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Theaterbesuch der Q11Deutsch Theater Dez17

Die Deutschkurse der Q11 des Hermann-Staudinger-Gymnasiums besuchten das Stadttheater Aschaffenburg.

Der Abend begann mit einer Einführung in die mythologische Vorgeschichte des Stücks: Ödipus Fluch und die Ehe, die er unwissentlich mit seiner Mutter einging, aus welcher Antigone und ihre drei Geschwister hervorgingen.

Das von dem französischen Dramatiker, Anouilh, verfasste Stück wurde modern inszeniert, sodass die Schüler dem Gesprochenen gut folgen konnten und sich von der in der Regel fast immer durch vier Schauspieler gleichzeitig verkörperten Hauptpersonen - Kreon und Antigone – fesseln ließen.

Die Aktualität des Stückes, das die Fragen aufwarf, ob man Widerstand gegen einen tyrannischen Herrscher leisten sollte und für welche Werte man einsteht, beschäftigte die Schüler und Schülerinnen auf dem Heimweg noch.

Ringvorlesung

Die Oberstufenkurse Deutsch der Q11 und der Q12 bekommen im Turnus von drei Monaten eine Vorlesung zu einer deutschen Epoche gehalten.

Dazu wird jeweils ein Dozent oder Lehrer eingeladen, der zu diesem ihm speziellen Thema referiert. "Romantik" beispielsweise, ein Thema, das zu Beginn der Q11 eine Rolle spielt, wird freundlicherweise von Henrik Barz, Schuldirektor des Kronberg-Gymnasiums und ehemaliger Kollege des HSG, vorgestellt.

Letzten Freitag trug Herr Reichert, ein Kenner der Materie, einen 60minütigen Vortrag zum "Expressionismus" vor, der Gedichte von Georg Heym und Georg Trakl beinhaltete, aber weit darüber hinaus den Epochenbegriff von verschiedenen Perspektiven beleuchtete.

Vorlesung Expressionismus.geaendert

Exkursion ins Bezirkskrankenhaus Lohr

An einem regnerischen Mittag fuhr das P- Seminar Suchtprävention des Hermann-Staudinger-Gymnasiums unter der Leitung von Frau Leimeister und Herrn Iberle in das Bezirkskrankenhaus in Lohr am Main.

Dort angekommen wurden sie von Stefan Koschmieder, dem Psychologen der die Station Suchtprävention im Haus 21 leitet, empfangen. In einem Konferenzraum erklärte der Psychologe, dass es hier in der Suchtklinik ein zweistufiges System gibt. Die erste Stufe ist die akute Stufe, in welcher der Körper des Patienten entgiftet wird. Die zweite Stufe stellt die Entwöhnung dar. Er erklärte den Schülern, dass eine Suchtkrankheit unheilbar ist und man nie wieder von ihr loskommt. Somit sensibilisierte er die Schüler und warnte zudem, dass alle Genussmittel mit Vorsicht zu genießen sind. Es gibt nur trockene Alkoholiker und cleane Drogenabhängige, aber niemand kann vollständig von seiner Sucht geheilt werden. Er hob das Suchtpotential von legalen Suchtmitteln wie Alkohol oder Nikotin hervor. Besonders erschreckt waren die Schüler über das Abhängigkeitspotential von Nikotin, welches schon nach nur 14 Tagen abhängig macht. Er beschrieb ausführlich, welche positiven Gefühle sich nach dem Konsum bemerkbar machen. Eine Wiederholung dieser Zustände ist oft nur durch eine höhere Dosis machbar, wodurch viele Abhängige in einen Teufelskreis geraten. Daraufhin erläuterte er den interessierten Schülern die Auswirkungen verschiedener Suchtmittel auf das menschliche Gehirn. Entgegen der landläufigen Meinung tötet zum Beispiel Alkohol keine Gehirnzellen ab, sondern beeinflusst die Verbindungen zwischen den Hirnzellen und somit die Struktur des Gehirns.

Nach dieser Einführung kamen zwei Patienten der Suchtklinik, die über ihre Alkoholabhängigkeit informierten.

Der Erste berichtete über ein schweres Leben, welches von zahlreichen, traumatischen Erlebnissen geprägt war. Als Kind wuchs er in einem Heim auf, später verlor er zahlreiche Menschen, die ihm nahestanden. Dies stürzte ihn in den Alkohol und führte dazu, dass er permanent Schnaps trank, um seinen Alkoholspiegel aufrecht zu erhalten. Kurz vor der völligen Verwahrlosung stehend, ließ er sich in die Klinik einliefern und schlug er den beschwerlichen in die Trockenheit ein. Abschließend riet er den Schülern, über Probleme zu reden und sich stets über die Konsequenzen der eigenen Handlungen im Klaren zu sein.

Der zweite Patient berichtete über exzessives Trinken, zum Beispiel bei Weihnachtsveranstaltungen, was ihn schlussendlich in die Abhängigkeit führte. Nach erfolgreicher Entgiftung fing er aber nach einigen Jahren an wieder zu trinken und verlor völlig die Kontrolle über sein Leben, welches von nun an vom Alkohol bestimmt war..

Nach diesen beeindruckenden Schilderungen meldete sich ein weiterer Gast zu Wort, der bereits früher Patient in der Suchtklinik war und aufgrund von Rauschgiftdelikten schon zehn Jahre im Gefängnis saß. Er berichtete über seine Drogenabhängigkeit und den Teufelskreis, in den er geraten war. Jedoch gelang es ihm mit großer Mühe, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Dieses Beispiel hielt uns vor Augen, dass es sich auch in einer noch so aussichtslosen Situation stets lohnt, an einen Ausweg zu glauben und diesen auch aufzusuchen.

Als letzte Rednerin war Sally Müller an der Reihe, die letztes Jahr am HSG ihr Abitur ablegte, welche sich in einem freiwilligen soziales Jahr in Lohr auf das Psychologiestudium vorbereitet. Sie beschrieb die Herausforderungen der täglichen Arbeit mit den Patienten, betonte jedoch immer wieder, dass ihr die Patienten sehr viel zurückgeben.

Exkursion Suchtprävention

″Hands up, don't shoot!″

von Karin Lange

Dr. Markus Hünemörder referiert vor den Schülern des JEG und des HSG über ″race relations″ in den USA

Erlenbach/Elsenfeld. Vor knapp 400 Oberstufenschülerinnen und -schüler des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach und des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld referierte Dr. Markus Hünemörder, Lehrbeauftragter am Amerika-Institut der Ludwig-Maximilian-Universität München, am 21. November 2017 über ″race relations″, also die Beziehung zwischen den Bevölkerungsgruppen in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Fast schon eine feste Institution ist der Vortrag von Herrn Hünemörder an den beiden Landkreisgymnasien geworden und so stand auch in diesem Jahr ein brandaktuelles Thema auf dem Programm: Vor dem Hintergrund der Konflikte, die als Reaktion auf die Polizeigewalt gegen Afroamerikaner nicht nur die USA in Atem halten, stellte Herr Hünemörder die Frage, ob die großen Errungenschaften der Bürgerrechtsbewegung der 60er Jahre nur Schall und Rauch waren.

″Nein!″, war die Quintessenz des unterhaltsamen und doch äußerst informativen Vortrages, der nicht nur durch den geschickten Einbau von Cartoons die Schüler 70 Minuten lang gespannt zuhören ließ. Systematisch erklärte Hünemörder die politischen und geschichtlichen Hintergründe, die dazu führen, dass die afro-amerikanische Bevölkerung trotz der Zivilrechtsbewegung von 1964 (Civil Rights Act), der Wahlrechtsreform von 1965 (Voting Rights Act) und schließlich trotz der zwei Amtszeiten eines schwarzen Präsidenten noch immer Benachteiligung erfährt. Diese Benachteiligung spiegelt sich im Bereich der Bildung wider, bei Einstellungschancen und Gehältern, im ″racial profiling″ und gipfelt leider immer wieder in Gewalt gegen Schwarze. ″The US democracy is designed to be a colorblind system″ - die amerikanische Demokratie ist als farbenblindes System gedacht – leider kann die soziale Realität mit dieser Idealvorstellung noch immer nicht Schritt halten. Von vielen Weißen werden Benachteiligungen oft gar nicht wahr genommen. Organisationen wie ″Black Lives Matter″ oder Fußballer, die beim Singen der Nationalhymne niederknien anstatt zu stehen, haben sich zum Ziel gesetzt, die Ungerechtigkeit ins Blickfeld zu rücken und gewaltfrei auf Änderung hinzuwirken. Wünschen würde man sich auch einen Präsidenten, der deutlich Position bezieht, wie das auch das Gros der amerikanischen Bevölkerung und Politiker tut, wenn es wieder zu Ausschreitungen kommt.

Nach 70 Minuten kam Herr Hünemörder zu dem Schluss, dass ″race″ immer noch die ″most troubling dividing line″ - also die Trennlinie, die die meisten Probleme bereitet - in der heutigen amerikanischen Gesellschaft sei. In der anschließenden Fragerunde zeigte er sich jedoch optimistisch und betonte erneut die Errungenschaften der Bürgerrechtsbewegung, so dass die Schüler mit einem guten Gefühl in ihren Unterricht zurückgehen konnten.

Englisch Hünemörder 2017 18

Vampire, Hexen, Zwerge...

Vom 28.11.2017 bis 1. 12.2017 ging das diesjährige Musical "Chaos im Märchenland" des Unterstufentheaters mit Begleitung der Chöre und der BigBand des HSG über die Bühne.

Hier die Kritik des Main-Echo: LINK

 

Die Aula des HSG wird in ein Märchenland verwandelt, indem ein um das Feuer tanzender Wicht alles auf dem Kopf stellt – Wie heißt er noch gleich? Zwei mutige Schüler stürzen sich ins Abenteuer und versuchen mit Hilfe einer guten Fee alles wieder in Ordnung zu bringen. Dabei treffen sie unter anderem auf Vampire, Hexen, Zwerge und andere spannende, teils gefährliche Kreaturen. Ob es ihnen gelingt, den namenlosen Typ mit der Lederjacke zu überlisten?

Aufregend an dem diesjährigen Musical ist zum einen, dass es von der Bigband des HSG und einem großen Chor aus Fünftklässlern musikalisch untermalt wird. Zum anderen wurden die Schauspieler von dem P-Seminar „Inszinierung eines Musicals“, geleitet von Martin Lange, unterstützt. Die 21 Fünft- und Sechstklässler probten mit den 19 Teilnehmern aus der Q12 das Stück ein, was für diese eine spannende Erfahrung darstellt.

Denn Chaos im Märchenland ist nicht nur irgendein Stück. Im Jahr 2011 wurde es bereits mit den damaligen Unterstüflern aufgeführt, die heute genau die Personen sind, die es mit den Unterstufenschülern der Theater AG einüben dürfen. Deshalb schaut man in strahlende Gesichter, als die Wiederauflage bekannt gegeben wurde, denn jeder verbindet eigene, persönliche Erinnerungen und Erfahrungen mit dem Stück. Umso größer ist die Freude auf die Aufführung und die Spannung, wie die überarbeitete Version des Stücks letztendlich ablaufen wird.

Auf die Premiere des Stücks am 28.11.2017, 19 Uhr, folgen weitere Aufführungen am 30.11.2017 und am 01.12.2017.

ChaosimMärchenlandPlakat.geaendert