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BdG LogoErinnerungen sind nicht langweilig, sie können ungeheuer spannend sein. Das Projekt wurde im Oktober 2001 mit der Beteiligung von 8 Schülern auf Initiative des BRK-Pflegeheims Erlenbach (jetzt: Seniorenwohnstift Erlenbach) ins Leben gerufen und soll auf unbegrenzte Zeit weiterlaufen. Zu Beginn des Jahres 2004 wurde das Projekt umfangreich erweitert, da das Interesse der Schüler erheblich angestiegen war. Inzwischen sind rund 90 Schülerinnen und Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe aktiv an diesem Projekt beteiligt – und in jedem Schuljahr können neue Teilnehmer motiviert werden. Die Aktivitäten betreffen mittlerweile bis zu 16 unterschiedliche Bausteine, die nach Bedarf erweitert werden.

Unter Mithilfe des Seniorenbüros Horizont in Erlenbach (mittlerweile „Mainehrenamt" in der Caritas Sozialstation) konnten noch weitere Partner gefunden werden, und zwar die Caritas Sozialstation in Erlenbach und die Seniorenresidenz in Wörth. Inzwischen ist also im nördlichen Landkreis Miltenberg ein großes Netzwerk einer Kooperation zwischen Schülern und alten pflegebedürftigen Menschen, aber auch rüstigen unternehmungslustigen Senioren entstanden, das mit neuen Aktivitäten, die allen Beteiligten viel Spaß bereiten, die Kluft zwischen Jung und Alt vergessen lässt.

In Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Seniorenarbeit im Landkreis und einem einheimischen Verlag (News Verlag) erscheint seit Mai 2005 die landkreisweite Seniorenzeitung „Mittendrin" (Auflage: 55000), bei der in nahezu jeder Ausgabe Beiträge von Schülern des HSG veröffentlicht wurden. So beschäftigten sich die Schüler etwa mit der Fragestellung: „Wie stelle ich mir das Alter mit 70 oder 80 Jahren vor? Worauf freue ich mich – wovor habe ich Angst?". Die dabei produzierten Schülertexte wurden in der Seniorenzeitung veröffentlicht.

Eine weitere Gruppe von Schülern führte im Juni und Juli 2004 einen Internet-Schnupperkurs für Senioren durch, um damit den Senioren bzw. den Bewohnern der Pflegeheime zumindest einen kleinen Einstieg in die weite Welt des „Worldwideweb" zu geben. Seit April 2005 bis Februar 2010 konnten bereits rund 200 Senioren des Landkreises einen „Webführerschein" erwerben und systematische Grundlagen zum Internet erhalten. Und auch ein Handykurs für Senioren wird regelmäßig in jedem laufenden Schuljahr angeboten.

Seit Dezember 2004 finden im Seniorenwohnstift Erlenbach monatlich Gymnastikkurse von Schülern mit Senioren statt.

Im Jahre 2007 wurde das Projekt wiederum erweitert: Mit dem „geplanten" Improvisationstheater „Jung und Alt" wurde ein neuer Weg beschritten, denn hier begegnen sich Schülerinnen und Senioren auf einer Ebene. Regelmäßige Auftritte beim Erlenbacher Seniorennachmittag binden das Projekt in die politische Arbeit der Stadt Erlenbach ein. 2007 war eine Modenschau mit Seniorinnen und Schülerinnen ein Highlight. Beim Servieren von Kaffee und Kuchen helfen die Schüler mit. Naturerfahrungen für Jung und Alt wurden durch gemeinsame Exkursionen in den Wald gemacht. Einen weiteren Baustein stellte bis zum Jahr 2010 die groß angelegte Fahrtenreihe „Jung und Alt erkunden die Heimat" dar. Mit finanzieller und organisatorischer Unterstützung des Landratsamtes und der VR-Bank Miltenberg konnten Senioren aus allen 32 Gemeinden des Landkreises ein Ausflugsziel ihrer Wahl ansteuern und wurden dabei von HSG-Schülern begleitet.

Das Projekt wurde bereits mehrfach öffentlich ausgezeichnet; seit Januar 2006 kann das Projekt auch offiziell als Baustein des Unterrichts im Rahmen des Modus21-Programms des Kultusministeriums eingesetzt werden. Eine wissenschaftliche Begleitung der Universität Eichstätt bestätigte im März 2007: Schüler des Projekts „Begegnung der Generationen" sind im Vergleich zu anderen Jugendlichen „überdurchschnittlich engagiert". Auch jetzt ist dies zum Beispiel an der Teilnahme des Projekts an der „72-Stunden-Aktion", einem Sozialprojekt des BDKJ, ersichtlich.

Das Generationen-Projekt hat sich zu einem Win-Win-Projekt entwickelt; die anfangs zum Teil bestehenden Vorbehalte von Schülern und den pflegebedürftigen alten Menschen wurden inzwischen gänzlich abgebaut.Im Schuljahr 2008/09 mussten sich die Schüler von ihrem langjährigen Projektbetreuer und -begründer Dr. Hans Jürgen Fahn trennen. Sein beruflicher Weg führte ihn als Landtagsabgeordneter nach München. In seine Fußstapfen trat unverzüglich seine Kollegin Svenja Bauer, die bis 2011 das Projekt leitete. Dass sich die Projektarbeit in stetigem Wandel befindet und dabei die konsequente Öffnung der Schule nach außen verfolgt wird, zeigt auch die gelungene Ausweitung im Jahre 2008. Seitdem bereichert das Generationen-Projekt als Kooperationspartner der nachbarschaftlichen Initiative „Mainehrenamt" das ehrenamtliche Engagement in Erlenbach. Seit dem Schuljahr 2011/12 ist Martina Ruft Ansprechperson für Schüler des Generationenprojekts sowie die außerschulischen Kooperationspartner und koordiniert die Aktivitäten.