Hermann-Staudinger-Gymnasium feiert Geburtstag

Schon vor 40 Jahren gab es nicht genug Lehrer

Erlenbach. Vor vierzig Jahren wurde das Hermann-Staudinger-Gymnasium in Erlenbach seiner Bestimmung übergeben. Es war damals das einzige Gymnasium zwischen Miltenberg und Aschaffenburg. Der Bau der Schule im damaligen Landkreis Obemburg war notwendig geworden, weil sich die wirtschaftliche Struktur des Landkreises wesentlich verändert hatte und die Zahl der Gymnasiasten zunahm.
Keine leichte Entscheidung hatte der Kreistag in den sechziger Jahren mit der Wahl des Standortes der neuen Schule. Trotz der Mitbewerber Obernburg und Elsenfeld erhielt die Stadt Erlenbach - damals noch Marktgemeinde – den Zuschlag und beteiligte sich mit 600.000 Mark am Bau der Schule.
Zu wenig Lehrer
Bis zur Fertigstellung des Gebäudes stellte Erlenbach für die Aufnahme des Unterrichtsbetriebes Räume in der Dr.-Vits-Schule zur Verfügung. Mit 98 Schülern begann im September 1965 der Lehrbetrieb. Damals wie heute herrschte Lehrermangel, und der Unterricht musste zum Teil mit Referendaren und nebenamtlichen Lehrern bestritten werden.
Am 8. August 1966 erfolgte der Spatenstich für das heutige Gymnasialgebäude, 1968 konnte das neue Schulhaus bezogen werden.
Staudinger prägte den Landkreis
Am 17. Oktober 1968 wurde das Gymnasium offiziell eingeweiht. Benannt wurde die Schule nach dem Chemienobelpreisträger Professor Doktor Hermann Staudinger, der als »Vater der Makro-Molekular-Chemie« gepriesen wird. Seiner wissenschaftlichen Arbeit ist es zu verdanken, dass 1924 die Produktion von Kunstseide im damaligen Glanzstoffwerk in Obernburg (heute: Industriecenter Obernburg) beginnen konnte. Seine Forschungen haben also den Altlandkreis Obernburg entscheidend geprägt. Eine Büste von Staudinger, die seine Frau überreichte, ziert bis heute die Aula des Gymnasiums.
1974 erstmals Abitur
Dass der Bedarf für ein Gymnasium im Landkreis Obernburg vorhanden war, zeigte sich in der rapiden Zunahme der Schülerzahlen, die im Schuljahr 1972/73 mit 999 ihren bisherigen Höhepunkt erreichten. 1974 legten in Erlenbach die ersten Schüler die Reifeprüfung ab.
Vier Direktoren hat das Gymnasium bis heute erlebt: Dr. Wilhelm Wolf, Alfred Stapf, Dieter Reinhold und seit 1986 Dr. Werner Trost. Knapp 850 Schüler besuchen heute das Erlenbacher »HSG«.

Zwei Umbauphasen
Zu Beginn der 80er Jahre war ein Anbau fällig, weil Fachräume für den Musik- und Physikunterricht zu klein geworden waren. Am 19. Mai 1981 wurde der Anbau eingeweiht. In den alten Musiksälen befindet sich heute die Bibliothek der Schule. Auch in diesem Jahr mussten erneut Bauarbeiter und Bagger anrücken: Der vordere Teil der Schule inklusive Aula muss neu gestaltet werden. Hierbei wird im ehemaligen Lichthof ein sogenannter „Thementurm“ mit Mensa und Ruhezonen für die Schüler in den Pausen errichtet, um den Belangen des zunehmenden Nachmittagsunterrichts im Rahmen des G8 gerecht zu werden. Außerdem soll die düstere Aula mit Hilfe von „Lichtbändern“ in der Decke heller werden. Die Bauarbeiten sollen bis Mai 2006 andauern.
Schultag im Zeichen des Jubiläums
Am morgigen Donnerstag steht der Schulvormittag ganz im Zeichen des Jubiläums. Den Auftakt bildet ein großer ökumenischer Gottesdienst in der Peter und Paul-Kirche. Daraufhin stehen den Klassenlehrern zwei Schulstunden für eine Multimediapräsentation und Informationen rund um das HSG zur Verfügung, ehe in den letzten beiden Schulstunden der „gemütliche“ Teil mit kulinarischen Genüssen der SMV und K 13, Tanz- und Musikdarbietungen sowie „lustigen Spielchen für die Kleinen“ beginnt. Zur Feier des Tages spendiert der Elternbeirat des HSG jedem Schüler einen Verzehrgutschein.

Martin Lange

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