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Gymnasium als Talentschuppen

Schulkonzert: Erlenbacher HSG-Schüler stellen eigene Kompositionen vor und beweisen dabei musikalische Vielfalt

Erlenbach Orchesterleistung oder Sologesang, klassisch oder experimentell: Die lyrisch-musikalische Vielfalt des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach ließ am Dienstagabend aus einer geplanten Stunde Programm ein rund zweistündiges Sommerkonzert mit Zugaben werden.

In abwechslungsreichen Darbietungen zeigten Chöre, Solisten und Ensembles in der Schulaula die Bandbreite ihres Könnens, kräftig unterstützt von ihren Musiklehrern, allen voran Bernhard Wehle, der die Gesamtleitung des sommerlichen Konzerts übernommen hatte.

Den Auftakt machte der Unterstufenchor, der mit Bildern aus dem Kunstunterricht das selbst erfundene Singspiel „Panama oder die Auswanderer“ visuell untermalte. Musiklehrer Joachim Hammer unterstützte die Sechst- und Siebtklässler bei Liedern wie „Probier´s mal mit Gemütlichkeit“ am Klavier. Mit Claude Debussys „Der kleine Neger“ und dem Walzer aus den „Sieben Puppentänzen“ von Dimitri Schostakowitsch präsentierten sich Tobias Peichl aus der 7. und Peter Fischer aus der 5. Jahrgansstufe als zwei der begabtesten HSG-Pianisten. Mit Daniela Krämer hatte das Gymnasium eine „Jugend musiziert“-Preisträgerin im Programm. Die Schülerin der 9. Klasse spielte ein Violinkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart.

Aus voller Kehle
Der Westernhagen-Klassiker „Freiheit“ erscholl aus der Kehle von Jonas Wolf. Der Solosänger aus der 5. Klasse präsentierte sich wie Klassenkamerad Marvin Stegmann bei „Wind of Change“ souverän am Mikrofon, unterstützt von Trompeten, E-Bässen, Schlagzeugern und Keyboardern der Unterstufenband.

Außerordentlich talentiert zeigte sich die Mittelstufenband Energetic, die mit der eigenen Komposition „J’ai assez de ma chérie“ aufwartete. In Doppelbesetzung war Larissa Lazarov zu sehen. Spielte die Achtklässlerin zuvor die „erste Geige“, hauchte sie anschließend mit dem potenziellen Boy Group-Anwärter Leonard Imhäuser „Here Without you“ ins Mikrofon. Schade, dass die Interaktion zwischen den beiden Sängern ausblieb, gerade bei der Pop-Liebesballade hätte man sich mehr Anschmachten gewünscht.

Der mehrstimmige Oberstufenchor zeigte auch in kleiner Besetzung (die Abiturienten fehlten), dass sie gesanglich auf dem Weg in die Oberliga sind. Unter Leitung von Florian Reuthner boten die jungen Sänger nahezu in a-cappella-Manier das bekannte und kurzfristig einstudierte „For the longest time“ von Billy Joel. Experimentell und eigenwillig gaben sich die Abiturienten rund um Gitarrist und Songschreiber Martin Graner, der sich schon in vergangenen Jahren als Musiker am HSG einen Namen gemacht hatte. Gemeinsam mit Gast-Bassist Philipp Becker, Jugendkulturpreis-Träger Paul Rossmann (Piano) und Matthias Löw (Schlagzeug, Gesang und Keyboard) spielten sie eigene Stücke, wie das melancholisch-depressive „Annika“ und das tranceartige „Flying“.

Am Ende populärer Folk
Begeisterten Applaus erntete die HSG-Big-Band unter Leitung von Bernhard Wehle: Die Saxophonisten, Posaunisten, Drummer und Gitarristen erwiesen sich nicht nur bei „I feel Good“ von James Brown als spielfreudiges Ensemble. Ein gelungener Abschluss war die Darbietung des Klassenchors der 10a, der sich laut Wehle als „erfreuliche Auswirkung im Musikunterricht“ entpuppt hat. Mit dem populären Folklied „Was wollen wir trinken“ lud der reine Männerchor nach dem heißen Sommerkonzert zum Umtrunk an die HSG-Bar ein.

Sylvia Breckl - Bericht Main-Echo 15. Juli 2010

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