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Vortrag über Martin Luther (April 2017)

IMG 2620Andreas Venzke mit seinem Buch "Luther: Die Freiheit des Wortes und das Lauffeuer der Reformation": Anschaulich und lebhaft vermittelte er den Schülern der 8. Klassen ein Bild des Lebens und der Welt, in der Martin Luther sich bewegte. Verkleidet als Luther deklamierte er seine Rechtfertigung vor den Würdenträgern der katholischen Kirche.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dahinter steckt immer ein kluger Kopf (ab Februar 2017)

von David Hohm

FAZ Jugendschreibt Q11 SimonDa sitzen sie und lesen. Der eine den Kopf auf die Hand gestützt, der andere konzentriert am Blatt, der dritte streicht das Papier glatt, die Köpfe rauchen und man tut sich um in der Welt: Seit Februar beziehen die 21 Schüler und Schülerinnen der Q11 des Kurses von Dirk Simon, Deutsch- und Geschichtslehrer, des Hermann-Staudinger-Gymnasiums die Frankfurter Allgemeine Zeitung, um selbst einmal aktiv zu werden. Denn jeden Montag findet sich im Sportteil eine ganze Seite, die der Jugend gewidmet ist. Dies ermöglicht das Projekt „Jugend schreibt“, an der 100 Schulen mit 2000 Schülern aus Deutschland – und dieses Jahr auch dem HSG - und dem deutschsprachigen Ausland teilnehmen. Jeder Schüler der teilnehmenden Schulen ist aufgefordert, eine Reportage oder Essay zu verfassen und sich die Chance zu wahren, in der FAZ veröffentlicht zu werden. „Jeder von uns hat die FAZ nun ein Jahr als Epaper auf dem Handy, so kann man sie überall lesen“, freut sich Vinzenz Rüth, Schüler des Kurses. „Die ein oder andere Idee habe ich mir schon aufgeschrieben“, berichtet Marie Lieb, Schülerin, über ihr Vorgehen.

„Den Tipp dazu bekam ich von unserem letztjährigen Konrektor, Henrik Barz“, bemerkte Dirk Simon, der Initiator des Projekts an der Schule, „in einem Seminar in der Redaktion der FAZ bekamen wir Lehrkräfte das nötige Know-How, den Schülern die Techniken des journalistischen Schreibens beizubringen.“

Aber zu Beginn steht im Unterricht an erster Stelle das Kennenlernen und Auseinandersetzen der Zeitung: Der eine hängt im Panorama-Teil fest, der nächste studierte die Aktienkurse, der dritte will jetzt doch wissen, wie die Eintracht ihren Negativlauf stoppt und die vierte hat sich einen Artikel im Feuilleton gekrallt, „jeder ist ein anderer Leser und besitzt einen anderen Zugang – so werden später auch die Themen völlig unterschiedlich ausfallen, die sich die Schüler aussuchen,“ ist sich Dirk Simon sicher.

Nach Ideen geschaut wird bis zu den Osterferien: „Wir gehen auf die Suche nach ausgefallenen Hobbys, interessanten Berufen oder seltenen Begabungen,“ erzählt Paul Reichold, Schüler. Interviews und Treffen mit den zu porträtierenden Personen finden dann bis Pfingsten statt und ein erster Entwurf entsteht, der bis zum Abschluss noch einige Male redigiert wird. Soweit die Planung des Seminars, „ob wir es dann zu einer Veröffentlichung in der FAZ mit Namen des Schüler schaffen, das hoffe ich sehr, da die Schüler bisher mit Eifer dabei sind.“ freut sich Dirk Simon auf die kommende Zeit.

 

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Von betrunkenen Hasen und der gottlosen deutschen Philosophie ... (Oktober 2016)

von Anette Wohlmann

Aula2... erzählten und sangen Detlev Rose und Christian Georgi am 28.10.2016 den Schülern des HSG. Die Herren sind Sänger, Gitarrist, Pianist, Flötist, Saxophonist, Schauspieler, Rezitator, Komponist, Tonmeister, Bühnenbildner, Lichtdesigner, Entertainer und v.a. auch Pädagogen in Personalunion.

Die 7. und 8. Jahrgangsstufe kam zunächst in den Genuss genial vertonter und pädagogisch trickreich präsentierter Balladen. Der Bogen spannte sich hier von deutschen Klassikern wie Goethes König von Thule oder dem Zauberlehrling, die die Schüler aus dem Unterricht kennen, bis hin zur russischen Ballade vom Hasen im Rausch von Sergei Michalkow , die ganz besonders zum Amüsement des jungen Publikums beitrug: Der betrunkene Hase bildet sich in seinem Rausch ein, es mit einem Löwen aufnehmen zu können. Der – repräsentiert vom vortragenden D. Rose – ermittelt die Schnapsdrossel in den Reihen der Zuschauer und packt sie sprichwörtlich am Schlafittchen. Das Opfer wird ausgiebig beschimpft und beschnuppert: „Du scheinst mir nach Alkohol zu stinken!“, stellt der abstinente König der Tiere empört fest. Den Hasen ernüchtert das schlagartig und er antwortet schlagfertig, er habe nur auf das Wohl des Löwen angestoßen, worauf ihn dieser laufen lässt.

Mit allen Finessen halten die Künstler ihr Publikum bei der Stange: Bei ihnen haben Balladen plötzlich mit den aktuellsten Fußballereignissen zu tun, manche Stücke sind nur den echten Männern im Saal gewidmet, bei den Sprachspielereien, in deren Verlauf sich „Eifersucht“ auf „entfucht“ reimen darf, sind dann wieder alle dabei und als am Ende die Rolling Stones noch mit der sächsischen Variante von „Angie“ nach dem Motto „Ai Schi is vill besser noch als kei Schi“ auftaucht, verlangen die gebannten Zuhörer lautstark nach Zugaben.

Direkt anschließend werden die Absolventen der Q-Phase mit Heine vom Feinsten versorgt: Die beiden Künstler zeigten auch hier ihr ganzes pädagogisches und musikalisches Können. Wann hört man Heine-Texte so brilliant musikalisch untermalt und auch mit einer derartigen Sprechkultur vorgetragen? Auch in diesem Programm gelingt es den Herren aus Berlin mühelos, von den bissig-witzigen Heine-Texten immer wieder Brücken in die Gegenwart zu schlagen, etwa zur Kandidatur Donald Trumps. Ganz neben bei fließt viel Historisches und Biografisches ein. Zu deutlichen Publikumsreaktionen kommt es, wenn ein Text aus dem Jahr 1854 rezitiert wird, die „Erinnerung aus Krähwinkels Schreckenstagen“ nämlich, deren Aktualität die Schüler unmittelbar bewegt.

Beruhigend zu erleben, dass unsere jungen Leute sich nicht in die spießigen Niederungen dieses Krähwinkels begeben wollen. Die von Heine konstatierte Gottlosigkeit der deutschen Philosophie dagegen scheint sie doch erwischt zu haben: Es dauert eine ganze Weile, bis sich im Publikum die Antwort auf die Frage findet, wann denn der Vatertag gefeiert wird. Nein, es ist nicht der Valentinstag. Die Tochter eines Religionskollegen rettet schließlich die Situation. Welche Erfindung Benjamin Franklin gemacht hat, das wissen unsere Schüler dagegen blitzartig schnell. Wer wissen möchte, was das alles mit Heine zu tun hat, muss Rose und Georgi einfach selbst einmal erleben.

Man wird mit ihrer Hilfe mühelos erkennen, dass die in vielen weiteren Texten zum Ausdruck kommende Kritik Heines am deutschen Gemüt und an vielen typisch deutschen Haltungen so veraltet nicht ist. Unseren Schülern jedenfalls begegnete Heine, dem es z.B. an „Schwärmerei und Wunder“ fehlt, hier als ganz erstaunlich moderner Dichter. Glücklicherweise trifft seine Beschreibung aus „Deutschland. Ein Wintermärchen“ nicht mehr flächendeckend zu, in der von Prügel die Rede ist. Statt zu prügeln wurden heute am HSG völlig unpedantisch und gar nicht geschniegelt ganz andere pädagogische Saiten aufgezogen, die wir gern noch öfter bei uns hören würden!

 

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Vorlesetag: Leseinseln am HSG (November 2015)

von Dirk Simon

„The night was rank with the smell of man. The warg stopped beneath a tree and sniffed, his grey brown fur dappled by shadow. A sigh of piney wind brought the man scent to him, over fainter smells that spoke of fox and hare, seal and stag, even wolf. Those were man smells too, the warg knew; the stink of old skins, dead and sour, near drowned beneath the stronger scents of smoke and blood and rot,“ so vernehmen die Schüler des Hermann-Staudinger-Gymnasiums die Stimme von Dr. Carsten Isselhorst, einem der Vorleser des 20. Novembers. Der Physiklehrer des Gymnasiums führt mit diesen ersten Zeilen auf englisch in die mystische Saga des Liedes von Feuer und Eis von Georg R.R. Martin aus dem fünften Band ein und erweckt die sieben Königreiche und die Familie von Winterfell und den Lennisters zu Leben, die mit ihren Ränke und Machtspielen um die Herrschaft in dieser Welt kämpfen und dabei den Drachenatem von Süden und den Riesenansturm von Norden fürchten.Vorlesetag Nov2015 issel

In beiden Pausen des Schultages wird auf jeder Etage des HSG an einer Leseinsel von Lehrern des natur-wissenschaftlichen Bereiches aus verschiedenen Büchern vorgetragen, um die Leselust bei den Schülern zu wecken und zu vertiefen. Und das Angebot wird angenommen, so lauschen ca. 40 Schüler den Worten von Carsten Isselhorst.

Wie jedes Jahr am 20. November werden bundesweit in vielen Einrichtungen, öffentlichen und privaten Plätzen, sei es in Straßenbahnen, auf Marktplätzen, in Cafés, im Rathaus, in Bussen, in Kinos, in Kneipen und natürlich in vielen Schulen landauf und landab Texte und Bücher präsentiert. Ehrenamtliche, Freiwillige, Lesefreunde, aber auch Prominente und Politiker tun etwas, das immer weiter rückläufig ist: Vorlesen!

Am HSG präsentieren die Lehrer und Lehrerinnen Jugendbücher wie Palacios „Wunder“, das von Andreas Wilke, Mathe- und Physiklehrer, vorgestellt wurde oder „Der Zauberberg“ von Thomas Mann, ein Schwerkaliber des deutschen Literaturnobelpreisträgers. Den notwendigen leicht-launigen Widerpart dazu lieferte Dr. Volker Kramb, Lehrer für Biologie und Chemie, mit Loriots „Die Steinlaus“. „Die Betonung liegt dieses Jahr auf dem naturwissenschaftlichen Bereich, den unsere Schule als zertifizierte MINT-EC-Schule bestens vertritt“, führt Markus Füller, Organisator des Vorlesetages am HSG, die Thematik des Vorlesens aus.