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 Weihnachtstrucker am HSG (Dezember 2017)

von Karin Lange

Erlenbach. Zum wiederholten Male haben sich Schülerinnen und Schüler des Hermann-Staudinger-Gymnasiums unter der Leitung des SMV Mitgliedes Noah Bauer auch in diesem Jahr wieder an der Weihnachtstruckeraktion der Johanniter beteiligt. Die Aktion wurde bereits im Jahr 1994 ins Leben gerufen. Ziel ist es, Menschen vor allem in den ländlichen Regionen Südosteuropas, mit Grundnahrungsmitteln, Hygieneartikeln und einem kleinen Kinderspielzeug unter die Arme zu greifen. Dazu werden nach einer Packliste Pakete gepackt, die dann notleidenden und bedürftigen Kindern, Familien, alten Menschen und Menschen mit Behinderung von freiwilligen Fahren zwischen Weihnachten und Silvester persönlich übergeben werden. Die Schülerinnen und Schüler des HSG haben auch fleißig mit gepackt – teilweise alleine, teilweise in Kleingruppen oder auch im Klassenverband. Die Aktion hilft somit nicht nur Menschen in Albanien, Bosnien und Rumänien, sondern stärkt bei den Kindern hier das Gemeinschaftsgefühl, die Teamarbeit und gibt ihnen die Möglichkeit Gutes zu tun. Dass dies gerne angenommen wird, wird deutlich, da auch in diesem Jahr eine große Anzahl an Paketen von den Mitgliedern der SMV an die Johanniter übergeben werden konnten.

SMV Weihnachtstrucker Dez17.geaendert

 

„Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“

Passen Ethik und Wirtschaft in unserer Gesellschaft überhaupt zusammen – ergänzen sie sich oder stehen sie sich diametral gegenüber? Welche Rolle spielen meine eigenen Werte für die Wirtschaft der Zukunft? Soziale und ökologische Verantwortung gehen bei diesen Fragen Hand in Hand mit einer ganzheitlichen Auseinandersetzung von Wirtschaft und Werten.

Im eintägigen Schülerworkshop „Jugend und Wirtschaft im Dialog“ hat die Klasse 10d intensiv das Thema „Was kann und darf mein Handy? Smartphone – Top Seller auf dem Weltmarkt“ erforscht. So teilten sich die Schülerinnen und Schüler im interaktiven Forscherlabor in die Gruppe der Konsumenten, der Unternehmer und politisch Verantwortlicher auf, um neben der Reflexion ihrer eigenen Wertvorstellungen auch Fragen für eine anschließende Dialogrunde mit Experten zum Thema zu entwickeln. Im Blick haben sie auch eigene Handlungsempfehlungen auf der Grundlage bisheriger bestehender Strategien und Entscheidungen im Themenfeld.

Der so vorbereitete Expertendialog mit Thomas Sillmann, selbstständiger App-Entwickler und Buchautor, und Kristin Benedikt vom Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht schärfte zusätzlich das ethische Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler, sodass der Workshop neben der Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit des Einzelnen auch die Mündigkeit und das Verantwortungsbewusstsein für das zukünftige Wirtschaften stärkt.

Seit 3 Jahren finden am HSG als einer von über 20 Schülen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen die Schülerworkshops als Teil des Projekts „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“ der PwC-Stiftung in Kooperation mit dem Centrum für angewandte Politikforschung München, dem Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg und der Karl Schlecht Stiftung statt.

Wirtschaftsforscher Nov17.geaendert

 

Heißluftdusche kalt bestaunt

von Dirk Simon, September 2017

Bei windigem Wetter versammelten sich die beiden W-Seminarkurse (Leitfach Geschichte) auf der Bastion des Ernst-May-Hauses in Frankfurt. Die Schüler des Hermann-Staudinger-Gymnasiums hatten unter der Leitung von Markus Füller und Dirk Simon das Thema „Weimarer Republik“ für ihre Seminararbeit gewählt und wollten sich vor Ort ein Bild vom Alltag der Weimarer Republik machen. Das Ensemble um das Ernst-May-Haus sollte die Wohnungsnot der Weimarer Republik in Frankfurt beseitigen, aber nicht nur damals, „um 1400 Bewohner wächst Frankfurt aktuell pro Monat“, verriet Herr Schöneberg, der durch die Anlage führte, „und steht damit vor ähnlichen Problemen wie 1925.“ Herr Schöneberg führte aus, dass durch das Heimstättengesetz jeder Bürger der Weimarer Republik Anspruch auf ein Dach über dem Kopf hatte und dies in Frankfurt zum Bau der Römerstadt und 25 weiterer Siedlungen führte, um damit Wohnraum für 60000 Personen zu schaffen, „der dann aber auch nicht mehr reichte“, wie Herr Schöneberg seufzend feststellte. Das Leben in der Siedlung sollte Neid beseitigen und das Miteinander fördern, daher besaßen die Wohnungen eine identische Inneneinrichtung und die Wäscheleinenvorrichtungen, die über den Garten zum Nachbarn gingen. „Die haben sich damals eine Menge einfallen lassen, wie zum Beispiel auch die Gärten, die auf 200qm Nutzfläche vier Personen das ganze Jahr über ernähren konnten“, wie es Herr Schöneberg formulierte. Die Schüler erkundigten sich nach der Umweltverträglichkeit der Siedlung und staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, dass es keine Mülltonnen gab, da die Bürger der Weimarer Republik „bis auf den Kompost keinen Müll verursachten.“ Geschichte Ernst May Haus Sept17 HP

Im Musterhaus des Ernst-May-Hauses steht, weltweit einzigartig, noch eine „Frankfurter Küche“: Nur sechseinhalb Quadratmeter, also 1,87 Meter breit und 3,44 Meter lang, das waren die Mindestmaße der flurähnlichen Standardküche, die die Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky 1926 entwarf und die Funktionalität der damaligen Zeit zu einem Höhepunkt trieb. Ein Elektrooofen war die Neuheit in dieser Küche, ebenso brandheiß war die Heißluftdusche, heute bekannt unter dem Markennamen „Fön“. Auch der Linoleumboden, der aus natürlichen Rohstoffen hergestellt wurde, gehörte zur Originaleinrichtung dieser Wohnungen und vermittelte einen Eindruck vom Wohnen und Leben in dieser Zeit.

Die Schüler fuhren so mit einer großen Portion Alltagsgeschichte der Weimarer Republik im Gepäck wieder nach Hause.