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Jugendförderpreis "Begegnung der Generationen"

von Karin Reichhold

Preisverleihung Begegnung

Preisverleihung des Rotaryclubs Obernburg: 2. Platz in der Kategorie „Jugendförderpreis“ für das HSG-Projekt „Begegnung der Generationen“

20 Einsendungen, 11 Nominierungen, davon 5 in der Kategorie „Jugendförderpreis“ – das war die Bilanz der Ausschreibung des Rotaryclubs Obernburg für 2020. Gefördert werden Projekte, die Menschen Mut machen, sie unterstützen und zur Nachahmung aufrufen – wie unser HSG-Projekt „Begegnung der Generationen“, das es seit 2001 gibt.

Im Schnitt 20-25 Schülerinnen und Schüler engagieren sich pro Schuljahr in verschiedenen Begegnungen: Sie gestalten das Seniorenkino in der Kinopassage mit, machen Besuchsdienst im Altenheim Wörth, der Caritas-Tagespflege und der Lebenshilfe, leiten Smartphonekurse, erledigen den Service beim Seniorennachmittag der Stadt Erlenbach, zeigen ihren Eltern und Großeltern ihre Schule und reflektieren über Demenz.

Der Rotaryclub Obernburg hat unser Engagement gewürdigt und mit 500 € belohnt. Mit diesem Geld soll im nächsten Schuljahr eine Tagesfahrt von Alt und Jung organisiert werden.

Ein großer Erfolg, bei dem die die Schüler*innen ehrenamtlich arbeiten und sich auf ihr Gegenüber einlassen.

 

Backen mit dem Generationenprojekt

von Vanessa Trapp und Sophie Grundmann

blaue shirts

Besuche im Landtag, Seniorenkino, Smartphone-Kurse – seit 16 Jahren unternehmen Schüler und Senioren gemeinsam aufregende und lehrreiche Ausflüge und Kurse. Hierbei profitiert sowohl die ältere als auch die jüngere Generation. Während die Senioren den Jugendlichen Werte und Erfahrungen vermitteln können, machen die Schüler sie zum Beispiel mit der neuen Technik vertraut.

Beim Seniorenkino schauen die Schüler zusammen mit Senioren einen Film in der Kino-Passage. Diese sind nicht alt und langweilig, nur weil Senioren zuschauen, im Gegenteil, es sind oftmals sehr moderne Filme. Anschließend stellen die Schüler locker ihre im Vorfeld besprochenen Diskussionsfragen, wobei alle ihre eigene Meinung beitragen können. Sehr lustig und interessant sind hierbei die Sichtweisen der Senioren.

Dreimal im Schuljahr findet Handykurs in den Computerräumen des HSG statt. Dafür bringen die Senioren ihre Geräte mit, die teilweise sogar besser sind als die eigenen, um uns Jugendlichen Fragen zu Apps, wie z. B., WhatsApp, Einstellungen, Kontakten etc. zu stellen. Jeder Interessent wird jeweils einem Schüler zugewiesen, damit sie alle Unklarheiten persönlich beseitigen können.

Die Stadt Erlenbach organisiert einmal im Jahr einen Seniorennachmittag für alle Rentner in der Frankenhalle, bei denen die Schüler als z. B. Kellner mitwirken. Bei Kaffee und Kuchen beschäftigen sich die Senioren mit Gymnastik, tanzen oder Mitsingen der Musik.

Freiwillige besuchen einmal die Woche die Schüler „ihren“ Senior in Seniorenwohnstiften, mit denen sie sich mit Spielen beschäftigen oder Erlebnisse austauschen. Hierbei entstehen häufig Freundschaften, die bis nach dem Abitur gepflegt werden.

Angedacht für die kommende Adventszeit sind gemeinsame Koch-/ Back-/ und Bastelaktionen, die in Kooperation mit der Tagespflege Ursula Weigand in Erlenbach stehen und von der Lehrkraft Karin Reichhold mitbetreut werden.

Schuljahr 2018/2019

Senioren in Schulzeit versetzt

Bericht von Karin Reichold

Das Projekt des HSGs „Begegnung der Generationen“ besucht seit Jahren Senioren in der Tagespflege in Erlenbach. Die Schüler*innen lernen dadurch den Alltag der Senioren besser kennen. Durch einen neuen Projekttag möchten wir den älteren Generationen die Möglichkeit bieten, mehr über unseren Alltag in der Schule zu erfahren, da er sich im Vergleich zur Zeit unserer Eltern und Großeltern stark verändert hat. Am Montag, den 8. Juli 2019 fand der erste Anlauf zur Umsetzung „Besuch im Bunker“ als neuen Baustein der „Begegnung der Generationen“ statt.


Senioren in Schulzeit versetzt 2019Bereits um 8 Uhr morgens starteten wir in unserer provisorischen Mensa mit einem Kennenlern- Frühstück. Bei Kaffee, Brötchen und Amerikanern wurden nach einer Vorstellungsrunde jeweils ein Teilnehmer der Eltern und Großelterngeneration einem Schüler zugeteilt, den sie 3 Unterrichtsstunden begleiten durften. Dabei erhielten sie Einblicke in den Unterricht verschiedenster Fächer und Jahrgangsstufen. Darunter waren eine Doppelstunde Deutsch mit der Q11, Kunst und Wirtschaftsinformatik in der 10., Sexualkunde in der 9. Jahrgangsstufe oder Suchtprävention bei den 8. Klässlern. Ähnlich wie die Q11 befassten wir uns in der 10. Klasse mit alter und neuer Lyrik, die wir interpretieren und analysieren sollten. Das uns zugeteilte Seniorenehepaar war von den Deutungshypothesen der Klasse positiv überrascht und stellte zudem große Unterschiede zu ihrer Schulzeit fest. Differenzen zu früher merkte auch ein Elternteil einer Schülerin, der am Sexualkundeunterricht der 9. Jahrgangsstufe teilnahm an. Demnach gingen die Schüler deutlich reifer mit dem Thema „Geschlechtsorgane der Frau“ um. So zeigten vor allem die Mädchen aber auch die Jungs ein größeres Wissen als früher und einen offeneren Umgang mit der Thematik. Die große Kompetenz der Schüler zeigte sich nicht nur in der Biologie, sondern auch in Fremdsprachen wie Französisch und Englisch. Anders als früher fand der Unterricht ausschließlich in der jeweiligen Fremdsprache statt.

Doch die Senioren merkten nicht nur positive Veränderungen an, sie betonten die mangelnde Disziplin, fehlenden Respekt gegenüber Lehrkräften und generell einen lockereren Umgang im Unterricht. Nach dem gemeinsamen Mittagessen fanden sich die Teilnehmer in 4er Gruppen zusammen, um an einer Olympiade teilzunehmen. Die abschließende Siegerehrung rundete diesen schönen Tag ab.

 

Würzburg aus verschiedenen Perspektiven

von Karin Reichold

begegnung generation

Am Anfang des Schuljahres holten die Schüler, die sich im vergangenen Schuljahr für das Projekt „Begegnung der Generationen“ engagiert hatten, ihre Abschlussfahrt unter der Leitung von Frau Reichhold und Herrn Füller nach. Diesmal ging es nach Würzburg, wo die Gruppe zwei ganz verschiedene Programmpunkte erwarteteten:

Zunächst besuchten wir die Bahnhofsmission und erfuhren von der wertvollen Arbeit der Haupt-und Ehrenamtlichen. Die Bahnhofsmission ist nicht mehr nur Anlaufpunkt von Reisenden, sondern vielmehr von Hilfesuchenden mit diversen psychischen Problemen. Hier können sie sich aufwärmen, mit jemandem reden, und werden an andere Hilfe bietenden Stellen vermittelt. Auch während unseres Aufenthaltes gab es einen regen Besuchsverkehr. So konnten wir ein ökumenisches Projekt kennenlernen, das sich um Menschen am Rand der Gesellschaft kümmert.

Der zweite Programmpunkt war der Besuch in der Wilhelm Conrad Röntgen-Gedenkstätte.

1895 entdeckte Conrad Röntgen dort die nach ihm benannten Strahlen. Besonders das Entdeckungslabor wurde von den Schülern interessiert begutachtet.

Nach diesem Input ging es schließlich bei strahlendem Sonnenschein in die Innenstadt zum Essen, Shoppen und Spazieren am Main.

 

Smartphonekurs im Schuljahr 2017/2018

Ein wichtiger Baustein im Projekt „Begegnung der Generationen“ ist die Heranführung der Senioren an die neuen Medien.
In Kooperation mit „Main-Ehrenamt“ als außerschulischer Partner erhielten elf Senioren und Seniorinnen von 10 Schülern der 8.-10. Klassen in einem ersten Kurs unter Leitung von Karin Reichold, verantwortlichen Lehrkraft, viele praktische Infos im Umgang mit dem Smartphone.
Der Ablauf des Kurses ist ganz einfach. Jeder Senior muss sein Handy bzw. Smartphone mitbringen und dann eine individuelle Beratung durch einen Schüler/in. Das Lehrer/Schüler-Verhältnis ist mit 1:1 optimal. Dies ist auch notwendig, denn die Vorkenntnisse der Senioren sind völlig unterschiedlich; einige hatten erst vor zwei Tagen ein Handy gekauft und mussten erst einmal die grundlegenden Dinge von ihren jungen "Lehrern" lernen.
Andere hatten schon Grundkenntnisse und da ging es zum Beispiel um die Erstellung einer Adressenliste, die Einrichtung eines Kalenders, die Nutzung des Internets oder die Änderung des Hintergrundbildes. Einige Senioren benutzten das Handy schon einige Zeit, aber bisher nur als Telefon. Das hat sich nun geändert.
Die Nachfrage der Senioren war so groß, dass bereits ein weiterer Kurs vereinbart wurde, um die „Warteliste abzuarbeiten“.
Hans Jürgen Fahn, Mitglied des Landtages und Initiator des Generationenprojekts, war auch anwesend und möchte auch in den nächsten Monaten das Projekt unterstützen und an den Kursen teilnehmen. Fahn: „Für mich war es heute eine tolle Erfahrung“.

Smartphonekurs HSG April18