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Romeo und Julia am HSG (Dezember 2017)

von Nikolaus Volland

„Learn English through Theatre“, also „Lerne Englisch durch Theater" - diesem Motto wurden die beiden englischen Theateraufführungen des White Horse Theatre, das letzte Woche am Hermann-Staudinger-Gymnasium in Erlenbach am Main gastierte, mehr als gerecht. So begeisterte das pädagogische Tourneetheater in den ersten beiden Unterrichtsstunden mit dem Stück „Silver Jane“ die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe. Das Stück, in einfachem Englisch, erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das bemerkt, dass Ihre Mitschüler nicht so stark sind wie sie, nicht soviel wissen wie sie .... und auch nicht fliegen können! Jane fragt sich aber auch, warum ihre Eltern sie nicht verstehen und wer ihr Nachrichten schickt, die nur sie hören kann. Bald wird aber klar, dass das Universum in Gefahr ist, und nur das junge Mädchen mit dem silbernen Haar es retten kann! Räuber, Bären, Raumschiffe und fiese Weltraumbösewichte treffen in diesem Stück auf Jane und ihre Freunde und sorgen für reichlich Spannung und Spaß.

Die Schauspieler kommunizieren dabei während des Theaterstücks direkt mit den Schülern, verlegten die Handlung zum Teil in die Publikumsreihen und belebten das Stück dadurch enorm. „So macht Unterricht Spaß“, flüstert ein Schüler in der letzten Reihe seinem Banknachbarn zu. Die gute Inszenierung machte darüber hinaus Lust auf die englische Sprache und bot neben der Unterhaltung ein Erfolgserlebnis für die Zuschauer, da es den Schülern dank der ausdrucksstarken Darbietung der Schauspieler mühelos gelang, dem Stück zu folgen.

Am gleichen Tag inszenierten die vier allesamt muttersprachlichen und professionell ausgebildeten Schauspieler für die Schülerinnen und Schüler der Q11 und Q12 Shakespeares berühmtestes Drama „Romeo and Juliet“. Das White Horse Theatre führte dabei den Shakespeare-Klassiker gekürzt auf und hielt neben einer unkonventionellen Umsetzung des Stoffes auch einen gehörigen Schuss Humor bereit. Besonders beeindruckt waren die Schüler dabei aber vor allem vom schauspielerischen Talent der Darsteller und der Fähigkeit, zum Teil in einem Stück unterschiedliche Charaktere zu verkörpern.

Im Anschluss an die jeweiligen Stücke beantworteten die Schauspieler Fragen und gaben ihre Instagram-Profile heraus.

 

            

Englisch WhiteHorse DEz17

         
                          

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Ein Hauch von Florida am HSG (Dezember 2017)

von Pia Heidenreich

„Hallo“, „Fußball“ und „Döner“ seien Wörter, die man als Besucher in Deutschland in der Landessprache kennen sollte, so die Auskunft der Klasse 6d auf die Frage des amerikanischen Gastprofessors Steve Voguit. Der Dozent des renommierten Flagler College in St. Augustine, Florida, welcher der Einladung von Pia Heidenreich, Englischlehrerin am HSG, gefolgt ist, besuchte letzte Woche mehrere Klassen und Kurse von Pia Heidenreich und Christian Endres. Dabei vermittelte er den Schülern anhand von spannenden Geschichten landeskundliche Fakten rund um Florida, zum Beispiel über das Schulsystem und die Politik der USA. Hauptsächlich aber beantwortete er alle Fragen der Schüler, die selbst in ihren Pausen noch interessiert weiterfragten. Im Zusammenhang von “What is your favourite soccer team?“ brachten sie dann beispielsweise in Erfahrung, dass die Floridianer von der deutschen Bundesliga meist nur Bayern München zu sehen bekämen. Für große Überraschung sorgte auch seine Auskunft darüber, ob er selbst Waffen besäße. Statt des „Yes“, mit dem die Teilnehmer des Englischkurses der elften Jahrgangsstufe fest gerechnet hatten, bekannte er, dass er selbst keinerlei Waffen besitze und sogar der Meinung sei, dass es in den USA viel zu viele gebe. Ein anderer Junge, der dem Professor stolz seine Englisch-Schulaufgabe zeigen wollte, erfuhr, dass in den USA ein anderes Notensystem herrscht, das nicht mit Zahlen arbeitet. Besondere Freude bereitete es den Kindern auch, dem Professor auf Englisch von ihrem Leben in Deutschland zu berichten. Somit vergingen die Stunden mit dem Gast wie im Flug, wobei die Erinnerungen und der Gewinn dessen, was wir alle voneinander lernen durften, lange anhalten wird.

Englisch Gastprofessor 6d.geaendert

 

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″Hands up, don't shoot!″ (November 2017)

von Karin Lange

Dr. Markus Hünemörder referiert vor den Schülern des JEG und des HSG über ″race relations″ in den USA

Erlenbach/Elsenfeld. Vor knapp 400 Oberstufenschülerinnen und -schüler des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach und des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld referierte Dr. Markus Hünemörder, Lehrbeauftragter am Amerika-Institut der Ludwig-Maximilian-Universität München, am 21. November 2017 über ″race relations″, also die Beziehung zwischen den Bevölkerungsgruppen in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Fast schon eine feste Institution ist der Vortrag von Herrn Hünemörder an den beiden Landkreisgymnasien geworden und so stand auch in diesem Jahr ein brandaktuelles Thema auf dem Programm: Vor dem Hintergrund der Konflikte, die als Reaktion auf die Polizeigewalt gegen Afroamerikaner nicht nur die USA in Atem halten, stellte Herr Hünemörder die Frage, ob die großen Errungenschaften der Bürgerrechtsbewegung der 60er Jahre nur Schall und Rauch waren.

″Nein!″, war die Quintessenz des unterhaltsamen und doch äußerst informativen Vortrages, der nicht nur durch den geschickten Einbau von Cartoons die Schüler 70 Minuten lang gespannt zuhören ließ. Systematisch erklärte Hünemörder die politischen und geschichtlichen Hintergründe, die dazu führen, dass die afro-amerikanische Bevölkerung trotz der Zivilrechtsbewegung von 1964 (Civil Rights Act), der Wahlrechtsreform von 1965 (Voting Rights Act) und schließlich trotz der zwei Amtszeiten eines schwarzen Präsidenten noch immer Benachteiligung erfährt. Diese Benachteiligung spiegelt sich im Bereich der Bildung wider, bei Einstellungschancen und Gehältern, im ″racial profiling″ und gipfelt leider immer wieder in Gewalt gegen Schwarze. ″The US democracy is designed to be a colorblind system″ - die amerikanische Demokratie ist als farbenblindes System gedacht – leider kann die soziale Realität mit dieser Idealvorstellung noch immer nicht Schritt halten. Von vielen Weißen werden Benachteiligungen oft gar nicht wahr genommen. Organisationen wie ″Black Lives Matter″ oder Fußballer, die beim Singen der Nationalhymne niederknien anstatt zu stehen, haben sich zum Ziel gesetzt, die Ungerechtigkeit ins Blickfeld zu rücken und gewaltfrei auf Änderung hinzuwirken. Wünschen würde man sich auch einen Präsidenten, der deutlich Position bezieht, wie das auch das Gros der amerikanischen Bevölkerung und Politiker tut, wenn es wieder zu Ausschreitungen kommt.

Nach 70 Minuten kam Herr Hünemörder zu dem Schluss, dass ″race″ immer noch die ″most troubling dividing line″ - also die Trennlinie, die die meisten Probleme bereitet - in der heutigen amerikanischen Gesellschaft sei. In der anschließenden Fragerunde zeigte er sich jedoch optimistisch und betonte erneut die Errungenschaften der Bürgerrechtsbewegung, so dass die Schüler mit einem guten Gefühl in ihren Unterricht zurückgehen konnten.

Englisch Hünemörder 2017 18