ein Loslassen von Alltagsgedanken und ein bewusster, ruhiger Atem wichtige Bestandteile der imaginären Reise. Jedoch fanden sich Unterschiede beispielsweise in der Meditationsform, die zum Beispiel im Gehen stattfinden kann, oder auch in der weniger zentralen Stellung dieser Übungen in der christlichen Religion. Hiernach durften die Jugendlichen auch Frau Stamm ebenso alle (kritischen) Fragen stellen, welche ja nach Bedarf kurz beantwortet („Waren Sie schon einmal in Taizé?“) oder länger diskutiert wurden („Kommt man durch solch eine Meditation in den Himmel?“). „Das hätte ich nicht gedacht“ oder „Das probiere ich mal aus“ sind Feedback-Stimmen, die uns am Ende der Veranstaltung erreichten: „Und wer weiß, vielleicht werden wird dadurch noch erleuchtet(er) ....“

StRin Pia Heidenreich